Neuer Report

Restaurants bewegen mehr als Umsatz

Gäste im Restaurant mit Servicekraft
OpenTables Restaurant Impact Report 2026 zeigt, wie Restaurants lokale Wirtschaft, Arbeitsplätze und Gemeinschaft stärken – und was Gäste dazu beitragen. (Foto: © alvarez vai Getyt Images)
Sie schaffen Arbeitsplätze, beleben Innenstädte und fördern soziale Kontakte- Restaurants sind weit mehr als Orte zum Essen. Dem ersten Restaurant Impact Report 2026 von OpenTable zufolge sind für 99 % der Befragten gastronomische Betriebe unverzichtbar für ihre Gemeinschaft.
Donnerstag, 22.10.2026, 11:12 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Restaurants sind ein wichtiger Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens und zugleich ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Das geht aus dem ersten deutschen Restaurant Impact Report 2026 von OpenTable hervor. Für die Untersuchung hat der Reservierungsanbieter die Bedeutung der Gastronomie für die lokale Wirtschaft, das Gemeinschaftsleben und das persönliche Wohlbefinden untersucht.

Demnach besucht rund ein Drittel der Befragten (33 %) mindestens einmal pro Woche ein Restaurant, eine Kneipe, eine Bar oder ein Café in der eigenen Umgebung. 99 Prozent halten diese Betriebe für unverzichtbar für ihre Gemeinschaft.

Auch die Entwicklung der Restaurantbesuche fällt positiv aus: Nach Angaben von OpenTable stieg die Zahl der Gäste, die über die Plattform reservierten und in deutschen Restaurants Platz nahmen, in den zwölf Monaten bis Ende Juni 2026 im Jahresvergleich um neun Prozent.

Restaurantbesuche lösen zusätzliche Ausgaben aus

Die wirtschaftliche Wirkung der Gastronomie reicht häufig über den Restaurantbesuch hinaus. Laut OpenTable geben 56 Prozent der befragten Gäste vor oder nach dem Essen auch bei anderen Betrieben in der Umgebung Geld aus – beispielsweise beim Einkaufen, im Kino oder in einer Bar. Im Durchschnitt belaufen sich diese zusätzlichen Ausgaben auf 119 Euro.

Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt bei jüngeren Gästen: 80 Prozent der Generation Z, die im Umfeld eines Restaurantbesuchs weitere Ausgaben tätigen, geben dabei durchschnittlich 150 Euro aus. Bei den Millennials sind es 64 Prozent mit zusätzlichen Ausgaben von durchschnittlich 122 Euro.

Mehr zum Thema

Auch die Beschäftigungswirkung ist erheblich. Laut dem Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) beschäftigt das Gastgewerbe in Deutschland rund 2,2 Millionen Menschen. 83 Prozent der von OpenTable befragten Restaurantbetreiber bestätigen zudem, dass ihre Betriebe eine wichtige Rolle für die lokale Wirtschaft spielen.

Marilena Körner, Head of Policy and Communications beim Bundesverband der Systemgastronomie (BdS), unterstreicht die Bedeutung der Branche: „Die Gastronomie schafft Arbeitsplätze, kurbelt die lokale Wirtschaft an und prägt das Gemeinschaftsleben und die Lebensqualität.“

Gastronomie stärkt Gemeinschaft und Wohlbefinden

Neben ihrer wirtschaftlichen Funktion erfüllen Restaurants auch eine wichtige soziale Aufgabe. 88 Prozent der befragten Gäste sind laut Report der Ansicht, dass lokale Restaurants, Kneipen und Cafés entscheidend zum Gemeinschaftsgefühl beitragen.

Für 40 Prozent sind diese Orte Gelegenheiten, Freundeskreis und Familie wiederzusehen. 30 Prozent verbinden Restaurantbesuche mit dem Feiern wichtiger persönlicher Ereignisse.

Auch das persönliche Wohlbefinden spielt eine Rolle: 85 Prozent der Befragten sagen, dass lokale Restaurantbesuche ihr persönliches und soziales Wohlbefinden steigern. Mehr als die Hälfte (58 %) würde nach eigenen Angaben wahrscheinlich gezielt einen Restaurantbesuch buchen, um die eigene Stimmung zu verbessern oder wieder Zeit mit anderen Menschen zu verbringen, wenn sie sich gestresst oder niedergeschlagen fühlt.

Thomas Bergmann, Director of Restaurant Sales & Services bei OpenTable Deutschland, sieht darin eine besondere Stärke der Gastronomie: Restaurantbesuche könnten Menschen in ein Stadtviertel bringen, zusätzliche Ausgaben bei umliegenden Betrieben auslösen und soziale Verbindungen schaffen.

Gutes Essen und freundlicher Service binden Gäste

Damit aus einem Besuch ein regelmäßiger Restaurantbesuch wird, zählen für die Gäste vor allem die Qualität des Angebots und die Gastfreundschaft. 72 Prozent nennen gutes Essen als einen Faktor, der ein Restaurant zum Favoriten macht. 70 Prozent legen Wert auf freundliches Personal.

Auch die persönliche Ansprache spielt eine wichtige Rolle. Laut der Befragung unter Beschäftigten in der Gastronomie kennen die Mitarbeiter in 70 Prozent der befragten Betriebe die üblichen Bestellungen ihrer Stammgäste. 61 Prozent begrüßen Stammgäste mit Namen.

Für Gastgeber bedeutet das: Neben der kulinarischen Qualität können persönliche Beziehungen und ein aufmerksamer Service entscheidend dazu beitragen, Gäste langfristig zu binden.

