Weihenstephaner am Platzl startet nach aufwendigem Umbau
Mit einem Schlag hatte es Wissenschaftsminister Markus Blume beim Anzapfen souverän bestätigt: Das Bier im Weihenstephaner am Platzl strömt nun wieder in die Gläser. Das Weihenstephaner am Platzl ist damit offiziell eröffnet. Zusammen mit Brauereidirektor Prof. Dr. Josef Schrädler und der Wirtsfamilie Zinner gab Blume am Dienstag den Startschuss für das neue Wirtshaus in Münchens guter Stube.
„Wir schreiben Münchner Wirtshausgeschichte“, sagte Markus Blume, der das Projekt von Beginn an begleitet hatte. „Die älteste Brauerei der Welt zieht ins neueste Wirtshaus der Stadt. Klar ist: Wirtshäuser gehören zur Seele des Freistaates. Unsere Staatsbrauerei Weihenstephan eröffnet ihr erstes Münchner Wirtshaus in bester Lage am Platzl – quasi im Wohnzimmer der Landeshauptstadt.“
Aus Umbau wurde Grundsanierung
Bis zur Eröffnung war eine fast einjährige Umbauphase notwendig. Ursprünglich war lediglich eine Neugestaltung der vorhandenen Gasträume vorgesehen.
„Am Anfang waren wir von einer Neugestaltung bestehender Gasträume ausgegangen, daraus wurde dann eine Grundsanierung des Gebäudes“, blickte Dr. Schrädler zurück.
Das Problem waren fehlende Bestandspläne der Gewerke gewesen, wodurch sich die Planungsphase verlängerte. Im September 2025 wurden schließlich die Wirte vorgestellt und der Umbau nahm Fahrt auf. Ein Jahr später nun endlich die Eröffnung.
„Wir wollten ein Stück vom Weihenstephaner Berg und dessen besonderer Atmosphäre nach München bringen. Ich hoffe, es ist uns gelungen“, sagt Dr. Schrädler.
Informationen zum Wirtshaus:
- 190 Innenplätze
- 64 Außenplätze
- Geöffnet ab 16.09.2026, 11.30 Uhr
- Mehrere Sitzbereiche: Gaststube, Salettl, Kuchltisch, Ministerstüberl, Außenbereich
Familie Zinner übernimmt die Gastronomie
Geführt wird das Wirtshaus von der Familie Zinner. Koch Sebastian Zinner übernimmt die Aufgabe gemeinsam mit seiner Frau Cornelia und seinem Bruder Ferdinand.
Bei der offiziellen Eröffnung sagte Sebastian Zinner: „Es macht uns wahnsinnig stolz, euch hier ab sofort bewirten zu dürfen.“
Kulinarisch soll das Konzept bayerische Wirtshauskultur mit einem modernen Twist verbinden. Auf der Speisekarte treffen nach Angaben der Betreiber klassische bayerische Gerichte auf internationale Einflüsse. Brauereidirektor Dr. Schrädler verwies dabei auf das Spannungsfeld von Tradition und Moderne, in dem sich die Brauerei bewege – mit den Zinners habe man dafür die perfekten Partner gefunden.
„Wenn ein Gastronom, ein Koch und eine Brauerin hier übernehmen, dann ist das einfach ein ‚perfect match‘“, betonte auch Blume.
Mit einem Augenzwinkern konnte er die Festgäste auch bezüglich der weiteren Ambitionen der Brauerei beruhigen: „Es gibt keine Absichten, nach Münchner Wasser zu bohren und auf die Wiesn zu drängen.“
Über die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan
Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan wurde 1040 als Klosterbrauerei der Benediktinermönche gegründet und wird heute als Staatsbetrieb nach privatwirtschaftlichen Maßstäben geführt. Mehr als 180 Mitarbeiter sind für die Brauerei tätig. Am Standort Weihenstephan verbindet das Unternehmen traditionelle Brauverfahren mit moderner Getränketechnologie. Da am historischen Brauereigelände keine weitere Expansion möglich war, wurde 2019 ein Logistikzentrum im Freisinger Gewerbegebiet Clemensänger eröffnet.
(Weihenstephaner/SAKL)