Einigung

Mega-Deal zwischen Unilever und McCormick steht

Unilever
Unilever verkauft sein Lebensmittelgeschäft an McCormick. (Foto: © JHVEPhoto/stock.adobe.com)
Die Verhandlungen sind abgeschlossen, der Deal steht: Unilever und McCormick sind zu einer Einigung gekommen. Das Lebensmittelgeschäft des Konsumgütergiganten wird mit dem US-Gewürzhersteller zusammengelegt. Der milliardenschwere Deal soll einen globalen Marktführer für Gewürze schaffen und den Konzern strategisch neu ausrichten.
Dienstag, 31.03.2026, 17:34 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Unilever und McCormick & Company haben ihre Verhandlungen beendet und eine Vereinbarung getroffen: Das Lebensmittelgeschäft von Unilever („Unilever Foods“) wird mit McCormick zusammengelegt. Die Transaktion bewertet den Geschäftsbereich mit rund 44,8 Milliarden US-Dollar.

Ziel ist es, zwei führende Unternehmen im Bereich Gewürze, Saucen und Würzmittel zu einem globalen Anbieter zu bündeln. Zum Portfolio des kombinierten Unternehmens zählen Marken wie McCormick, Knorr und Hellmann’s sowie wachstumsstarke Marken wie Cholula, Maille und Frank’s. Der gemeinsame Umsatz soll sich auf rund 20 Milliarden US-Dollar belaufen (basierend auf den Zahlen für das Geschäftsjahr 2025).

Fokus auf Wachstumsmärkte

Mit der Abspaltung des Lebensmittelgeschäfts richtet sich Unilever strategisch neu aus. Künftig will sich der Konzern auf die Bereiche Beauty, Wellbeing, Personal Care und Home Care konzentrieren. Diese gelten laut Unilever als wachstumsstärker und margenstärker.

„Für Unilever ist diese Transaktion ein weiterer entscheidender Schritt, um unser Portfolio zu schärfen und unsere Strategie hin zu wachstumsstarken Kategorien zu beschleunigen“, sagte CEO Fernando Fernandez.

In den vergangenen drei Jahren hat Unilever eine überdurchschnittliche Performance im Vergleich zum HPC-Sektor erzielt. Mit stärkerem Fokus soll dieses Modell künftig zusätzlichen Wert für die Aktionäre schaffen.

Milliardendeal mit klarer Struktur

Im Rahmen der Transaktion erhalten Unilever und seine Aktionäre eine anteilige Kombination aus stimmberechtigten und nicht stimmberechtigten McCormick-Aktien, entsprechend 65,0 % des vollständig verwässerten Eigenkapitals des neuen Unternehmens. Dies entspricht einem Wert von 29,1 Milliarden US-Dollar, basierend auf dem volumen­gewichteten durchschnittlichen Aktienkurs von McCormick in den letzten 30 Tagen von 57,84 US-Dollar.

Die Unilever-Aktionäre werden 55,1 % am vollständig verwässerten Eigenkapital des neuen Unternehmens halten. Unilever selbst wird einen Anteil von 9,9 % behalten. Mittelfristig, jedoch frühestens ein Jahr nach Abschluss, beabsichtigt Unilever nach eigenen Angaben, diesen Anteil schrittweise und geordnet zu veräußern. Die Aktionäre von McCormick werden 35,0 % am vollständig verwässerten Eigenkapital halten.

Zusätzlich erhält Unilever eine Barzahlung in Höhe von 15,7 Milliarden US-Dollar, vorbehaltlich bestimmter Anpassungen beim Abschluss. Diese Mittel sollen unter anderem einmalige Trennungs- und Steuerkosten ausgleichen, die Verschuldung auf etwa das Zweifache des EBITDA reduzieren und Aktienrückkäufe in Höhe von 6 Milliarden Euro im Zeitraum 2026 bis 2029 unterstützen.

Der Abschluss der Transaktion wird bis Mitte 2027 erwartet – vorbehaltlich der Zustimmung der McCormick-Aktionäre, der erforderlichen behördlichen Genehmigungen sowie weiterer üblicher Abschlussbedingungen. Zudem wird vor dem Abschluss eine Konsultation mit den Arbeitnehmervertretungen durchgeführt.

Synergien und Bewertung

Das kombinierte Unternehmen erwartet jährliche Kostensynergien von rund 600 Millionen US-Dollar (nach Abzug von Wachstumsinvestitionen), wobei der volle Effekt bis zum Ende des dritten Jahres erreicht werden soll. Zusätzliche Kosten- und Umsatzsynergien in Höhe von 100 Millionen US-Dollar sollen reinvestiert werden, um weiteres Wachstum zu fördern.

Die Transaktion soll als steuerlich effiziente „Reverse Morris Trust“-Struktur umgesetzt werden und ist so konzipiert, dass sie für Unilever und seine Aktionäre auf Ebene der US-Bundessteuern steuerfrei bleibt. Dadurch werden Teile der mit der Transaktion verbundenen Steuerkosten reduziert.

Führung und Hauptsitz

Nach Abschluss der Transaktion wird Brendan Foley den Posten des Chairman, President und Chief Executive Officer von McCormick übernehmen, während Marcos Gabriel als Executive Vice President und Chief Financial Officer fungieren wird. Führungskräfte aus beiden Unternehmen – McCormick und Unilever Foods – werden zentrale Leitungsfunktionen im neuen Unternehmen übernehmen. Zudem wird Unilever nach Abschluss vier der insgesamt zwölf Mitglieder des Verwaltungsrats des kombinierten Unternehmens ernennen.

McCormick wird seinen globalen Hauptsitz in Hunt Valley (Maryland, USA) beibehalten und zusätzlich einen internationalen Hauptsitz in den Niederlanden etablieren. Unilever Foods ist bereits seit Langem in den Niederlanden präsent, wo sich auch seine weltweit führenden Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten befinden, die seine tiefgehende Branchenexpertise unterstützen. Das Management von McCormick betrachtet diese Kompetenz als zentrale Stärke des kombinierten Unternehmens und beabsichtigt, diese bedeutende Präsenz in den Niederlanden beizubehalten.

McCormick wird weiterhin an der New York Stock Exchange gelistet bleiben und plant zusätzlich eine Zweitnotierung in Europa. Als Teil eines größeren, auf Geschmack spezialisierten Unternehmens sollen die Mitarbeiter beider Unternehmen erweiterte Möglichkeiten zur beruflichen Weiterentwicklung und Karriereentwicklung erhalten.

Einstimmige Genehmigung

Die Transaktion wurde von den Vorständen sowohl von McCormick als auch von Unilever einstimmig genehmigt. Der Abschluss wird bis Mitte 2027 erwartet, vorbehaltlich der Zustimmung der McCormick-Aktionäre, der erforderlichen behördlichen Genehmigungen sowie weiterer üblicher Abschlussbedingungen. Zudem wird vor dem Abschluss eine Konsultation mit den Arbeitnehmervertretungen durchgeführt.

Nach Abschluss der Transaktion wird erwartet, dass die Nettoverschuldung des kombinierten Unternehmens das Vierfache des EBITDA nicht überschreitet. Zudem soll das Unternehmen ein Investment-Grade-Rating beibehalten und die Verschuldung innerhalb von zwei Jahren auf das Dreifache des EBITDA reduzieren.

(Unilever/SAKL)

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