No-Shows bleiben eine Herausforderung für Restaurants

Gastfreundschaft beruht allerdings auf Gegenseitigkeit. Hinter einer Reservierung stehen betriebliche Planung und ein Tisch, der für einen Gast freigehalten wird. Bleibt dieser ohne Absage aus, kann das für den Betrieb wirtschaftliche Folgen haben.

Mehr zum Thema

78 Prozent der Befragten wissen laut OpenTable, dass sogenannte No-Shows Restaurants erheblich schaden können. Dennoch geben 26 Prozent an, im vergangenen Jahr mindestens einmal eine Reservierung nicht wahrgenommen zu haben, ohne abzusagen.

OpenTable appelliert deshalb an Gäste, Reservierungen bei geänderten Plänen rechtzeitig anzupassen oder zu stornieren. So könnten Restaurants frei werdende Tische anderen Gästen anbieten und ihre Kapazitäten besser nutzen. Der vollständige Restaurant Impact Report 2026 von OpenTable ist online abrufbar.

(OpenTable/KAGI)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Geschäftsreisender bekommt an Hotel-Rezeption ein iPad
SiteMinder-Studie
SiteMinder-Studie

Digitale Konnektivität bringt Milliarden-Umsatzpotenzial für deutsche Hotellerie

Eine aktuelle Studie von SiteMinder zeigt: Zwei Drittel der deutschen Hoteliers sind überzeugt, dass schneller arbeitende und nahtlos integrierte Systeme ihren Jahresumsatz um mindestens 6 Prozent steigern könnten. Für den deutschen Beherbergungsmarkt entspricht dies einem zusätzlichen Potenzial in Milliardenhöhe.
Zahlen mit Kartenterminal
Studie
Studie

Trinkgeldverhalten in Deutschland im Wandel

Im Vergleich zu Nachbarländern zeigt sich Deutschland am großzügigsten beim Trinkgeld – doch Inflation, technologische Entwicklungen und neue Erwartungshaltungen rütteln am eingespielten System.
Kellner serviert Mahlzeit im Restaurant
Ifo-Studie
Ifo-Studie

Gastronomie in Großstädten trotz Krisen im Aufschwung

In der Corona-Pandemie brachen die Umsätze in der Gastronomie ein. Inzwischen haben sie sich vielerorts wieder erholt – in einigen Großstädten teils sogar mehr als das. So das Ergebnis einer Studie des Ifo-Instituts.
junge Frau blickt ind er City auf ihr Handy bei TikTok
Social Media-Trend
Social Media-Trend

Lunch in my city: Wie KI Gastronomen sichtbarer macht

Ein Suchbegriff, eine Stadt, ein Video: Beim viralen TikTok-Trend „Lunch in my city“ überlassen Nutzer die Wahl ihres Mittagsrestaurants dem ersten angezeigten Clip. Für Gastronomen zeigt sich daran, wie wichtig digitale Sichtbarkeit und authentische Inhalte für die Gästegewinnung werden – und wie Künstliche Intelligenz dabei helfen kann.
Bowl mit Essen
Ernährungstrends
Ernährungstrends

Ernährungsstudie: Brandenburg vorn, Hamburg Schlusslicht

Wo ernähren sich die Menschen in Deutschland besonders gesund? Eine Umfrage unter 2.000 Erwachsenen sieht Brandenburg an der Spitze, während Hamburg im Bundesländervergleich den letzten Platz belegt. Unterschiede zeigen sich auch zwischen den Altersgruppen.
Familie mit Kindern an Hotelrezeption
Neue Studie
Neue Studie

Familienurlaub: Kinder wünschen sich weniger Programm

Eine neue Umfrage zeigt, dass sich viele Eltern unter Druck setzen, den perfekten Familienurlaub zu organisieren. Dabei stehen für Kinder offenbar vor allem einfache Dinge wie Spielen, Freiheit und gemeinsame Zeit im Mittelpunkt.
Touristin mit Kamera vor dem Brandenburger Tor
Wirtschaftsfaktor Tourismus
Wirtschaftsfaktor Tourismus

Tourismus in Brandenburg erzielt 5,5 Milliarden Euro Umsatz

Eine neue Studie beziffert den touristischen Bruttoumsatz im Land für 2025 auf rund 5,5 Milliarden Euro. Besonders stark profitiert das Gastgewerbe – doch auch Handel und Dienstleistungen ziehen Nutzen aus der Nachfrage.
Roboter mit Hotelicons
Studie
Studie

Hotels nutzen KI – doch bleibt der große Effekt aus?

Mehr als die Hälfte der Hotels setzt bereits generative KI ein oder bereitet deren Einsatz vor. Doch weniger als jedes zehnte Haus konnte damit den manuellen Arbeitsaufwand um mehr als 30 Prozent reduzieren. Das zeigt der aktuelle „State of Distribution 2026“ von NYU SPS, RateGain und HEDNA.
Chef im Restaurant mit KI Hilfe
Nestlé Zukunftsstudie
Nestlé Zukunftsstudie

Was steht 2040 auf der Speisekarte?

Kaffee ohne Kaffee? Neue Zutaten statt klassischer Rohstoffe? Und KI als digitaler Küchen- und Ernährungsberater? Die neue Nestlé Zukunftsstudie zeigt, wie sich das Essen der Zukunft verändern könnte – und damit auch die Angebote von Gastronomie und Hotellerie.