HOGAPAGE-Interview

Zwei Sterne auf Anhieb für „the dune“: „Außergewöhnliche Orte schafft man durch Kontinuität“

Niclas Nußbaumer
Niclas Nußbaumer spricht im Interview über den schnellen Erfolg und die Positionierung des Restaurants „the dune“ als kulinarische Destination. (Foto: © Claudia Simchen Fotografie)
Nach nur sechs Monaten ist das Restaurant im The Florentin by Althoff Collection vom Guide Michelin mit gleich zwei Sternen ausgezeichnet worden. Im Interview mit HOGAPAGE spricht Küchenchef Niclas Nußbaumer über den schnellen Erfolg, steigende Erwartungen und die Bedeutung Frankfurts als Genussdestination.
Donnerstag, 09.07.2026, 11:18 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Herr Nußbaumer, the dune wurde nur kurze Zeit nach der Eröffnung mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet. Herzlichen Glückwunsch! Was bedeutet Ihnen und Ihrem Team diese Auszeichnung? 

Vielen Dank. Diese Auszeichnung bedeutet uns unglaublich viel. Sie ist vor allem eine Anerkennung für das gesamte Team, das seit der Eröffnung im Dezember 2025 mit großer Leidenschaft und einem enormen Einsatz an diesem Restaurant arbeitet. Zwei Michelin-Sterne nach nur rund einem halben Jahr sind alles andere als selbstverständlich. Sie bestätigen uns darin, dass unser gemeinsamer Weg und unsere klare Vorstellung von Küche und Gastlichkeit wahrgenommen werden. 

Zwei Sterne direkt zum Auftakt – das ist außergewöhnlich. Haben Sie mit dieser schnellen Anerkennung gerechnet?

Nein, damit rechnet man nicht. Natürlich arbeitet man jeden Tag mit höchstem Anspruch, aber eine Auszeichnung in dieser Größenordnung lässt sich nicht planen. Wir wollten vom ersten Tag an ein Restaurant schaffen, das eine klare Handschrift hat und unseren Gästen ein besonderes Erlebnis bietet. Dass dieser Weg so früh bestätigt wird, erfüllt uns mit großer Dankbarkeit.

Lea Rupp
Lea Rupp ist Gastgeberin im „the dune“ im The Florentin by Althoff Collection. (Foto: © Claudia Simchen Fotografie)

Was glauben Sie: Was hat letztlich den Ausschlag gegeben, dass the dune auf Anhieb mit zwei Michelin-Sternen ausgezeichnet wurde?

Wir wussten von Anfang an sehr klar, wofür the dune stehen soll: eine eigenständige Destination für außergewöhnliche Kulinarik zu schaffen. Dieses Verständnis von Destination Dining prägt unser gesamtes Konzept – von der Küche über den Service bis zur Atmosphäre. Im Mittelpunkt steht für uns immer das Produkt, dessen Charakter wir herausarbeiten, statt ihn zu überdecken. Gemeinsam mit Lea Rupp und unserem gesamten Team ist so ein Restaurant entstanden, in dem Küche, Gastlichkeit und Atmosphäre dieselbe Handschrift tragen. Ich denke, genau das spüren unsere Gäste – und wahrscheinlich auch der Guide Michelin.

Mit zwei Sternen kommen sicher auch neue Erwartungen der Gäste. Wie gehen Sie und Ihr Team damit um?

Der Anspruch hat sich durch die Auszeichnung eigentlich nicht verändert. Wir haben diese Leistung ja bereits vor der Verleihung jeden Abend erbracht, sonst hätten wir diese Anerkennung nicht erhalten. Natürlich kommen viele Gäste jetzt mit einer noch höheren Erwartung zu uns. Das sehen wir aber nicht als Druck, sondern als Bestätigung und Verantwortung zugleich. Für Lea Rupp und mich ist entscheidend, dass wir gemeinsam mit unserem Team jeden Tag weiter wachsen, uns ständig hinterfragen und jeden Abend ein kleines Stück besser werden. Genau diese Haltung hat uns hierhergebracht und sie wird auch in Zukunft unser Antrieb bleiben.

Was glauben Sie, wie sich die Auszeichnung jetzt auf Nachfrage, Wahrnehmung und Positionierung von the dune auswirken wird?

Wir freuen uns natürlich, dass dadurch noch mehr Menschen auf uns aufmerksam werden. Ich denke, wir werden künftig verstärkt Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland begrüßen dürfen. Gleichzeitig ist die Auszeichnung auch ein schönes Signal für Frankfurt. Die Stadt entwickelt sich gastronomisch auf einem sehr hohen Niveau und gewinnt als Destination für Genussreisende immer mehr an Bedeutung. Dass wir dazu einen Beitrag leisten können, freut uns besonders.

Anrichten eines Gerichts im "the dune"
Im „the dune“ steht laut Küchenchef Niclas Nußbaumer das Produkt im Mittelpunkt. Dessen Charakter solle herausgearbeitet, aber nicht überdeckt werden. (Foto: © lateef.photography)

Nach so einem erfolgreichen Start stellt sich natürlich die Frage: Wie hält man die kreative Spannung hoch, ohne sich von der Erwartungshaltung treiben zu lassen?

Unsere Motivation kommt aus der täglichen Arbeit in der Küche und dem Gastraum. Gute Ideen entstehen aus Neugier, aus Gesprächen im Team, aus großartigen Produkten und aus der Freude daran, Dinge immer weiter zu verfeinern. Wir hinterfragen unsere Gerichte ständig und entwickeln uns kontinuierlich weiter. Gleichzeitig versuchen wir bewusst, uns nicht von äußeren Erwartungen leiten zu lassen. Authentisch bleibt man nur, wenn man seinem eigenen Anspruch folgt.

Zum Abschluss: Welche Ziele haben Sie sich für die Zukunft gesetzt?

Unser Ziel ist es, the dune als kulinarische Destination zu etablieren. Dafür wollen wir jeden Tag aufs Neue mit unserer Haltung, unseren Werten und einer konstant hohen Leistung überzeugen. Ich glaube daran, dass man außergewöhnliche Orte nicht mit einem einzelnen Moment schafft, sondern durch Kontinuität. Genau daran arbeiten wir jeden Tag gemeinsam als Team.

Vielen Dank für das Gespräch, Herr Nußbaumer!

(SAKL)

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