DEHOGA Bayern gründet Forum für türkische Gastgeber
Am 16. Oktober kamen Gastgeber sowie Vertreter aus Politik und Wirtschaft im Munich Marriott Hotel City West zum ersten Forum türkische Gastgeber zusammen. Unter dem Motto „Genuss verbindet“ stellte der Bayerische Hotel- und Gaststättenverband Dehoga Bayern die Zusammenarbeit und Vernetzung von Unternehmern mit türkischen Wurzeln in den Mittelpunkt.
Das Forum soll Betriebe bei ihren unternehmerischen Herausforderungen unterstützen, Erfahrungen bündeln und ihre Anliegen gegenüber Politik und Branche stärker zur Geltung bringen. Neben der Interessenvertretung sind konkrete Hilfen für den Betriebsalltag und der Aufbau neuer Kontakte vorgesehen.
„Der Verband wolle allen eine Heimat bieten, die in Bayern mit Leidenschaft gastronomische Betriebe und Hotels führen, unabhängig von ihren persönlichen oder familiären Wurzeln“, erklärte DEHOGA-Bayern-Landesgeschäftsführer Dr. Thomas Geppert.
Türkische Unternehmer prägen das bayerische Gastgewerbe
Welche wirtschaftliche Bedeutung Unternehmer mit türkischer Staatsangehörigkeit haben, verdeutlichte Dr. Manfred Gößl, Hauptgeschäftsführer der IHK für München und Oberbayern. Nach seinen Angaben gehören der IHK rund 3.932 Mitglieder mit türkischer Staatsangehörigkeit an. Davon sind 553 in der Gastronomie tätig.
Auch in der Ausbildung ist die Gruppe vertreten: In Oberbayern absolvieren laut Gößl 300 junge Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit eine Ausbildung, 47 davon in Hotellerie und Gastronomie. Menschen mit türkischen Wurzeln und deutschem Pass seien in diesen Zahlen noch nicht berücksichtigt.
Die Beiträge der politischen Vertreter unterstrichen ebenfalls die Bedeutung der Unternehmer für die regionale Wirtschaft. Staatssekretär Tobias Gotthardt würdigte in einer Videobotschaft ihren Beitrag zur Schaffung von Arbeitsplätzen und zur wirtschaftlichen Entwicklung Bayerns. Staatsministerin a. D. Kerstin Schreyer hob hervor, dass Tourismus und persönliche Begegnungen den Austausch zwischen Ländern fördern.
Forum soll auch touristische Kontakte zur Türkei fördern
Neben der Stärkung der Gastgeber in Bayern soll das Netzwerk neue Verbindungen zwischen der deutschen und der türkischen Tourismuswirtschaft ermöglichen. Vertreter aus verschiedenen türkischen Regionen stellten dazu ihre kulinarischen Traditionen und touristischen Potenziale vor.
Mehmet Ali Amak, Co-Bürgermeister von Artuklu in der Provinz Mardin, präsentierte das multikulturelle Erbe seiner Heimat. Die regionale Küche biete weit mehr als bekannte Gerichte wie Döner und Kebab. Auch lokales Handwerk, regionale Produkte und gewachsene kulinarische Traditionen böten Anknüpfungspunkte für den fachlichen Austausch mit bayerischen Gastgebern.
Nilüfer Çınarlı Mutlu, Bürgermeisterin des Bezirks Konak in İzmir, stellte die ägäische Küche und das kulturelle Erbe ihrer Region vor. Zudem präsentierten Küchenchef Herr Ayvaz und İbrahim Ocak, Präsident des Baştek-Ankara-Verbandes, kulinarische Spezialitäten aus Tokat.
Der türkische Konsul Murat Kemaloglu betonte die Rolle der Menschen, die durch ihre unternehmerische Tätigkeit und ihr gesellschaftliches Engagement die Beziehungen zwischen beiden Ländern stärken.
Dehoga Bayern baut internationale Netzwerke aus
Das Forum türkische Gastgeber soll den Auftakt für eine langfristige Zusammenarbeit bilden. Der Verband verfügt bereits über Foren für vietnamesische und italienische Gastgeber. Mit dem neuen Netzwerk will Dehoga Bayern den Austausch innerhalb der Branche weiter ausbauen und die internationale Vielfalt seiner Mitgliedsbetriebe stärker einbinden.
(Dehoga Bayern/KAGI)