HDV-Frühjahrstagung

Führung neu denken: Impulse für die Hotellerie von morgen

Andreas Neininger eröffnete als neu gewählter 1. Vorsitzender die HDV-Frühjahrstagung 2026 in München und stimmte die Teilnehmer auf das Leitthema „GM der Zukunft“ ein.
Andreas Neininger eröffnet die Frühjahrstagung 2026 der HDV im Leonardo Royal Hotel München vor rund 220 Teilnehmern. (Foto: © HOGAPAGE/SAHO)
Welche Kompetenzen braucht ein General Manager künftig? Auf der Frühjahrstagung der HDV in München diskutierten Branchenvertreter zentrale Zukunftsfragen – mit klaren Antworten aus der Praxis und viel persönlichem Austausch. HOGAPAGE war vor Ort und hat die wichtigsten Eindrücke zusammengefasst.
Dienstag, 31.03.2026, 08:59 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Die Hoteldirektorenvereinigung Deutschland (HDV) lud vom 27. bis 29. März 2026 zur Frühjahrstagung nach München. Rund 220 Branchenvertreter folgten der Einladung ins Leonardo Royal Hotel. Im Mittelpunkt stand in diesem Jahr ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: „GM der Zukunft“.

Zwischen Mitgliederversammlung, Fachimpulsen und intensivem Austausch wurde schnell deutlich: Die Anforderungen an Führungskräfte in der Hotellerie verändern sich grundlegend – und mit ihnen die Erwartungen an die gesamte Branche.

Get-together: Wiedersehen in familiärer Atmosphäre

Bereits der Freitagabend machte deutlich, was die HDV für viele ihrer Mitglieder ausmacht: Gemeinschaft, Verlässlichkeit und ein vertrautes Miteinander. Beim Get-together herrschte eine lockere, fast familiäre Atmosphäre. Viele Teilnehmer nutzten den Abend für ein großes Wiedersehen, erinnerten sich an vergangene Tagungen und tauschten sich in entspannter Runde über aktuelle Entwicklungen in der Branche aus.

Nach der Eröffnung durch Jürgen Gangl wartete ein umfangreiches Büfett auf die Gäste. Der Abend bildete damit den passenden Auftakt für ein Wochenende, das ganz im Zeichen von Austausch, Netzwerk und Zukunftsfragen stand.

Mitgliederversammlung: Abschied, Dankbarkeit und ein neuer Vorstand

Jürgen Gangl eröffnete die Mitgliederversammlung am Samstagvormittag mit einem Rückblick auf die besondere Kultur innerhalb der Vereinigung und betonte mit Blick auf die anstehende Vorstandswahl:

Wir werden heute einen neuen Vorstand wählen. Ich bin stolz darauf, dass wir das in einer Form machen, die zeigt, dass wir eine Familie sind.

Jürgen Gangl, langjähriger 1. Vorsitzender der HDV

Nach der Vorstellung des Tagungsprogramms folgten der Jahresrückblick 2025, der Kassenbericht des Schatzmeisters, der Bericht des Kassenprüfers sowie die Entlastung des Vorstands. Im Anschluss wurden die Kandidaten für die Vorstandswahl vorgestellt. Die Neuwahlen erfolgten offen, per Handzeichen und als Blockwahl. 

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Emotional wurde es, als Gangl nach 14 Jahren an der Spitze der HDV den Staffelstab weitergab. Dabei fand er sehr persönliche Worte: Er sprach von „Dankbarkeit für Vertrauen, Loyalität, offene Worte und bereichernden Austausch“ und dankte für „respektvolle Haltung, Kompetenz und Leidenschaft“.

Seine Motivation beschrieb er mit einem einfachen, aber bezeichnenden Satz: „Ich habe das gemacht aus meiner eigenen DNA heraus.“ Gemeint war damit seine tiefe Leidenschaft für die Hospitality und sein persönliches Herzblut für die Branche. An sein Vorstandsteam richtete er zum Abschied noch einen Appell: „Bleibt neugierig und kritisch. Entwickelt euch weiter, wir brauchen Persönlichkeiten wie euch.“

„Die Tagung steht im Zeichen des Übergangs und des Aufbruchs“

Im Anschluss eröffnete der neu gewählte Vorstandsvorsitzende Andreas Neininger die Frühjahrstagung offiziell. Dabei machte er deutlich, dass der Wechsel an der Spitze der HDV nicht überraschend kam, sondern über längere Zeit hinweg bewusst vorbereitet wurde. „Die Tagung steht im Zeichen des Übergangs und des Aufbruchs“, sagte Neininger.

