Jubiläum

40 Jahre Schindlerhof und niemals Stillstand

V. l. n. r.: Nicole Kobjoll, Max, Klaus und Renate Kobjoll
V. l. n. r.: Nicole Kobjoll, Max, Klaus und Renate Kobjoll (Foto: © Sebastian Krappe)
Vor 40 Jahren eröffnete der vielfach ausgezeichnete Hotelier, Buchautor und Managementtrainer Klaus Kobjoll den Schindlerhof in Nürnberg. Es herrschte niemals Stillstand. Auch Tochter Nicole, die das Hoteldorf seit 2014 leitet, entwickelt das Unternehmen stetig weiter – und dabei sind längst nicht nur räumliche Neuerung gemeint.
Dienstag, 23.07.2024, 15:00 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Als Tagungs- und Lernort ist der Schindlerhof bundesweit bekannt. In der Region ist er durch sein Restaurant unvergESSlich mit seinem „Franken geht fremd“-Konzept eine feste Größe. Und für Nachwuchs in der Gastronomie und Hotellerie ist der Schindlerhof eine Top-Adresse als Ausbilder und Arbeitgeber, denn unternehmerisches Denken und Handeln wird hier gelebt und gelehrt.

In diesem Jahr feiert der Schindlerhof sein 40-jährige Jubiläum. Vor allem auf die Unabhängigkeit ist die Gastgeberfamilie Kobjoll bestehend aus Renate und Klaus Kobjoll als Gründer sowie Tochter Nicole stolz: „fearlessly und proudly independent“, heißt es in der „Spielkultur“, wie die Unternehmenskultur genannt wird. Dabei ist die Geschichte des Schindlerhofs voller mutiger Entscheidungen und spannender Begegnungen. 

Erfolgreiche Generationennachfolge und HumanStars

Klaus Kobjoll war viele Jahrzehnte nicht nur erfolgreicher und vielfach ausgezeichneter Hotelier, sondern auch gefragter Managementtrainer und Buchautor. Seine Fachbücher wurden in neun Sprachen übersetzt.

Tochter Nicole Kobjoll, die nach internationalen Stationen seit 2000 im Unternehmen ist und es seit 2014 leitet, hat eigene Akzente gesetzt, und zwar gleich zu Beginn. Um die Ernsthaftigkeit des Versprechens „ich halte mich raus“ des Vaters zu testen, setzte sie ihren Wunsch nach einem neuen Gebäudetrakt mit Gästezimmern im Ryokan-Stil mit Blick auf einen japanischen Garten um. Und das inmitten des Schindlerhofs.

Er hat es ausgehalten. Und Nicole Kobjoll hat das Haus weiterentwickelt und zuletzt erfolgreich durch die Corona Pandemie manövriert. In ihrem Buch „Fucking leadership“ teilt sie ihre Gedanken und Erfahrungen zum Thema Human Stars – so werden die Mitarbeiter im Schindlerhof genannt.

Wissen und Erfahrung weitergeben

Nicht selten „entsenden“ Hotelierfamilien ihren Nachwuchs zur Ausbildung in den Schindlerhof. Denn hier wird – ergänzend zum klassischen Azubi-Programm – in der hauseigenen Mitarbeiter-Akademie unternehmerisches Denken aus erster Hand weitergegeben. Vom vielfältigen Lernangebot, vermittelt durch Nicole und Klaus Kobjoll sowie durch externe Trainer, profitieren nicht nur die Einsteiger in das Gastro- und Hotelgeschäft.

 Im Unternehmen wird Transparenz bezüglich der betriebswirtschaftlichen Zahlen praktiziert, denn nur so kann wirkliche Verantwortung übernommen werden, lautet die Überzeugung von Nicole Kobjoll.

Ausgezeichnet: Sich mit den Besten messen

Warum sich der Schindlerhof immer wieder an Wettbewerben beteiligt? Schon der Bewerbungsprozess ist Ansporn für das gesamte Team. „Sich mit den Besten in Sachen Qualitätsmanagement, Servicequalität oder den Qualitäten als Arbeitgeber zu messen, weitet den Blick und motiviert ungemein“, erläutert Nicole Kobjoll.

Die Ergebnisse sind beeindruckend: Neunmal Auszeichnung als „bestes Tagungshotel“. Den Ludwig Erhard Preis für ganzheitliches Qualitätsmanagement und Business excellence wurde bislang viermal in den Schindlerhof geholt – zuletzt 2023. Top Service Deutschland oder Best Place to Work sind weitere Trophäen auf der langen Liste.

Stetige Weiterentwicklung

Im „Werdegang“ – ein Verbindungsgang zwischen zwei Tagungsgebäuden – wurde die Historie anlässlich des Jubiläums in Wort und Bild dokumentiert und lebendig nacherzählt. Es gibt eine Fülle von Bildern aus dem Archiv und kernige Zitate des Gründers Klaus Kobjoll.

Alles begann mit dem Landgasthof in Nürnberg-Boxdorf mit 200 Plätzen im Gasthof und 37 Gästezimmern. Durch sukzessive Zukäufe von Gebäuden und die Errichtung neuer Trakte entstand das heutige, vielfach ausgezeichnete Hoteldorf mit dem Tagungsrefugium denkART, 90 Gästezimmern, fünf Restaurantbereichen, dem bezaubernden Gastgarten und dem japanischen Garten.

Die letzte Erweiterung des Schindlerhof war der Ankauf einer Scheune des Nachbarn, der seine Landwirtschaft aufgegeben hat. Eine Halle für intuitives Bogenschießen – ein besonderer Programmpunkt in Team-Events – ist hier entstanden.

Sich und den eigenen Prinzipien treu bleiben

Im Schindlerhof gibt es eine Preisgarantie für die Hotelzimmer. Auch in Zeiten der Online-Buchungsplattformen und deren Rabatt-Aktionen steht der Schindlerhof zu seinem Versprechen: „Liebe Gäste und Freunde unseres Hauses! Wir garantieren Ihnen, dass niemand unsere Gastfreundschaft zu einem anderen Preis erhält als Sie!“. So steht es auf einem drei Tonnen schweren Stein im Eingangsbereich geschrieben – und was in Stein gemeißelt ist, das hat Bestand.

Das Jubiläum ist ein Anlass für eine Rückschau auf die Entwicklung des Schindlerhofs. Doch Nicole Kobjoll blickt noch viel lieber in die Zukunft. Neue Ideen, Herzlichkeit zu leben und den Schindlerhof als besonderen Ort für das Lernen und produktives Arbeiten, das Wohlfühlen und den Genuss weiterzuentwickeln, werden ihr nicht ausgehen.

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(Schindlerhof/SAKL)

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