Bundeskartellamt prüft Übernahme mehrerer Revo-Hotels durch B&B Hotels
Die B&B Hotels planen offenbar den Erwerb von mehreren Hotelbetrieben aus dem Portfolio der insolventen Revo Hospitality Group. Das Bundeskartellamt führt unter dem Aktenzeichen B9-79/26 den Vorgang „B&B-Hotels Holding GmbH (D), Erwerb mehrerer Hotelbetriebe der Revo Hospitality Group in Deutschland“ in der aktuellen Liste der Zusammenschlussvorhaben auf.
Auf Anfrage von HOGAPAGE bestätigte das Bundeskartellamt den Vorgang. Demnach sei die Übernahme von neun Hotels der Revo Hospitality Group durch B&B Hotels angemeldet worden.
Welche Häuser konkret zu dem angemeldeten Zusammenschluss gehören, ist bislang nicht bekannt. Nach Angaben der Behörde könnten die Standorte im derzeitigen Stadium des Verfahrens noch Geschäftsgeheimnisse der beteiligten Unternehmen darstellen. Die B&B Hotels haben auf eine Nachfrage hierzu von HOGAPAGE bislang nicht reagiert.
Verfahren befindet sich in der Vorprüfung
Das Fusionskontrollverfahren befindet sich nach Angaben des Bundeskartellamts derzeit noch in der Vorprüfung. Für diese Phase sieht das Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen grundsätzlich eine Frist von einem Monat ab Eingang der vollständigen Anmeldung vor.
Auf der Internetseite des Bundeskartellamts ist der Vorgang zwar auf den 29. Juli 2026 datiert, dabei ist jedoch zu beachten, dass hier nur der Tag der ersten Anmeldung veröffentlicht wird, der aufgrund des Vollständigkeitskriteriums nicht zwingend den Fristbeginn kennzeichnet. Entscheidend ist, wann der Behörde alle für die Prüfung erforderlichen Angaben vollständig vorliegen.
Kann ein Zusammenschlussvorhaben am Ende des Vorprüfverfahrens nicht freigegeben werden, weil weitere Ermittlungen erforderlich sind oder wettbewerbliche Bedenken bestehen, kann das Bundeskartellamt ein Hauptprüfverfahren einleiten. Dafür stehen der Behörde vier weitere Monate zur Verfügung.
Wann die geplante Übernahme vollzogen werden könnte und wie B&B Hotels die Häuser künftig betreiben will, ist somit noch offen.
Die Revo Hospitality Group hatte im Januar 2026 für rund 140 Gesellschaften Insolvenz in Eigenverwaltung angemeldet. In Deutschland und Österreich waren zunächst rund 125 Hotelbetriebe mit etwa 5.500 Mitarbeitern betroffen.
In den darauffolgenden Tagen kamen jedoch weitere Gesellschaften hinzu. Anfang April wurden die Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung für insgesamt 175 Hotels eröffnet. Der Betrieb der Häuser lief nach Angaben des Unternehmens zu diesem Zeitpunkt weiterhin stabil.
Im Juni wurde bekannt, dass das Portfolio aufgeteilt werden soll. Fünf internationale Hotelgruppen und Investoren wollten demnach rund 120 Häuser übernehmen. Weitere 45 Hotels waren zu diesem Zeitpunkt bereits verkauft worden; für weitere zehn Standorte wurde noch nach einer Lösung gesucht.
Mehrere Betreiber übernehmen Revo-Häuser
Inzwischen wurden mehrere Transaktionen öffentlich. Motel One übernahm zwei zuvor unter den Marken ibis Styles und Adagio Access geführte Häuser in Kiel. Sunday Hotels bestätigte im Juli die Aufnahme von 24 ehemaligen Revo-Standorten in Deutschland. Die Häuser waren zuvor unter den Marken Accor, Wyndham und H+ betrieben worden.
Auch Brown Hotels plant den Erwerb von fünf Häusern. Primestar übernahm das frühere Townhouse Berlin, während The Chocolate on the Pillow Group inzwischen drei Objekte aus dem ehemaligen Revo-Bestand in ihr Portfolio integriert.
Mit der beim Bundeskartellamt angemeldeten Transaktion könnte B&B Hotels nun als weiterer Erwerber bei der Neuordnung des Revo-Portfolios hinzukommen.
(Bundeskartellamt/SAKL)