Mit Blick auf die Nachfolge von Jürgen Gangl sprach er offen von den „großen Fußstapfen“, in die der neue Vorstand trete. Gleichzeitig zeigte er sich zuversichtlich: Man habe Respekt vor der Aufgabe, sei aber auf einem guten Weg.

Neininger stellte den Anspruch des neuen Vorstands klar in den Kontext des HDV-Leitbilds. Es gehe um partnerschaftlichen Austausch auf Augenhöhe, um echten Dialog und um konkreten Mehrwert für Mitglieder, Partner und die Branche insgesamt:

Es ist wichtig, dass unsere Branche mit einer Stimme spricht. Geschlossenheit schafft Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeit schafft Wirkung.

Andreas Neininger, 1. Vorsitzender der HDV

Sein Wunsch für die Tagung war entsprechend eindeutig: Die Teilnehmer sollten miteinander ins Gespräch kommen. Denn, so Neininger, eine spannende Zeit liege vor der Branche – und dieser Tag sei ein guter Auftakt dafür.

„Wir müssen in unserer Branche mit einer Stimme sprechen“

Mit ihren Grußworten setzte Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern und Vizepräsidentin des Dehoga Bundesverbandes, früh einen politischen und zugleich sehr persönlichen Akzent. Sie verabschiedete Jürgen Gangl, beglückwünschte Andreas Neininger zur Wahl und sprach von einem Heimspiel in Bayern.

Inselkammer warb eindringlich für mehr Geschlossenheit innerhalb der Branche. „Wir müssen schaffen, in unserer Branche mit einer Stimme zu sprechen“, sagte sie. Dafür brauche es Zusammenhalt, denn nur so könne verhindert werden, dass Akteure und Interessen auseinanderdriften. Ihr Appell: „Wir müssen zusammenstehen und uns vereinen.“

Besonders hob sie die Netzwerkarbeit des Dehoga Bayern hervor. Dort engagieren sich nach ihren Angaben 720 Gastgeber ehrenamtlich. Der enge Draht zu Bürgermeistern, Abgeordneten und weiteren Ansprechpartnern sei ein entscheidender Faktor, um politisch wirksam zu arbeiten. „Wir müssen stolz sein auf dieses Netzwerk und das auch gut erhalten und bedienen“, betonte sie.

Angela Inselkammer spricht bei der HDV-Frühjahrstagung 2026 im Leonardo Royal Hotel München vor den Teilnehmern.
Angela Inselkammer betonte in ihrem Grußwort die Bedeutung von Zusammenhalt und einer starken gemeinsamen Stimme für die Branche. (Foto: © HOGAPAGE/SAHO)

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Ausführungen war das Thema Ausbildung. Inselkammer sprach sich für eine wertschätzende Ausbildungskultur aus und verwies darauf, dass das Gastgewerbe laut IHK die einzige Branche mit einem Ausbildungszuwachs verzeichne – um sechs Prozent. „Da steckt viel Arbeit dahinter“, sagte sie. Gerade deshalb müsse es gelingen, junge Menschen nicht nur für die Branche zu gewinnen, sondern sie auch langfristig zu halten. Die Hotellerie und Gastronomie könne „jedem Talent eine Heimat bieten“, genau das mache den Beruf so besonders.

Auch wirtschaftspolitisch formulierte sie klare Erwartungen: Die Branche brauche wieder mehr Luft zum Atmen. Leistung dürfe nicht bestraft werden, und die Betriebe bräuchten mehr Zeit für ihre Gäste statt immer mehr Aufwand für Dokumentation. In diesem Zusammenhang verwies sie auch auf die Forderung nach sieben Prozent Mehrwertsteuer sowie auf die aus ihrer Sicht wichtige Flexibilisierung der Arbeitszeit. Gerade die Wochenarbeitszeit sei für die Branche ein gerechtes Instrument – insbesondere im Vergleich zu Arbeitsmodellen im Homeoffice.

Ihr Fazit: Das Gastgewerbe sei kein schmückendes Beiwerk, sondern Teil des wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Fundaments in Deutschland. Entsprechend äußerte sie den Wunsch, dass HDV und Dehoga in Zukunft noch enger zusammenrücken.

Die Gastwelt als Zukunftsmotor

Einen wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Blick auf die Branche warf Dr. Marcel Klinge, Vorstandssprecher der Denkfabrik DZG und ehemaliger Bundestagsabgeordneter. Sein Ausgangspunkt: Deutschland stehe vor großen Modernisierungsaufgaben. Seit Corona fehle Wirtschaftswachstum, zugleich stiegen die Zinslasten und traditionelle Wachstumstreiber wie die Automobilindustrie verlören an Dynamik.

