Fehlende Öffnungsperspektiven

Gastgeber protestieren mit „gedeckten Tischen“

ein gedeckter Tisch auf der Zugspitze
Deutschlandweit protestierten Hoteliers und Gastronomen für eine Öffnungsperspektive ihrer Betriebe, so z.B. Christian Bär, Vorsitzender der DEHOGA Bayern-Kreisstelle Garmisch-Partenkirchen, auf der Zugspitze. (© dehoga)
Deutschlandweit haben Gastgeber einen gedeckten Tisch bzw. ein gemachtes Bett als Protest aufgestellt, um auf die anhaltende Perspektivlosigkeit für die Branche aufmerksam zu machen.
Montag, 01.03.2021, 12:59 Uhr, Autor: Thomas Hack

Von der Nordsee bis auf die Zugspitze haben deutschlandweit Hoteliers und Gastronomen einen gedeckten Tisch bzw. ein gemachtes Bett als stillen Protest auf einen öffentlichen Platz aufgestellt, um auf die verzweifelte Situation der Betriebe und die momentane Perspektivlosigkeit aufmerksam zu machen. Mittlerweile ist die Branche seit März 2020 insgesamt sechs Monate geschlossen. Angela Inselkammer, Präsidentin des Dehoga Bayern, ließ dazu verlauten: „Die Maßstäbe und Inzidenzwerte, die für Öffnungen in anderen Branchen gelten, wie z. B. Einzelhandel oder auch Baumärkte, müssen auch für das Gastgewerbe gelten. Einen fortgesetzten Teil-Lockdown, also weitgehende Schließungen als „Dauerzustand“, während andere öffnen dürfen, akzeptieren wir nicht. Wenn vergleichbare Branchen wie der Einzelhandel wieder öffnen dürfen, muss es auch im Gastgewerbe wieder losgehen – und zwar so, dass die Betriebe wirtschaftlich arbeiten können.“

„Gastronomie und Hotellerie sind keine Pandemietreiber“

Die Betriebe des Gastgewerbes hätten dem Dehoga zufolge während der Sommer-Öffnungen 2020 bewiesen, dass ihre Hygienekonzepte funktionieren. Inselkammer sagte im Wortlaut: „Gastronomie und Hotellerie waren und sind keine Pandemietreiber! Dies hat auch erst vergangene Woche das RKI mit seinem „Control-Covid-Plan“ bestätigt. So ist das Ansteckungsrisiko gerade bei Zusammenkünften im Freien und in Hotels niedrig. Der „Teil-Lockdown“ ab November 2020 war daher keine Folge eines hohen Infektionsgeschehens im Gastgewerbe, sondern eine politische Entscheidung: Gastronomie, Hotellerie, Kultur und Sport wurden geschlossen, um Kontaktzahlen zu senken und anderen Branchen Öffnungen zu ermöglichen.“

Gastgewerbe nicht nachrangig behandeln

Inselkammer weiter: „Unabhängig vom fragwürdigen Ergebnis dieses „Teil-Lockdowns“ sagen wir: Das darf so nicht weitergehen! Eine Fortsetzung der Politik nach dem Motto „Ihr bleibt zu, damit andere öffnen können“ ist für die Unternehmer und Beschäftigten im Gastgewerbe inakzeptabel! Das Gastgewerbe darf bei der Entwicklung von Öffnungsperspektiven nicht nachrangig behandelt werden. Die Menschen, die im Hotel- und Gaststättengewerbe arbeiten und von ihrer Arbeit leben müssen, verdienen den gleichen Respekt und die gleiche Wertschätzung wie die Menschen in anderen Branchen. Wir haben verantwortbare Pläne für Öffnungsszenarien und erfolgreiche Schutzkonzepte erarbeitet.“

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