Best-Practice

Bio-Berghotel Ifenblick geht mutig voran

Das Portal des Bio-Berghotel Ifenblick von Außen
Der Eingangsbereich des Bio-Berghotel Ifenblick. (Foto: © Bio-Berghotel Ifenblick)
Mit couragiertem Unternehmertum gehen zwei Frauen mit ihrem Hotel auch durch wirtschaftlich fordernde Zeiten. Trotz Umbauarbeiten öffnen sie ihr Haus und etablieren das Hotelhopping für bereitwillige Gäste.
Montag, 01.07.2024, 15:04 Uhr, Autor: Christine Hintersdorf

Die Schwestern Bianca Schießl und Nina Meyer sind das Gesicht des Bio-Berghotel Ifenblick in Balderschwang im Allgäu. Bianca ist Hotelchefin und Gastgeberin, Nina verantwortet alles, was mit Kulinarik zu tun hat.

Im Hintergrund unterstützt werden die beiden von Bruder und Bäckermeister Sebastian Meyer und Biancas Mann Peter Schießl, der sich als gelernter Bauingenieur in jeder Hinsicht um die „Hardware“ des Hotels kümmert – von der IT bis zum Umbau.  

Generationswechsel 

2014 hat Bianca den Betrieb von ihren Eltern übernommen. Oft stellt der Generationenwechsel ein Unternehmen vor Herausforderungen. Sind die Kinder bereit, zu übernehmen? Können die Eltern abgeben und loslassen? Werden sich die Geschwister einig? Schaffen es beide Generationen, Mut und Durchhaltevermögen für eine Neuausrichtung aufzubringen?

Im Bio-Berghotel Ifenblick hat das geklappt. 2002 hat schon Meyer Senior den Schwerpunkt auf Regionalität und die Förderung von Direktvermarktung gelegt. Bianca hat sich dann für eine „Entweder ganz oder gar nicht“-Philosophie entschieden: 2022 wurde das Bio-Berghotel Ifenblick von Bioland als 100-prozentiges Bio-Hotel mit dem Gold-Siegel zertifiziert. Ein klares Statement – auch, um sich vom Mitbewerb abzuheben.

Umbaupläne und Krisenbewältigung

Und der Erfolg gibt ihnen Recht: Nina wurde im September 2022 zu einer von nur 25 ausgezeichneten BIOSpitzenköchen Deutschlands ernannt und die Hotelauslastung war so gut, dass für das Jahr 2023 die Erweiterung des Hotels geplant wurde.

Die Umbaupläne beinhalten 17 zusätzliche Zimmer, einen neuen Wellnessbereich, ein Mitarbeiterhaus und eine eigene Backstube mit angeschlossenem Café für Bäckermeister Sebastian.

Die Herausforderungen der Branche gehen aber auch am Bio-Berghotel Ifenblick nicht vorbei. Gestiegene Kosten, fehlende Mitarbeiter, hoher bürokratischer Aufwand und strenge Auflagen lassen die Betriebe stöhnen.

Flexibilität als Problemlöser

Jammern sehen die Schwestern aber als Zeitverschwendung. Der Blick geht nach vorn und die Frage ist nicht „Was hätte getan werden müssen?“ oder „Wer ist womöglich schuld?“, sondern „Wer packt wo an, damit wir das Beste draus machen?“

Dass der Umbau nicht wie ursprünglich geplant im Herbst 2023 abgeschlossen werden konnte, durchkreuzte die Pläne zur Eröffnung eines vollständig renovierten Hotels zur Wintersaison 2023/24. Schnell wurde klar, dass im Sommer 2024 weitergebaut werden muss.

Vorzeitige Öffnung

Um die Sommersaison trotzdem nicht zu verpassen, eröffnet das Hotel bereits im August wieder – allerdings nur von Donnerstag bis Montag. So können an den Schließtagen die aufwändigsten und lärmintensivsten Bauarbeiten fortgeführt werden,

„Wir haben gesagt: Was ist eine Hotelchefin ohne ihr Hotel? Was ist eine Küchenchefin ohne ihr Team? und uns entschieden, ab August wieder zu öffnen“, so Nina Meyer. Eine längere Schließzeit hätte auch die erneute Freistellung der Mitarbeiter bedeutet.

„Das wollten wir unbedingt vermeiden“, betont Bianca Schießl. Denn die nachhaltige Philosophie des Hotels richtet sich nicht nur auf den Bio-Betrieb und umfassende Maßnahmen zum Umweltschutz, sondern auch sehr stark auf sozialverträgliches Handeln. Nicht umsonst ist ein Mitarbeiterhaus fester Bestandteil der Umbauplanung. 

Hotelhopping für die Gäste

Für diejenigen Gäste, die trotz allem eine ganze Woche die Berge genießen wollen, haben sich die Unternehmerinnen ebenfalls etwas einfallen lassen.

In Kooperation mit ihrer Cousine Kathi Metz, die im Brandnertal in Vorarlberg das Aktivresort Valavier betreibt, bekommen die Gäste die Möglichkeit zum Hotelhopping: drei Nächte im österreichischen Brandnertal und drei Nächte in den Allgäuer Alpen. Der Transfer zwischen den beiden Hotels wird auf Wunsch übernommen. 

(Bio-Berghotel Ifenblick/CHHI)

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