Vor diesem Hintergrund stellte Klinge die zentrale Frage, wie wirtschaftliche Entwicklung künftig aussehen könne – und verwies auf die Gastwelt als entscheidenden Faktor. Sie sei „das Herz der Gesellschaft“ und mit 6,1 Millionen Beschäftigten beziehungsweise 13,3 Prozent aller Erwerbstätigen in Deutschland der drittgrößte Arbeitgeber des Landes. Besonders plastisch wurde sein Bild mit einem weiteren Satz: „Alle acht Minuten hat jeder Mensch in Deutschland einen Touchpoint mit der Gastwelt.“

Für Klinge ist die Branche deshalb nicht nur systemrelevant, sondern alltagsrelevant. Sie habe das Potenzial, ein neuer Wertschöpfungsmotor zu werden – vorausgesetzt, sie nutze ihre Chancen entschlossener. Dafür brauche es vorwiegend drei Dinge:

  1. mit einer Stimme sprechen,
  2. selbstbewusst über die eigenen Stärken sprechen und
  3. die eigenen Anliegen offensiver in die politische Debatte tragen.
Dr. Marcel Klinge spricht auf der HDV-Frühjahrstagung 2026 in München über die Rolle der Gastwelt als Wirtschaftsfaktor.
Dr. Marcel Klinge betonte in seinem Vortrag die wirtschaftliche Bedeutung der Gastwelt und ihr Potenzial als zukünftiger Wachstumsmotor in Deutschland. (Foto: © HOGAPAGE/ SAHO)

Zukunft entsteht, wenn Beziehungen gelingen

Mit seinem Impuls „Unlock the Future“ spannte Zukunftsforscher Tristan Horx den Bogen von gesellschaftlichen Megatrends zur konkreten Führungsrealität in der Hotellerie. Ausgangspunkt war seine Beobachtung, dass gerade jüngere Generationen ausgesprochen pessimistisch auf die Zukunft blickten. Ursache sei eine „Omni-Krise“ – also das Zusammenspiel vieler Krisen, die sich gegenseitig verstärken. Besonders prägend sei dabei die kognitive Krise: eine permanente Überforderung durch Unsicherheit, Komplexität und Widersprüche.

Horx plädierte deshalb für mehr Ambiguitätstoleranz – also die Fähigkeit, mit Unsicherheit, Mehrdeutigkeit und Gegensätzen produktiv umzugehen. Zukunft, so seine zentrale Botschaft, entstehe nicht aus einem einfachen Entweder-oder, sondern aus dem Zusammenspiel von Trends und Gegentrends. „Zukunft und Tradition müssen kein Widerspruch sein“, sagte er. Ebenso müssten Rebellion und Weisheit zusammengedacht werden.

Zukunftsforscher Tristan Horx spricht auf der HDV-Frühjahrstagung 2026 in München über Future Leadership und gesellschaftliche Entwicklungen.
Tristan Horx zeigte in seinem Vortrag, welche gesellschaftlichen Trends die Hotellerie prägen – und warum Zukunft vor allem durch gelingende Beziehungen entsteht. (Foto: © HOGAPAGE/ SAHO)

Spannend waren auch seine Einblicke in das Reiseverhalten künftiger Gäste. Der Tourist von morgen reise häufiger, kürzer, individueller und budgetbewusster. Loyalitätsprogramme hätten größeren Einfluss, und auch Serviceleistungen wie Zimmerreinigung, zusätzliche Angebote und Verpflegung blieben relevant. Seine zugespitzte Botschaft mit Blick auf die Rolle des Menschen in einer zunehmend automatisierten Welt lautete:

Wenn Roboter bessere Roboter werden, müssen Menschen humanere Menschen werden.

Tristan Horx, Zukunftsforscher

Der GM als Navigator des Wandels

Sehr konkret wurde es im Vortrag von Matthias Wirth, Managing Director bei Konen & Lorenzen. Er zeichnete das Bild eines Berufs, der sich grundlegend verändert. Gästeerwartungen würden individueller und anspruchsvoller, Märkte volatiler, Kapitalstrukturen komplexer und technologische Entwicklungen rasanter. Hinzu komme der Fachkräftemangel als strukturelle Herausforderung. Vor diesem Hintergrund stellte Wirth die zentrale Frage: Wie führt man in permanenter Veränderung?

