Innovationspreis der Josef Laufer Stiftung

Auszubildende entwickelt Konzept für Fine Dining mit Unverträglichkeiten

Sonja Suchomel und Amelie Weihrauch
Die Gewinnerinnen des Sonderpreises Innovation der Jahre 2026 und 2025: Sonja Suchomel und Amelie Weihrauch (Foto: © Josef Laufer Stiftung)
Fine Dining trotz Lebensmittelunverträglichkeiten: Eine Auszubildende aus dem Frankfurter Schuch Restaurant hat dafür ein Konzept entwickelt – und wurde nun mit dem Innovationspreis der Josef Laufer Stiftung ausgezeichnet.
Donnerstag, 12.03.2026, 10:38 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Die Idee ist so einfach, wie notwendig: rund 20 Prozent der Bevölkerung leidet unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit. Allergien, chronische Erkrankungen oder nur leichte Unverträglichkeiten nehmen zu. 

Die Gastronomie ist hierbei nur selten fachlich geschult und noch rarer sind konkrete Angebote für diese Zielgruppe. Damit gerät der Restaurantbesuch für viele zur Achterbahnfahrt: lange Erklärungen, Wünsche und Fragen nerven nicht nur den Service, sondern vor allem auch die Betroffenen. 

Sonja Suchomel
Mit ihren innovativen Ideen holt sich Sonja Suchomel den Sieg in drei Kategorein. (Foto: © Josef Laufer Stiftung)

Sonja Suchomel ist Hessens innovativster Azubi 

Die Auszubildende Sonja Suchomel vom Schuch Restaurant in Frankfurt will dem Abhilfe schaffen und macht deshalb Köche und Service fit für genau diese Herausforderungen. In ihrem erdachten Restaurant bietet sie Gerichte an, die sowohl Unverträglichkeiten berücksichtigen, aber – und das ist der angehenden Fachfrau für Restaurants und Veranstaltungsgastronomie am wichtigsten – auch den Ansprüchen des „Fine Dining“ genügen.

Für diese Idee wurde Sonja Suchomel jetzt mit dem Sonderpreis Innovation der Josef Laufer Stiftung geehrt. Im Rahmen der Hessischen Jugendmeisterschaften in der Darmstädter Motorenfabrik überreichte Stiftungsgründer Josef Laufer der 22-Jährigen die mit 1.000 Euro dotierte Auszeichnung. Sie wird ihr zukunftsweisendes Konzept bei einer von der Stiftung organisierten Veranstaltung noch in diesem Jahr demonstrieren. 

Josef Laufer Stiftung würdigt das Genuss-Konzept

Sonja Suchomel selbst lebt mit Zöliakie – einer chronischen Autoimmunkrankheit, die glutenfreie Ernährung erfordert – und kennt dadurch die Schwierigkeiten beim Essengehen aus eigener Erfahrung. 

Die Jury der Josef Laufer Stiftung würdigt das eingereichte Genuss-Konzept aufgrund der enormen Weitsicht, aber auch für den ehrgeizigen Ansatz, nicht nur die medizinischen Notwendigkeiten bei der Zubereitung anzuwenden, sondern zu beweisen, dass großer Genuss trotz Verzicht möglich ist.

„Wir sehen Sonja Suchomel als Pionierin nachhaltiger Gastronomie und möchten ihr mit dem Sonderpreis Mut machen, diesen Weg konsequent zu bestreiten“, lobt Stiftungsgründer Josef Laufer vom Rheingauer Weinhaus „Zum Krug“. „Auf dieser Basis könnten entsprechende Fortbildungen für alle Gastronomen, neue Ausbildungsinhalte in den Berufsschulen und ein verändertes Selbstverständnis in die Küchen des Landes einziehen.“ 

In seiner Laudatio wies Stiftungsmitglied HP Mayer auch auf die wirtschaftlichen Chancen der Idee hin. „Die Zielgruppe von rund 500.000 Menschen mit Zöliakie und die riesige Anzahl von Menschen mit weiteren Unverträglichkeiten, kann eine neue Gründergeneration in der Gastronomie befruchten.“ 

Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften

Sonja Suchomel gewann im Laufe des Ehrungsabends auch die Hessische Meisterschaft für Restaurant und Veranstaltungsgastronomie sowie die Teamwertung und qualifiziert sich damit auch für die Deutschen Meisterschaften der Gastronomen im Herbst in Mainz.

Die Josef Laufer Stiftung wird ihr und allen anderen Topplatzierten der Landesmeisterschaften mit einer weiteren Fortbildung bei der Vorbereitung auf diesen nächsten Wettkampf helfen. Ein weiterführendes Engagement, blickt Laufer in die Zukunft, bei den „Deutschen“ werde derzeit noch intern geprüft. 

(Josef Laufer Stiftung/SAKL)

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