Wissen, wo’s herkommt

Geflügel für den Außer-Haus-Verkauf soll gekennzeichnet werden

Hähnchenstücke
Oftmals ist unklar, woher das Hähnchenfleisch stammt, das in der Gastronomie verarbeitet wird (Foto: © Fotolia/rainbow33)
Der Geflügelwirtschaftsverband Mecklenburg-Vorpommern setzt sich für eine Herkunftskennzeichnung von unter anderem Hähnchen- und Putenfleisch in der Gastronomie ein. Denn oft sei unklar, woher das Fleisch stamme.
Mittwoch, 24.04.2019, 11:14 Uhr, Autor: Kristina Presser

Der Geflügelwirtschaftsverband Mecklenburg-Vorpommern fordert, dass das Geflügelfleisch künftig gekennzeichnet werde, welches in Restaurants, Imbissen und Kantinen verarbeitet und serviert wird. Denn mehr als die Hälfte des in Deutschland verzehrten Geflügelfleisches werde, laut Verbandsgeschäftsführerin Silvia Ey, nicht im Lebensmitteleinzelhandel verkauft. Das gab sie bei der nun stattgefundenen Jahresmitgliederversammlung an.

Der jährliche Pro-Kopf-Verzehr von Geflügelfleisch steigt in Deutschland. Vor allem in Restaurants und anderen gastronomischen Einrichtungen wächst die Nachfrage der Gäste nach Puten- und Hähnchenfleisch. Dem Verbraucher bzw. Käufer bliebe jedoch die Herkunft des Fleisches verborgen. Da es in Deutschland keine Vollversorgung mit deutscher Ware gebe, komme viel Geflügelfleisch aus Ländern mit geringeren Tierschutzstandards auf den Tisch. So werde der Markt mit polnischen Puten überschwemmt. In Deutschland würden hohe Tierschutzstandards gelten, mit mehr Platz für die Tiere. Daher seien deutsche Produkte teurer. „Mit jedem importierten Kilogramm Geflügelfleisch aus Osteuropa kommt weniger Tierschutz nach Deutschland“, sagte Verbandsgeschäftsführerin Silvia Ey.

Auch wenn es lange keinen Geflügelpestausbruch im Land gegeben habe, müssten die Betriebe die Zeit nutzen und Lücken im Sicherheitsmanagement schließen, sagte Barbara Grabkowsky von der Universität Vechta. „Das Geflügelpestgeschehen von 2016/2017 darf sich nicht wiederholen.“ Damals seien Kosten im zweistelligen Millionenbereich entstanden. Die Wissenschaftlerin hat an sogenannten Risikoampeln für Geflügelpest und Afrikanische Schweinepest mitgearbeitet. Tierhalter können demnach im Internet zwischen 100 und 120 Fragen zur Sicherung des Betriebs, des Stalls und zu Arbeitsabläufen beantworten. Automatisch werde bewertet, wie stark jeder Aspekt das Risiko eines Geflügelpesteintrags verringert oder erhöht. Die Landwirte erhielten ein nach Ampelfarben visualisiertes Ergebnis ihrer Risikoklasse und konkrete Hinweise, wie ihr Risiko zu verringern wäre.

Dem Geflügelwirtschaftsverband Mecklenburg-Vorpommern gehören 121 Mitgliedsbetriebe an, die vor allem Hähnchen, Puten und Legehennen halten. Gegründet wurde er 1990 und berät seitdem die Geflügelwirtschaft im Land und vertritt diese in agrarpolitischen Fragen, bezieht Stellung für die Geflügelbetriebe bei den Landespolitikern und macht Vorschläge bei neuen oder sich ändernden Rechtsvorschriften. (dpa/mv/KP)

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