Kostendruck

Dehoga veröffentlicht Jahresbilanz des Gastgewerbes in NRW

Der Dehoga hat die Bilanz des Gastgewerbes 2023 in NRW veröffentlciht. (Foto: © xartproduction/stock.adobe.com)
Das Gastgewerbe in NRW musste auch im Jahr 2023 mit einigen Herausforderungen fertig werden. (Foto: © xartproduction/stock.adobe.com)
Das Gastgewerbe kämpft weiterhin mit zahlreichen Herausforderungen. Dies verdeutlicht nun einmal mehr die Jahresbilanz des Gastgewerbes in NRW 2023 des Deutscher Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga.
Donnerstag, 22.02.2024, 12:01 Uhr, Autor: Christine Hintersdorf

Mit 15,0 Prozent realen Umsatzverlusten liegen Gastronomie und Hotellerie in NRW trotz Übernachtungsrekord mit den Umsätzen immer noch deutlich unter Vor-Corona-Niveau. Die Rückgänge bleiben seit Corona sehr hoch genauso wie der anhaltende Kostendruck.

Trotz Übernachtungsrekord bleiben Umsätze niedrig

Auch im vierten Jahr in Folge liegen die realen Umsätze im Gastgewerbe zwischen Aachen und Porta Westfalica mit 15,0 Prozent weiterhin deutlich unter denen von 2019.

Selbst im Vergleich zum Vorjahr 2022 büßten Gastronomen und Hoteliers nach Zahlen von IT NRW, dem Statistischen Landesamt in Nordrhein-Westfalen, real 0,2 Prozent ein.

„Die wirtschaftliche Lage bleibt trotz Übernachtungsrekorden insgesamt sehr angespannt, der Kosten- und Bürokratiedruck enorm. Die Mehrwertsteuererhöhung auf Speisen hat die Stimmung in der besonders gebeutelten Gastronomie noch einmal getrübt“, beschreibt Patrick Rothkopf, Präsident des Dehoga Nordrhein-Westfalen, die Lage der Branche.

2024 scheint Trend fort

Auch das Jahr 2024 ist mit Umsatzrückgängen gestartet. Nach einer bundesweiten Dehoga-Umfrage von Anfang Februar, fielen nach Einführung der 19 Prozent Mehrwertsteuer die nominalen Umsätze mit 7,2 Prozent im Januar 2024 niedriger aus als im Vergleich zum Vorjahresmonat 2023. 

Steigende Kosten in den Bereichen Personal, Lebensmitteln, Energie, zunehmende Bürokratie und die Erhöhung der Mehrwertsteuer bleiben vor dem Hintergrund einer steigenden Kostensensibilität der Gäste die akuten Herausforderungen in der Branche.

Forderungen an die Politik

Der Dehoga fordert von der Politik die Intensivierung der gemeinsamen Bemühungen zur Arbeits- und Fachkräftesicherung und vor allen Dingen die aktive Verbesserung der Rahmenbedingungen, um wirtschaftlicher arbeiten zu können.

„Die Änderung des Arbeitszeitgesetzes ist genauso überfällig wie die Abschaffung überflüssiger Dokumentations- und Berichtspflichten sowie eine verständlichere Behörden-Sprache. Es gibt Maßnahmen, die man auch bei leeren Kassen anpacken kann," meint Rothkopf.

„Darüber hinaus bleiben wir selbstverständlich bei unserer Forderung, den Mehrwertsteuersatz wieder auf sieben Prozent zu senken, damit jede Form des Essensverkaufs steuerlich wieder gleichbehandelt wird“, so Rothkopf abschließend.

(Dehoga/CHHI)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Die Biergartensaison startet am Osterwochenende. (Foto: © www.push2hit.de/stock.adobe.com)
Gute Aussichten
Gute Aussichten

Gastronomie rechnet mit gutem Start für Biergärten

Das Wetter verspricht in weiten Teilen Deutschlands zumindest ab Samstag frühlingshaft schön zu werden. Die Wirte mit Außenbestuhlung können also auf ein gutes Wochenende hoffen. 
Seit dem 1. Januar 2024 gilt in der Gastronomie auch für Speisen wieder der normale Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. (Foto: © picture alliance/dpa | Jens Kalaene)
Umfrage
Umfrage

Trotz regulärem Mehrwertsteuersatz ist die Lage nicht hoffnungslos

Seit Jahresbeginn müssen Gäste in Restaurants wieder den regulären Steuersatz zahlen. Eine Befragung in Rheinland-Pfalz zeigt deutliche Rückgänge bei Umsätzen und Gästezahlen, dennoch bleibt der Dehoga zuversichtlich.
Gastronomin bei der Abrechnung im Restaurant
Betriebsschließungen
Betriebsschließungen

Mehrwertsteuererhöhung: Dehoga befürchtet Insolvenzen in der Gastronomie

Seit dem 1. Januar gilt auf Speisen in der Gastronomie wieder der volle Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Das sorgt bei vielen Gastronomen nach wie vor für Unmut.
Dehoga-Bayern-Präsidentin Angela Inselkammer
Protest
Protest

Dehoga Bayern ist Teil der Aktionswoche „Ohne uns kein Essen“

Verschiedene Verbände schließen sich im Rahmen der Aktionswoche „Ohne uns kein Essen“ zusammen, um auf die Auswirkungen von geplanten Steuerhöhungen und Subventionsstreichungen aufmerksam zu machen. Auch der Dehoga Bayern ist mit dabei. 
Drei Frauen sitzen an einem Tisch im Restaurant und unterhalten sich.
Dehoga-Umfrage
Dehoga-Umfrage

Geschäftserwartungen im Gastgewerbe verbessern sich

Zum Ende der Winterzeit verbessert sich die wirtschaftliche Lage im Gastgewerbe. Wie eine aktuelle Umfrage des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes zeigt, gehen die Umsatzverluste in der Branche zurück. Es ist der beste Wert seit März 2020.
Dehoga-Präsident Guido Zöllick
Umsatzverluste im Gastgewerbe
Umsatzverluste im Gastgewerbe

Dehoga fordert Rettungspaket für die Branche

Angesichts der jüngsten Verschärfung der Schutzmaßnahmen fordert der Dehoga mehr Unterstützung für das Gastgewerbe. Unter anderem macht sich der Branchenverband für eine Verbesserung der Überbrückungshilfen sowie eine unbefristete Mehrwertsteuersenkung stark.
Interview das gefilmt wird
„Aufgetischt & Nachgefragt“
„Aufgetischt & Nachgefragt“

Spitzenkandidaten im Gespräch

Welche Wertschätzung bringen die Berliner Spitzenkandidaten dem Gastgewerbe entgegen? Wie stellen sie sich die Zusammenarbeit vor? Diese und weitere Fragen klären Christian Andresen, Dehoga Berlin, und Bernhard Moser, eat!berlin, in der Reihe „Aufgetischt & Nachgefragt“.
Strandkorb am Strand
Halbjahresbilanz
Halbjahresbilanz

„In Ferienregionen wächst die Zuversicht“

Im ersten Halbjahr 2021 fiel der Umsatzrückgang im Gastgewerbe erneut hoch aus. Gastronomische Betriebe durften schließlich erst im Mai wieder öffnen. Für Juli und August rechnet Dehoga-Präsident Guido Zöllick mit besseren Zahlen.