Arbeitszeitreform

Verbändebündnis fordert Wochenarbeitszeit

Mitarbeiterin in einem Hotel
Verbände aus Tourismus, Hotellerie und Gastronomie fordern mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung und setzen sich für eine Wochenarbeitszeit statt starrer Tagesgrenzen ein. (Foto: © New Africa/stock.adobe.com)
Mehr Flexibilität für Betriebe und Beschäftigte: 14 Wirtschafts- und Branchenverbände unterstützen bereits die Dehoga-Kampagne „Wochenarbeitszeit jetzt“. Gemeinsam fordern sie eine Reform des deutschen Arbeitszeitrechts im Sinne der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie.
Mittwoch, 03.06.2026, 13:39 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Nach Ansicht zahlreicher Wirtschafts- und Branchenverbände braucht Deutschland mehr Flexibilität bei der Arbeitszeitgestaltung. Deshalb unterstützen inzwischen bereits 14 Verbände die Initiative „Wochenarbeitszeit jetzt“, die ursprünglich vom Dehoga Bundesverband ins Leben gerufen wurde. Gemeinsam fordern sie eine Modernisierung des Arbeitszeitrechts im Sinne der Europäischen Arbeitszeitrichtlinie.

Ziel ist die Umstellung von einer täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit. Nach Angaben der Verbände soll dies Betrieben und Beschäftigten mehr Gestaltungsspielraum ermöglichen. Weitere Partner seien eingeladen, sich der Initiative anzuschließen.

„Insgesamt gilt es, die Möglichkeiten europäischer Regelungen zu nutzen, um die Wirtschaft zu stärken und zugleich den Wünschen vieler Mitarbeiter entgegenzukommen“, heißt es von dem Bündnis.

Reform im Koalitionsvertrag verankert

Die Verbände verweisen auf die wirtschaftlichen Herausforderungen in Deutschland. Steigende Kosten durch Inflation, Steuern und Abgaben sowie Bürokratie belasteten den Wirtschaftsstandort Deutschland.

Die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit sei bereits im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart. Nach Informationen des Bündnisses soll das Bundesarbeitsministerium noch vor der Sommerpause einen Gesetzentwurf einbringen.

„Nicht mehr Arbeit, sondern mehr Freiheit“

Im Mittelpunkt der Initiative steht nach Angaben der Initiatoren nicht eine Ausweitung der Arbeitszeit, sondern eine flexiblere Verteilung der Arbeitsstunden. „Arbeitgeber wie Arbeitnehmer machen deutlich, worum es geht: nicht mehr Arbeit, sondern mehr Freiheit bei der Verteilung von Arbeitszeit“, heißt es in einer Medienmitteilung des Bündnisses.

Aus Sicht der Verbände würde eine Wochenarbeitszeit sowohl bei Auftragsspitzen und Krisenintervention als auch bei der Vereinbarkeit von Familie, Ehrenamt, Pflege und Beruf helfen. Dies gelte sowohl für die mittelstandsgeprägte Tourismuswirtschaft wie Hotellerie und Gastronomie, Reisebüros und Veranstalter, aber auch für die Live-Kultur sowie die Veranstaltungs- und Messewirtschaft. 

„Arbeitszeitflexibilisierung kann Beschäftigten mehr Freiraum geben, Beruf, Familie und persönliche Lebenssituationen besser miteinander zu vereinbaren, erklärt Anke Budde, Präsidentin der asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V. „Im Tourismus brauchen wir Rahmenbedingungen, die den Bedürfnissen von Mitarbeitern und Unternehmen gleichermaßen gerecht werden.“

Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin vom Dehoga Bundesverband, ergänzt: „Das Gastgewerbe lebt von Flexibilität. Ob Frühstücksservice, Hochzeitsfeier oder saisonale Spitzen: Starre tägliche Höchstgrenzen passen weder zur betrieblichen Realität noch zu den Bedürfnissen vieler Beschäftigter.“

Tourismus- und Gastgewerbe unterstützen Initiative

Zu den Unterstützern gehören unter anderem der Dehoga Bundesverband, der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW), der Deutsche Reiseverband (DRV), der Hotelverband Deutschland (IHA), der Bundesverband der Deutschen Incoming-Unternehmen sowie weitere Verbände aus der Tourismus-, Veranstaltungs-, Messe- und Freizeitwirtschaft.

Das Bündnis erstreckt sich derzeit über folgende Verbände:

  • asr Allianz Selbständiger Reiseunternehmen – Bundesverband e.V.
  • AUMA – Verband der deutschen Messewirtschaft
  • BDKV Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungswirtschaft e.V.
  • Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland e.V. (BVCD)
  • Bundesverband der Deutschen Incoming-Unternehmen e.V.
  • Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft e.V. | BTW
  • Bundesverband deutscher Discotheken und Tanzbetriebe e.V. (BDT)
  • Deutscher Caravaning Handels-Verband e.V.
  • Deutscher Hotellerie- und Gastronomieverband e.V. (Dehoga Bundesverband)
  • DRV Deutscher Reiseverband e.V.
  • EVVC Europäischer Verband der Veranstaltungs-Centren e.V.
  • Hotelverband Deutschland (IHA) e.V.
  • LiveMusikKommission e.V. (LiveKomm)
  • Verband Deutsches Reisemanagement e.V. | VDR
  • VDVO – Verband der Veranstaltungsorganisatoren e.V. 

(Dehoga Bundesverband/SAKL)

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