Frühlingserwachen

Wiener Schanigarten-Saison eröffnet

Kaffeesieder-Obmann Binder, WKW-Präsident Ruck und Bürgermeister Ludwig
Kaffeesieder-Obmann Binder (l.), WKW-Präsident Ruck (r.) und Bürgermeister Ludwig genießen die erste Kaffeepause im Schanigarten. (© WKW/Florian Wieser)
Rund 3.500 Gast- und Schanigärten gibt es in Wien. Nicht nur für die Wiener sind diese Institutionen eine Art „zweites Wohnzimmer“, auch touristisch haben sie eine große Bedeutung.
Dienstag, 02.04.2019, 10:00 Uhr, Autor: Clemens Kriegelstein

Wiens Bürgermeister Michael Ludwig, Kaffeesieder-Obmann Wolfgang Binder und Walter Ruck, Präsident der Wiener Wirtschaftskammer, haben dieser Tage im neuen Donaucafé am Fuße des Donauturms offiziell die Schanigarten-Saison eröffnet. Bei strahlendem Sonnenschein betonte Ludwig die Bedeutung der Schanigärten für die Stadt: „Für die Wiener nimmt der Gastgarten eine besonders wichtige Rolle ein. Unsere Kaffeehausbetriebe tragen mit ihren Schanigärten die Wiener Gemütlichkeit nach außen und prägen das Stadtbild auf einzigartige Weise.“ Walter Ruck fügte hinzu: „Der Wert des Gastgartens, der gerne liebevoll als ‚zweites Wohnzimmer im Freien‘ bezeichnet wird, ist enorm hoch. Und auch für den klassischen Wien-Touristen gehört der Genuss einer Melange in einem der über 3.500 Wiener Schanigärten einfach zum Programm dazu – das steht für das Wiener Lebensgefühl.“

Auch der Obmann der Wiener Kaffeehäuser Wolfgang Binder freut sich über die Vielfältigkeit des Schanigarten-Angebots: „Wir sind heute mitten im Grünen aber doch in der Großstadt, und solche Oasen gibt es sehr viele. Man findet sie sowohl im Zentrum, als auch in den äußeren Bezirken. Dies trägt enorm zur Lebensqualität der Bewohner bei. Mit dem Kaffeehaus ums Eck vom eigenen Wohnort beginnt oft eine Liebe, die für das ganze Leben bestehen bleibt.

Woher der Schanigarten seinen Namen hat
Im Unterschied zum Gastgarten befindet sich ein Schanigarten auf öffentlichem Grund. Woher der Schanigarten seinen Namen hat, darüber scheiden sich die Geister. Der populärsten Erklärung nach war Französisch im 18. und 19. Jahrhundert die Sprache der Oberschicht und manchem Namen wurde durch die Verwendung der entsprechenden französischen Version mehr Bedeutung verliehen. Aus dem Allerweltsnamen „Johann“ wurde so ein „Jean“, woraus der Wiener als Verkleinerungs- und Koseform den „Schani“ machte. Einst soll daher an einen Kaffeehauskellner im Frühling die Aufforderung ergangen sein „Schani, trag den Garten raus!“ – woraus der „Schanigarten“ entstand. Eher der Wahrheit dürfte indes die Erklärung entsprechen, dass im 18. Jahrhundert ein italienischer Kaffeehausbetreiber namens „Gianni Torrini“ als erster die Erlaubnis bekam, Tische und Stühle vor seinem Lokal aufzustellen. Die Gäste stürmten fortan „Giannis Garten“, der im Alltags-Sprachgebrauch bald zum „Schanigarten“ wurde.

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