Brand in der Therme Erding: Tipps für mehr Sicherheit in Großküchen
Ein Teil der Therme Erding ist am Karfreitag wegen eines Feuers zeitweise evakuiert worden. Wie die Polizei mitteilte, wurden Teile des Erlebnisbades in der Nähe von München nach einem Brand in einer Küche geschlossen.
57 Menschen wurden medizinisch wegen Verdachts auf eine Rauchgasvergiftung untersucht. „Eine weitere Person wurde vorsorglich in ein Krankenhaus eingeliefert“, hieß es. Den Angaben zufolge war in einem Gastronomiebereich Öl in Brand geraten.
„Etwa 700 Badegäste konnten in andere Abschnitte des Bades sowie einen Außenbereich wechseln“, teilte die Polizei weiter mit. Den Angaben zufolge konnte der Brand schnell von Mitarbeitern gelöscht werden. „Nach etwa einer Stunde konnte der durch die Feuerwehr entrauchte Bereich wieder betreten und der reguläre Betrieb aufgenommen werden.“
Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst seien mit etwa 110 Einsatzkräften vor Ort gewesen. Als Brandursache wird ersten Erkenntnissen zufolge ein technischer Defekt an einer Fritteuse vermutet.
Die Therme Erding teilte mit: „Die Mitarbeiter haben heute und auch die Rettungskräfte vor Ort einen tollen Job gemacht.“ Gäste seien in das Wellenbad und in die Therme gelassen worden, bei 14 Grad und Sonnenschein seien auch einige Gäste im Garten gewesen. „Der Schaden ist sehr gering, nur die Fritteuse ist vollkommen defekt“, hieß es.
Warum gerade Küchen besonders brandgefährdet sind
Der Vorfall in der Therme Erding zeigt ein zentrales Risiko in Großküchen: Küchen gelten als der gefährlichste Bereich in Gastronomiebetrieben, insbesondere durch den Umgang mit heißem Öl und Fett. Fettbrände können sich innerhalb von Sekunden entwickeln und gelten als häufigste Brandursache in der Gastronomie. Erhöht wird diese Gefahr oft dadurch, dass mit offener Flamme auf Gasherden gekocht wird.
Zusätzlich erhöht sich das Risiko durch Fettablagerungen in Lüftungen oder Abluftsystemen, die sich entzünden können.
Die häufigsten Arten von Brandherden in der Gastronomie und Hotellerie sind:
- Küchenbrände
- Technikbrände
- Einrichtungsbrände
Wie sich Restaurants und Großküchen schützen können
Um Brände zu vermeiden, kommt es vor allem auf konsequente Prävention im Küchenalltag an. Dazu gehört in erster Linie eine regelmäßige und gründliche Reinigung aller Arbeitsbereiche. Besonders wichtig ist dabei, Fett- und Ölreste vollständig zu entfernen – auch an schwer zugänglichen Stellen wie in Lüftungssystemen oder Abluftanlagen, wo sich Rückstände häufig ansammeln.
Ebenso entscheidend sind klare Arbeitsabläufe und eine strukturierte Organisation in der Küche. Ein sauberer und geordneter Arbeitsplatz reduziert das Risiko erheblich, dass sich entzündliche Stoffe unkontrolliert ansammeln oder überhitzen.
Ein weiterer zentraler Faktor ist das Risikobewusstsein der Mitarbeiter. Beschäftigte sollten regelmäßig für mögliche Brandgefahren sensibilisiert und entsprechend geschult werden. Gerade im hektischen Küchenbetrieb besteht die Gefahr, dass Sicherheitsregeln vernachlässigt werden – kontinuierliche Unterweisungen helfen, dem entgegenzuwirken.
Darüber hinaus spielt auch der Umgang mit Abfällen eine wichtige Rolle: Brennbares Material sollte konsequent reduziert und fachgerecht entsorgt werden, um zusätzliche Brandlasten zu vermeiden.
Auf einen Blick: Wichtige organisatorische und hygienische Maßnahmen, um Brände zu verhindern:
- Konsequente Reinigung: Fett- und Ölreste – auch in schwer zugänglichen Bereichen wie Lüftungsanlagen – müssen regelmäßig entfernt werden.
- Sauberes Arbeiten und klare Abläufe: Ordnung und strukturierte Prozesse reduzieren Brandrisiken.
- Sensibilisierung der Mitarbeiter: Ein hohes Risikobewusstsein ist entscheidend und muss regelmäßig aufgefrischt werden.
- Müllvermeidung: Brennbares Material sollte möglichst reduziert und korrekt entsorgt werden.
Technikbrände: Vorsicht bei Veranstaltungstechnik
Neben klassischen Fettbränden stellen auch Elektro- und Technikbrände ein erhebliches Risiko in der Gastronomie dar. Grundsätzlich kann jedes Gerät, das mit Strom oder Akku betrieben wird oder bei dessen Nutzung Funken entstehen, zur Brandquelle werden. Besonders kritisch sind Bereiche, in denen Veranstaltungstechnik eingesetzt wird. Solche Geräte laufen häufig über viele Stunden hinweg und können sich dabei stark erhitzen – was die Brandgefahr deutlich erhöht.