Seine Antwort: Der General Manager der Zukunft ist strategischer Architekt, Transformationsgestalter und Unternehmer zugleich. Der klassische Gastgeber allein reicht nicht mehr aus. Gefragt sei unternehmerische Gesamtverantwortung – mit Fokus auf Cashflow, ROI, GOP, NOP und RevPar, auf strategische Übersetzung in operative Maßnahmen, auf Budget- und Forecast-Sicherheit sowie auf langfristige Wertsteigerung. Der GM müsse, so Wirth, „denken wie ein Eigentümer“.

Gleichzeitig brauche es ein neues Führungsverständnis. Adaptive Leadership bedeute, Komplexität systematisch zu verstehen, Unsicherheit auszuhalten, Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu delegieren und Teams zu befähigen. Partizipation, psychologische Sicherheit und eine Feedbackkultur in beide Richtungen würden wichtiger als starre Hierarchien.

Matthias Wirth spricht auf der HDV-Frühjahrstagung 2026 in München über die Anforderungen an den General Manager der Zukunft.
Matthias Wirth erläuterte, wie sich die Rolle des General Managers verändert – vom Gastgeber hin zum strategischen Unternehmer und Transformationsgestalter. (Foto: © HOGAPAGE/ SAHO)

Ein weiteres zentrales Feld sei die digitale Kompetenz. Technologie müsse als strategischer Enabler verstanden werden – von KI und Datenanalyse über Revenue-Management-Systeme bis hin zur datenbasierten Performance-Steuerung. Hinzu komme die Aufgabe, Marke und Erlebnis an allen Touchpoints erlebbar zu machen. Hyperpersonalisierung, Community-Denken und emotionale Differenzierung seien keine Kür mehr, sondern Teil der Wettbewerbsfähigkeit.

Wirth brachte es schließlich auf eine prägnante Formel: „Nicht Besitz, Marke oder Standort entscheiden, sondern Qualität der Führung.“ Der GM von morgen gestalte Systeme, entwickle Menschen und steuere Kapital.

Zwischen Gastgeberrolle, Wirtschaftlichkeit und Führungsrealität

Wie komplex die Rolle des General Managers inzwischen geworden ist, zeigte auch die Gesprächsrunde mit Theodor Gandenheimer, Managing Director des Hotel Maximilian’s Augsburg, David Schad, Hotel Manager im 25hours Hotel Indre By, und Matthias Wirth. Moderiert wurde die Runde von HDV-Pressesprecherin Angelika Heyer.

Zu Beginn stand die Frage im Raum, ob das heutige Anforderungsprofil nicht längst einer „eierlegenden Wollmilchsau“ gleiche: Motivator, Stratege, Zahlenmensch, Gastgeber, Psychologe, Digitalisierungsexperte und Coach zugleich. Die Runde machte deutlich, dass genau darin die Herausforderung besteht – und dass moderne Führungskräfte heute mit deutlich komplexeren Anforderungen konfrontiert sind als noch vor einigen Jahren.

Trotz aller Zahlenorientierung blieb die Gesprächsrunde in einem Punkt eindeutig: Der Mensch bleibt zentral. Emotion, Empathie und Gastgeberqualität werden auch in Zukunft nicht durch KI oder Automatisierung ersetzt. Gleichzeitig wurde aber deutlich, dass der General Manager zunehmend zwischen Eigentümerinteressen, Wirtschaftlichkeit, Teamführung und Gastorientierung vermitteln muss.

Podiumsdiskussion mit Theodor Gandenheimer, David Schad und Matthias Wirth auf der HDV-Frühjahrstagung 2026 in München.
In der Gesprächsrunde diskutierten Theodor Gandenheimer, David Schad und Matthias Wirth über die wachsenden Anforderungen an General Manager und die Realität moderner Führung in der Hotellerie. (Foto: © HOGAPAGE/SAHO)

„Das, was wirklich wertvoll ist, ist es, Menschen in die Augen zu schauen“

Wie stark Führung im Alltag über Beziehung und Kommunikation funktioniert, zeigte Emanuel Pavel in seiner Session „Das Hotelteam der Zukunft: Was Mitarbeiter wirklich brauchen – und was Führung dafür tun kann“. Sein Ausgangspunkt war ein ebenso einfaches wie treffendes Bild: Probleme in der Kommunikation entstünden dann, „wenn Filme aufeinander treffen und niemand voneinander weiß, was in dem anderen Kino eigentlich gerade passiert“.

