GastroFrühling 2026: Dehoga Bayern fordert Entlastungen für die Branche
„Unser besonderer Dank gilt Ministerpräsident Markus Söder für das Einhalten seines gegebenen Wortes“, sagte „Dehoga Bayern“-Präsidentin Angela Inselkammer in ihrer Rede beim diesjährigen GastroFrühling.
Rund 2.500 Gäste des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Bayern trafen sich beim GastroFrühling im Hippodrom-Festzelt auf dem Frühlingsfest auf der Münchner Theresienwiese. Die Mitglieder des Verbands aus Hotellerie und Gastronomie signalisierten beim Volksfest Entschlossenheit und den festen Willen, auch in schwierigen Zeiten zusammen zu stehen.
"Nicht nur, dass in Bayern eine Betten- sowie eine Verpackungssteuer verhindert wurden, insbesondere die dauerhafte Rückkehr zu 7 Prozent Mehrwertsteuer ist die Rettungsweste, die uns über Wasser hält", betonte Inselkammer.
Gleichzeitig machte die „Dehoga Bayern“-Präsidentin deutlich: „Aber was nützt die beste Weste, wenn uns gleichzeitig ein Bleigurt aus neuen Steuern und Abgaben droht? Irgendwann zieht einen das Gewicht nach unten, egal wie gut die Rettungsweste ist.“ Der Mitarbeitermangel träfe das Gastgewerbe besonders hart. „Wir sind eine personalintensive Wachstumsbranche und brauchen deshalb bessere Rahmenbedingungen – für Ausbildung, Mitarbeitergewinnung und dafür, dass Arbeit sich wieder stärker lohnt“, erläuterte Inselkammer weiter.
Entbürokratisierung gefordert
Zugleich forderte die Präsidentin mehr Tempo bei Reformen und spürbare Entlastungen für die Betriebe. Viele Unternehmer wollten investieren, Arbeitsplätze schaffen und ihre Betriebe zukunftsfest aufstellen. Ausgebremst würden sie dabei jedoch immer noch zu oft durch Bürokratie, langwierige Verfahren und starre Vorgaben.
Wer Wachstum wolle, müsse die Entbürokratisierung endlich konsequent umsetzen und den Betrieben wieder mehr Vertrauen entgegenbringen. „Ich garantiere: Je mehr Freiheiten gewährt werden, desto mehr wird die Wirtschaft im Positiven entfesselt. Desto mehr wird investiert“, so Inselkammer.
Inselkammer sprach stellvertretend für knapp 450.000 Erwerbstätige, die in Bayern im Gastgewerbe arbeiten, und für 36.000 Betriebe, die in allen Regionen Bayerns zuhause sind. Die Branche ist Hauptleistungsträger des Tourismus, der nach der Industrie die zweitwichtigste Leitökonomie des Freistaates ist.
Verleihung des Qualitätssiegels „Ausgezeichnetes Festzelt“
Im Rahmen des GastroFrühlings auf dem Münchner Frühlingsfest verlieh Tourismusministerin Michaela Kaniber das Qualitätssiegel „Ausgezeichnetes Festzelt“ an das Hippodrom und die Festhalle Bayernland und würdigte damit die besondere Qualität und Regionalität des Angebots.
„Diese Auszeichnung zeigt, was unsere Festzeltbetriebe leisten: Qualität, Verlässlichkeit und echte Gastfreundschaft – oft unter hohem Druck und mit großem persönlichem Einsatz“, erläuterte Michaela Kaniber. "Unsere Betriebe mit dem Titel ‚Ausgezeichnetes Festzelt‘ stehen genau für diesen Anspruch. Darauf können Sie stolz sein."
