Personalmangel

Die Gastronomie in Sachsen-Anhalt braucht einen Imagewechsel

Café in der Fachwerkstadt Stolberg im Harz
Viele Gastronomiebetriebe in Sachsen-Anhalt legen immer mehr Ruhetage ein. (Foto: © picture alliance / Zoonar | Daniel Kühne)
Aufgrund des anhaltenden Personalmangels müssen Gastronomen in Sachsen-Anhalt immer häufiger Ruhetage einlegen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, ist ein umfassendes Umdenken erforderlich – insbesondere bei der Attraktivität der Gastronomieberufe und der Imagepflege der Branche.
Mittwoch, 31.07.2024, 10:37 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

„Es müssen sich grundsätzlich die Rahmenbedingungen ändern“, erklärte der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga), Michael Schmidt, auf Anfrage. 

Zur Entlastung der Betriebe wurde die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Corona-Zeit gesenkt. Zu Jahresbeginn wurde der Mehrwertsteuersatz aber wieder von 7 auf 19 Prozent angehoben. Seitdem kämpft die Gastronomiebranche mit erheblichen Effizienzproblemen. Zudem stellen die hohen Energie- und Lebensmittelkosten ein Problem für die langfristige Planung der Betriebe dar. 

Jobs im Gastronomiegewerbe müssen wieder attraktiver werden

Schmidt betonte weiter, dass das Dienstleistungsgewerbe in Deutschland ein erhebliches Imageproblem habe. Die Attraktivität der Jobs in der Gastronomie müsse wieder gesteigert werden.

Um dem schlechten Ruf entgegenzuwirken, hat die Investitions- und Marketinggesellschaft kürzlich in Zusammenarbeit mit dem Dehoga zwei Kooperationsabkommen abgeschlossen. Eines der Ziele ist es, Auszubildende aus Vietnam für das Gastgewerbe zu gewinnen.

Vor allem kleinere Unternehmen betroffen

Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten bestätigte, dass viele Hotels in Sachsen-Anhalt abends keine Küche mehr betreiben können, weil ihnen das Personal fehlt. „Restaurants öffnen mittags oder abends nicht mehr oder führen komplette Ruhetage ein“, sagte Gewerkschaftssekretär Torsten Crämer. Dies führe dazu, dass die hohen Kosten nicht mehr gedeckt werden könnten: „Man dreht sich im Kreis.“

Wenn die Jobs in der Gastronomie nicht attraktiver gestaltet würden, etwa durch Tarifverträge und höhere Löhne, käme es zukünftig zu immer mehr Betriebsschließungen, so Crämer. Besonders kleinere, ländliche Unternehmen seien hiervon betroffen.

(dpa/SAKL)

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