Corona-Politik

Leaders Club fordert klare und einheitliche Regeln

Beim 4. Leaders Club Online Exchange am vergangenen Donnerstag diskutierte das Netzwerk mit verschiedenen Branchen-Experten und den Teilnehmern die aktuelle Situation.

Montag, 22.11.2021, 13:56 Uhr, Autor: Martina Kalus
Bodo Janssen, Michael Kuriat und Mirko Silz. (Foto: © Leaders Club)

Bodo Janssen, Michael Kuriat und Mirko Silz. (Foto: © Leaders Club)

„Nie waren Austausch und Zusammenhalt wichtiger als heute!“, eröffnete Leaders Club-Präsident Michael Kuriat den 4. Online Exchange des Gastronomie-Netzwerks in der vergangenen Woche. Angesichts der bundesweit rasant steigenden Corona-Inzidenzen und der von der Politik beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie erwartet das Gastronomie-Netzwerk einen weiteren harten Winter für die Branche. Neben starken Umsatzeinbußen werde sich vor allem die ohnehin große Problematik fehlender Mitarbeiter*innen bei einem permanent drohenden Quasi-Lockdown durch 2Gplus weiter verschärfen, befürchtet der Vorstandsvorsitzende Frank Buchheister. Wege, mit dieser und anderen drängenden Herausforderungen umzugehen, erörterten rund 150 Teilnehmer beim Online Exchange mit dem Schwerpunkt auf Führung und Personalmanagement. Wichtigste Erkenntnis: „Wir müssen zusammenhalten und gemeinsam kämpfen!“

„Die Testpflichten und erneuten Einschränkungen für die Gastronomie und der aus lokalen Verordnungen entstehende Flickenteppich sind Gift für unsere Branche“, bringt es Kuriat auf den Punkt. „Das wirft uns massiv zurück. Wir brauchen endlich klare, nachvollziehbare Regelungen, mit denen die Gastronom*innen, unsere Gäste und vor allem die Mitarbeiter planen können.“ Sorge bereitet dem Leaders Club vor allem die erwartete Abwanderung der mühsam zurückgewonnenen Kräfte in Küche und Service, die angesichts der unübersichtlichen Situation die Hospitality-Branche weniger denn je als sicheres Arbeitsumfeld wahrnehmen. „Um sie zu halten, ist es dringend notwendig, dass die zugesagten Hilfen jetzt unbürokratisch und verlässlich fließen“, fordert Kuriat.

82 Prozent befürchten Abwanderung von Personal

Wie groß die Angst der Gastronomen derzeit ist, dass aufgrund der Corona-Maßnahmen Mitarbeiter endgültig in andere Branchen abwandern, zeigt eine Umfrage, an der sich mehr als 50 Unternehmer während des Online Exchanges beteiligten. 82 Prozent von ihnen befürchten, im Falle massiver Einschränkungen, Teile ihrer Teams zu verlieren. Der Befragung zufolge herrscht in der Branche außerdem Furcht vor der für Regionen mit hoher Hospitalisierungsrate beschlossenen 2Gplus-Regelung. „Diese komme einem Quasi-Lockdown gleich, da nur wenige Geimpfte und Genesene sich die Mühe machten, vor einem Restaurantbesuch einen Test zu machen“, zeigte sich Gastronomin und Leaders Club-Vorstand Kerstin Rapp-Schwan in der Diskussion mit der FDP-Politikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann überzeugt. Vor allem die Stornierungen von Weihnachtsfeiern und anderen Veranstaltungen belasten die Umsätze bereits jetzt erheblich. Umso wichtiger ist es der Branche, dass auch in diesem Fall Überbrückungshilfen und Kurzarbeitergeld gezahlt werden.

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