Marktanalyse

Gastro-Gründungen: Deutschland fällt zurück

Raum im Restaurant mit gedeckten Tischen
Restaurantgründungen in Deutschland: Bürokratie, Personal- und Energiekosten bremsen. Der MetroReport vergleicht 20 EU-Länder und Städte.(Foto: © Vershinin via Getty Images)
Hohe Energiekosten, bürokratische Hürden und Personalmangel erschweren Restaurantgründungen in Deutschland. Das zeigt der Restaurant Launch Report von Metro Marktplatz, der die Rahmenbedingungen in 20 EU-Ländern vergleicht. Im Gesamtranking erreicht Deutschland dennoch Platz sieben.
Mittwoch, 14.10.2026, 10:55 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Wer in Deutschland ein Restaurant eröffnen möchte, trifft auf einen grundsätzlich soliden Markt, muss aber verschiedene Hürden einkalkulieren. Vor allem aufwendige Gründungsprozesse, die angespannte Personalsituation und hohe Energiekosten können den Start erschweren. Zu diesem Ergebnis kommt der Restaurant Launch Report von MetroMarktplatz, der die Bedingungen für Gastronomiegründungen in 20 EU-Ländern untersucht.

Deutschland landet im Gesamtranking auf Platz sieben. Damit gehört der Markt laut Analyse zwar zum vorderen Feld, bietet Gründern jedoch nicht in allen Bereichen günstige Voraussetzungen.

Bürokratie und Energiekosten belasten Gründer

Besonders aufwendige Gründungsprozesse können dazu führen, dass neue Gastronomiekonzepte mehr Zeit und Ressourcen benötigen, bevor sie wirtschaftlich stabil laufen. Hinzu kommt die angespannte Personalsituation im Gastgewerbe.

Auch die laufenden Betriebskosten spielen eine wichtige Rolle. Laut Report liegt der Strompreis für gewerbliche Abnehmer in Deutschland bei rund 0,21 Euro pro Kilowattstunde. Die Preise für Lebensmittel und Getränke liegen demnach nur leicht über dem EU-Durchschnitt.

Für Gründer bedeutet diese Kombination, dass sie sowohl den Kapitalbedarf für die Eröffnung als auch die laufenden Kosten realistisch kalkulieren müssen. Gerade in der Anfangsphase können zusätzliche Ausgaben und Verzögerungen die Wirtschaftlichkeit eines Betriebs belasten.

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Solider Markt mit hoher Wettbewerbsdichte

Trotz dieser Herausforderungen verfügt Deutschland über eine große Gastronomielandschaft. Mehr als 140.000 Gastronomie- und Foodservice-Betriebe sind laut Report hierzulande aktiv. Die Wettbewerbsdichte liegt bei 1,7 Restaurants pro 1.000 Einwohner.

Der durchschnittliche Jahresumsatz pro Betrieb wird mit rund 460.000 Euro angegeben. Gleichzeitig geben die Deutschen laut Analyse jährlich etwa 1.220 Euro pro Kopf für Gastronomie aus. In Österreich liegt dieser Wert mit rund 3.270 Euro deutlich höher.

Zusätzliche Nachfrage entsteht durch den Tourismus. Dessen Ausgaben in Deutschland beziffert der Report auf rund 38 Milliarden Euro jährlich. Diese Nachfrage kann Gastronomiebetrieben zusätzliche Umsatzpotenziale eröffnen, ersetzt jedoch keine tragfähige lokale Nachfragebasis.

Martin Boschhuizen, leitender Country Manager Deutschland bei Metro Marktplatz, beschreibt die Ergebnisse als gemischtes Bild: Während Deutschland beim Wettbewerbs- und Immobilienumfeld vergleichsweise stabil abschneide, lägen Nachfrage und Kosten eher im Mittelfeld. Bürokratie und Personalsituation könnten die Umsetzung neuer Konzepte bremsen.

München vor Köln und Berlin

Neben dem Ländervergleich untersucht der Report die Standortbedingungen in Berlin, Köln und München. Dabei schneidet München insgesamt am besten ab.

In die Bewertung flossen vier Kriterien ein: Wettbewerbsintensität, Gewerbemieten, Voraussetzungen für Außengastronomie und lokale Kaufkraft. München profitiert laut Analyse insbesondere von einem günstigeren Wettbewerbsumfeld und guten Bedingungen für Außenflächen.

Tabelle Bürokratie-Analyse Metro Marktplatz
Griechenland, Irland und die Niederlande punkten mit effizienten Gründungsprozessen, während bürokratische Hürden in Deutschland, Österreich und Italien den Markteintritt erschweren. (Foto: © Metro Marktplatz)

Köln punktet dagegen vor allem beim Mietniveau. Berlin steht im Vergleich insbesondere bei den Gewerbemieten und den Rahmenbedingungen für Außengastronomie unter Druck.

Für Betreiber und Gründer zeigt der Städtevergleich, dass neben der allgemeinen Marktsituation auch die konkreten Standortbedingungen entscheidend sind. Selbst innerhalb Deutschlands können sich die Voraussetzungen für ein Gastronomiekonzept deutlich unterscheiden.

Spanien bietet laut Report die besten Bedingungen

Im europäischen Vergleich landet Spanien auf dem ersten Platz. Ausschlaggebend sind laut Analyse die starke Nachfrage durch lokale Konsumausgaben und den Tourismus sowie vergleichsweise günstige Kostenfaktoren. Die jährlichen touristischen Ausgaben beziffert der Report auf mehr als 98 Milliarden Euro.

Tschechien bildet das Schlusslicht des Rankings. Dort seien die Herausforderungen für Gastronomiegründungen und Expansion im untersuchten Ländervergleich besonders groß.

Der Restaurant Launch Report berücksichtigt neun Faktoren aus vier Bereichen: Umsatz und Nachfrage, Kosten und Margen, Gründung und Personal sowie Wettbewerb und Immobilien. Die Faktoren und Teilbereiche werden laut Methodik gleich gewichtet.

Die Ergebnisse dienen als Orientierung für die erste Marktbewertung. Eine individuelle Standortanalyse und Wirtschaftlichkeitsberechnung ersetzen sie nicht.

Hinweis zur Methodik: Der Restaurant Launch Report vergleicht 20 ausgewählte EU-Märkte anhand eines standardisierten Kriterien-Sets, um die Rahmenbedingungen für Restaurantgründungen vergleichbar zu machen. Berücksichtigt werden neun Faktoren in vier Teilbereichen: Umsatz & Nachfrage, Kosten & Margen, Gründung & Personal sowie Wettbewerb & Immobilien. Faktoren und Teilbereiche fließen gleich gewichtet in die Gesamtbewertung ein. Die Ergebnisse sind vergleichende Indikatoren und dienen als datenbasierte Orientierung. Sie ersetzen keine individuelle Standort- oder Wirtschaftlichkeitsprüfung.

(Metro Marktplatz/KAGI)

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