Systemgastronomie

Vapiano-Chef tritt zurück – Sanierungsplan läuft weiter

Er war erst ein Dreivierteljahr im Amt, trotzdem gab Cornelius Everke nun überraschend bekannt, Vapiano Ende August zu verlassen. Das Unternehmen will seine Strategie dennoch unbeirrt fortsetzen.

Montag, 19.08.2019, 09:47 Uhr, Autor: Kristina Presser
Cornelius Everke

Cornelius Everke hat jüngst seinen Rücktritt als Chef bei Vapiano bekanntgegeben. (Foto: © Vapiano)

Cornelius Everke hat jüngst seinen Rücktritt als Chef der Restaurantkette Vapiano für Ende August 2019 verkündet. Wie das Unternehmen mitteilte, gab Everke persönliche Gründe für diese Entscheidung an, die „hundertprozentig“ freiwillig geschehen sei. Everke war seit Mai 2018 Vorstandsmitglied und ab Dezember 2018 Vorstandsvorsitzender von Vapiano. Vor wenigen Wochen hatte er noch eine neue Strategie für das angeschlagene Unternehmen vorgestellt. Trotz des überraschenden Abgangs will Vapiano aber die Sanierung fortsetzen. Die jetzige Strategie werde sich nicht ändern, teilte die Kölner Firma auf Anfrage mit.

Schon seit längerem steckt die Restaurantkette tief in den roten Zahlen. Bei einem Umsatz von 372 Millionen Euro machte die Kette 2018 einen Verlust von 101 Millionen Euro. Grund war eine missratene Expansion. Everke wollte die Kette stabilisieren. Er setzte auf eine Verschlankung der Menükarte und verbesserte Arbeitsabläufe. Der Fokus sollte sich vor allem wieder auf die Profitabilität richten und weniger auf eine möglichst umfassende globale Marktpräsenz. „Wir müssen zurück zu den Wurzeln, also zur klassischen, ehrlichen italienischen Küche“, hatte Everke im Juni gesagt.

Endgültige Nachfolge noch offen

Wer Everke beerben wird, ist noch nicht geklärt. In der Vapiano-Mitteilung vom Sonntag heißt es, Everke sehe das Unternehmen „in der derzeitigen Phase des strategischen Übergangs gut aufgestellt“. Er sei zugleich aber zu der Erkenntnis gelangt, dass er seine Erfahrung und Kompetenz aus persönlichen Gründen „auf absehbare Zeit nicht im geplanten Umfang zum Wohle der Gesellschaft einbringen kann“. Aufsichtsratsvorsitzende Vanessa Hall soll das Unternehmen vorübergehend bis mindestens April 2020 führen. Die dauerhafte Nachfolge soll dann in einem „strukturierten Prozess“ gesucht werden.

Der Aufsichtsrat möchte am Dienstag in seiner turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung den Vertrag des Finanzchefs Lutz Scharpe für weitere drei Jahre bis Juni 2023 verlängern – Vapiano teilte mit, „Kontinuität auf der Position des Finanzvorstands“ zu wollen. Am Mittwoch wiederum steht die Hauptversammlung der Firma in Köln auf dem Programm – der Andrang wird groß sein, vor allem Kleinaktionäre dürften ihrem Ärger Luft machen. Die Vapiano-Aktie ist im Keller, seit dem Börsenstart 2017 hat sie mehr als 80 Prozent ihres Wertes verloren. Auch der Sanierungskurs von Everke konnte daran nichts ändern. Nach dessen Bekanntgabe ging die Talfahrt weiter. (dpa/KP)

 

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