Damit solche Betriebe auch künftig bestehen, bräuchten sie verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen. Gerade bei der Arbeitszeit würden viele jedoch an Grenzen stoßen – besonders in Spitzenzeiten. „Im Koalitionsvertrag in Berlin ist vereinbart, Arbeitszeiten künftig flexibler über die Woche zu verteilen. Das muss jetzt umgesetzt werden“, so Kaniber. „Deshalb setzen wir uns als Bayerische Staatsregierung beim Bund mit Nachdruck dafür ein und fordern die Bundesarbeitsministerin auf, hier zügig zu handeln. Wer an einem Tag länger arbeitet, soll das an einem anderen Tag ausgleichen können – das hilft den Betrieben, ihren Alltag besser zu organisieren, und den Beschäftigten, Arbeit und Privatleben besser miteinander zu verbinden. Wer Leistung fordert, muss auch die Freiräume dafür schaffen. Wir leisten unseren Beitrag.“
Gastgewerbe als wichtige Branche für Bayern
Mit Blick auf die Bedeutung des Gastgewerbes für Lebensqualität, Zusammenhalt und wirtschaftliche Stärke in Bayern erklärte Ministerpräsident Markus Söder: „Bayern steht in der ganzen Welt für echte Gastlichkeit: Beim GastroFrühling 2026 des Dehoga Bayern auf dem Frühlingsfest München mit Tourismusministerin Michaela Kaniber zeigt sich die bayerische Gastronomie mit Einsatzfreude, Leidenschaft und echtem Anpacken. Gastronomie und Hotellerie sind eine Seelenbranche und gerade in schwierigen Zeiten wichtiger denn je: Sie geben den Menschen Halt, schaffen Oasen und ermöglichen Momente der Entspannung.“
Weiter erläuterte Söder: "Wir unterstützen unsere Betriebe mit ganzer Kraft und kämpfen für diejenigen, die fleißig sind. Denn wer arbeitet, muss auch etwas davon haben. Versprochen, gehalten: die 7 Prozent Gastro-Mehrwertsteuer sind durch unseren Einsatz seit Januar 2026 bundesweit dauerhaft festgeschrieben. Zudem gibt es bei uns in Bayern keine Betten- und keine Verpackungssteuer. Bei uns zählen Fleiß und Leistung, deshalb sind wir gegen Steuererhöhungen und für eine faire Regelung bei der Erbschaftsteuer. Bayern ist ein starkes Land, in dem Tradition und Modernität zusammenkommen – mit diesem ganz besonderen Lebensgefühl und der Verbindung von Herz und Verstand. Ein besonderer Dank gilt Angela Inselkammer und Thomas Geppert für ihren Einsatz!“
Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger betonte: „Beim Gastrofrühling sind die Gastwirte mal die Gäste. Das steht ihnen mehr als zu, sich auch mal bedienen zu lassen, weil sie ansonsten immer dann arbeiten müssen, wenn andere Menschen feiern – auch am Wochenende, bis spät in die Nacht, in den Weihnachtsferien und so weiter. Das Gastgewerbe ist eine starke Säule der bayerischen Wirtschaft, ein wichtiger Arbeitgeber und ein sympathisches Gesicht Bayerns, welches unsere volle Unterstützung verdient.“
Die Bayerische Arbeitsministerin Ulrike Scharf bekräftigt: „Der Gastro-Frühling ist Kult und immer einen Besuch auf der Theresienwiese wert. Die bayerischen Gastgeber sind in Deutschland und der Welt Botschafter für Genuss und Geselligkeit. Das Gastgewerbe zählt zu den wichtigsten Branchen – und verdient jede Unterstützung. Deshalb kämpfe ich dafür, bürokratische Hürden wie überzogene Dokumentationspflichten im Mindestlohnrecht abzubauen. Vor allem müssen endlich flexible Arbeitszeiten möglich sein. Ich setze mich für eine wöchentliche statt der bisherigen starren täglichen Höchstarbeitszeit ein. Es geht nicht darum, dass Beschäftigte insgesamt mehr, sondern dass sie flexibler arbeiten können. Der Gesundheitsschutz der Beschäftigten steht dabei immer an erster Stelle.“
Auch Georg Eisenreich, Bayerischer Staatsminister der Justiz, zeigt sich begeistert: „Menschen aus aller Welt schätzen die gute Küche und die Gastlichkeit in Bayern, vom Biergarten, über das Wirtshaus bis zur Spitzengastronomie. Das ist insbesondere das Verdienst der bayerischen Gastronomen und der Hoteliers. Gaststätten und Hotels sind eine wichtige Säule der bayerischen Wirtschaft, Ausdruck unseres Lebensgefühls und unverzichtbare Orte, wo sich Menschen treffen können. Mein Dank gilt Dehoga-Präsidentin Angela Inselkammer, die mit dem GastroFrühling wieder eine stimmungsvolle Veranstaltung und einen wichtigen Branchentreff organisiert hat.“
(Dehoga Bayern/SAKL)