Für Führungskräfte bedeute das vor allem, genauer hinzusehen und wirklich zuzuhören. Sie müssten Mentor sein, Orientierung geben und für ihre Mitarbeiter ansprechbar bleiben. Entscheidend sei die Frage: „Nach welchem Drehbuch funktioniere ich gerade?“ Wer das verstehe, könne Konflikte und Missverständnisse besser einordnen – im Beruf wie im Privaten.

Pavel plädierte dafür, Probleme nicht vorschnell zu bewerten, sondern zunächst anzuerkennen und dann nach ihren Ursachen zu fragen. Dafür müsse man sich hinsetzen und mit den Leuten sprechen, um „an die Quelle“ zu kommen. Das funktioniere allerdings nur unter einer Voraussetzung: Vertrauen. Mitarbeiter müssten spüren, dass ihnen jemand wirklich zuhört und sie versteht.

Besonders wichtig sei es, mit denjenigen zu sprechen, die am meisten unter einer Situation leiden. Wenn sich dort etwas verbessere, hebe das die Energie im gesamten Haus. Diese Stimmung sei nicht nur intern spürbar, sondern wirke sich auch unmittelbar auf die Gäste und letztlich sogar auf Bewertungen aus.

Mit Blick auf technologische Entwicklungen räumte Pavel ein, dass KI vieles verändern werde. Umso wichtiger bleibe aber der menschliche Kern von Führung. „Das, was wirklich wertvoll ist, ist es, Menschen in die Augen zu schauen“, sagte er. Es gehe darum, Menschen so zu halten, wie sie sind, ihnen das Gefühl zu geben, mit ihren Problemen nicht allein zu sein, und ihnen eine verlässliche Bezugsperson zu bieten. Sein Appell an die Führungskräfte: „Geben Sie Ihren Mitarbeitern jemanden, dem sie vertrauen können.“

Emanuel Pavel spricht auf der HDV-Frühjahrstagung 2026 in München über Mitarbeiterführung und das Hotelteam der Zukunft.
Emanuel Pavel zeigte, wie entscheidend Vertrauen, Kommunikation und echte Nähe im Umgang mit Mitarbeitern für den Erfolg eines Hotels sind. (Foto: © HOGAPAGE/SAHO)

Gala-Abend und Nachwuchspreis: Emotionen, Wertschätzung und ein starkes Finale

Ein besonderer Höhepunkt der Tagung war der festliche Gala-Abend am Samstag, der gleich mehrere emotionale und zugleich prägende Momente vereinte.

Den Auftakt bildete die Verabschiedung von Jürgen Gangl, der nach 14 Jahren an der Spitze der HDV aus dem Vorstand ausschied. Begleitet von einem Spalier durch das Hotel wurde er unter tosendem Applaus der Teilnehmer gefeiert – ein Moment, der die große Wertschätzung für sein langjähriges Engagement eindrucksvoll sichtbar machte.

Im Innenhof wartete anschließend eine besondere Überraschung: Gangl stellte sich einer Golf-Challenge, bevor der Abend in einem spektakulären Feuerwerk gipfelte. Untermalt unter anderem vom Lied „Time to Say Goodbye“ sorgte die Inszenierung für einen emotionalen Abschied, der vielen Gästen in Erinnerung bleiben dürfte.

Im Anschluss wechselte die Veranstaltung in den festlichen Teil des Abends. Beim Gala-Dinner, begleitet von einem Menü, kamen die Teilnehmer erneut zusammen. Andreas Neininger richtete sich in seiner Rede an die Gäste und würdigte noch einmal ausdrücklich die Verdienste seines Vorgängers.

Im Rahmen des Abends wurde auch der Deutsche Hotelnachwuchs-Preis 2026 verliehen. Drei Finalisten stellten sich dabei einer spontanen Aufgabe vor Publikum und präsentierten ihre Lösungsansätze. Die Entscheidung lag – wie jedes Jahr – direkt bei den anwesenden Branchenvertretern.

Ein Wochenende mit klarer Botschaft

Die HDV-Frühjahrstagung 2026 hat gezeigt: Die Branche steht vor großen Herausforderungen, aber auch vor ebenso großen Chancen. Die Diskussionen rund um den „GM der Zukunft“ machten so vor allem eines deutlich: Führung in der Hotellerie braucht heute mehr denn je Haltung, wirtschaftliches Verständnis, Kommunikationsstärke und die Fähigkeit, Menschen mitzunehmen.

Mit zahlreichen Impulsen und konkreten Ansätzen im Gepäck blicken die Teilnehmer nun auf die kommenden Monate und auf die nächste Zusammenkunft im Herbst.

(SAHO)

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