Als häufigste Ursache für Technikbrände gelten Kurzschlüsse, die grundsätzlich überall auftreten können, jedoch vor allem bei älteren Geräten ein erhöhtes Risiko darstellen. Umso wichtiger ist es, sämtliche technischen Geräte im Gastronomiebetrieb regelmäßig zu warten und auf ihre Sicherheit zu überprüfen.
Ein oft unterschätztes Risiko sind zudem offen liegende oder unzureichend gesicherte Kabel. Diese können mit der Zeit verstauben, wodurch im Zusammenspiel mit Funkenbildung sogar Staubexplosionen entstehen können – insbesondere in schwer zugänglichen Bereichen, in denen solche Gefahren lange unbemerkt bleiben. Daher gilt: Konsequente Sauberkeit und regelmäßige Reinigung sollten nicht nur in der Küche, sondern im gesamten Betrieb selbstverständlich sein.
Welche Feuerlöscher in der Gastronomie unverzichtbar sind
Neben präventiven Maßnahmen spielt auch die richtige Ausstattung eine zentrale Rolle im Brandschutz. In Gastronomie- und Hotelbetrieben sollten insbesondere Schaumfeuerlöscher und Fettbrandlöscher jederzeit griffbereit sein.
Schaumfeuerlöscher gelten als vielseitige Allrounder und eignen sich vor allem zur Erstbekämpfung von Bränden fester Stoffe. Darüber hinaus können sie auch bei brennenden Flüssigkeiten oder bei Stoffen eingesetzt werden, die sich unter Hitze verflüssigen – etwa Wachs, Kunststoffe oder Benzin. In gastronomischen Betrieben kommen sie daher nicht nur in Küchen, sondern auch in Gasträumen, Fluren, Garderoben oder Mitarbeiterräumen zum Einsatz. Sie sind für die Brandklassen A und B geeignet, beispielsweise bei Einrichtungsbränden.
Für Küchenbereiche ist jedoch ein anderes Löschmittel entscheidend: Fettbrandlöscher. Da die meisten Küchenbrände durch Fette und Öle entstehen, handelt es sich hierbei um Brände der Brandklasse F, die spezielle Löschmittel erfordern. Fettbrandlöscher enthalten einen speziellen Schaum, der das brennende Fett umschließt und dem Feuer den Sauerstoff entzieht. Sie sind die einzigen Löschgeräte, die für solche Brände zugelassen sind.
Zwar können Fettbrandlöscher auch bei Bränden der Klassen A und B eingesetzt werden, umgekehrt gilt dies jedoch nicht: Ein herkömmlicher Schaumfeuerlöscher ist für Fettbrände ungeeignet. Deshalb zählen Fettbrandlöscher zur Grundausstattung jeder gewerblichen Küche.
Ebenso wichtig wie die richtige Ausrüstung ist der sichere Umgang damit. Mitarbeiter sollten im Einsatz von Feuerlöschern geschult sein. Zudem müssen die Geräte regelmäßig gewartet werden. Üblicherweise erfolgt dies im Abstand von zwei Jahren, während das Löschmittel etwa alle sechs bis acht Jahre erneuert werden muss.
Richtiges Verhalten im Brandfall
Kommt es dennoch zu einem Brand, ist ein schnelles und besonnenes Handeln entscheidend. Oberste Priorität hat dabei immer der Schutz von Gästen und Mitarbeitern.
Zunächst gilt es, Ruhe zu bewahren und umgehend zu reagieren. Gefährdete Bereiche sollten schnell geräumt und Gäste geordnet in sichere Zonen oder ins Freie geleitet werden. Gleichzeitig sollte – sofern dies ohne Eigengefährdung möglich ist – versucht werden, den Brand frühzeitig einzudämmen.
Unabhängig davon muss umgehend die Feuerwehr alarmiert werden. Die Einsatzkräfte sollten anschließend bestmöglich unterstützt werden, etwa durch klare Informationen zur Lage vor Ort.
Gerade in gastronomischen Betrieben, in denen sich häufig viele Menschen gleichzeitig aufhalten, kann sich ein Brand schnell zu einer gefährlichen Situation entwickeln. Umso wichtiger sind funktionierende Abläufe und gut geschulte Teams im Ernstfall.
Auf einen Blick:
- Ruhe bewahren und sofort reagieren
- Gäste schnell und geordnet aus Gefahrenbereichen führen
- Brandherd möglichst früh bekämpfen, sofern dies gefahrlos möglich ist
- Feuerwehr alarmieren und Einsatzkräfte unterstützen
Konsequenter Brandschutz, geschultes Personal und klare Abläufe sind unerlässlich
Der Brand in der Therme Erding ging glimpflich aus – verdeutlicht aber einmal mehr, wie schnell sich ein solcher Zwischenfall in der Gastronomie entwickeln kann. Gerade Fettbrände und technische Defekte zählen zu den größten Risiken in Großküchen. Konsequenter Brandschutz, geschultes Personal und klare Abläufe sind daher unerlässlich, um Gäste und Mitarbeiter zu schützen.
PS: Interesse an einem Job bei der Therme Erding? In unserer HOGAPAGE Jobbörse finden Sie zahlreiche Stellenangebote.
(dpa/Brandwache 24/7/SAKL)