Berlin

CDU-Abgeordnete: „Konzept des Quarantäne-Hotels gescheitert“

Das komplett vom Berliner Senat angemietete Quarantäne-Hotel in Neukölln ist offensichtlich bisher kaum belegt. Die CDU-Abgeordnete Emine Demirbüken-Wegner spricht von einem gescheiterten Konzept.

Donnerstag, 21.01.2021, 10:55 Uhr, Autor: Thomas Hack
Emine Demirbüken-Wegner

Die Staatssekretärin für Gesundheit, Emine Demirbüken-Wegner (CDU). (©picture alliance / ZB | Britta Pedersen)

Wie Senat und Bezirk der deutschen Hauptstadt mitteilen, ist das sogenannte Quarantäne-Hotel in Berlin-Neukölln bislang kaum belegt gewesen. Seit Mitte November wären in dem Gästehaus in der Jahnstraße elf Menschen untergebracht worden, ließ dieser Tage ein Sprecher des Bezirksamtes dazu verlauten. Der Grund für die geringe Auslastung sei offensichtlich, dass die häusliche Quarantäne Vorrang habe. Es habe bislang noch nicht so viele Fälle gegeben, in denen eine Unterbringung im Hotel nötig gewesen wäre. Zudem sei das Angebot freiwillig.

Berliner Senat mietet sämtliche 57 Zimmer

Der Berliner Senat teilte auf eine Anfrage der CDU-Abgeordneten Emine Demirbüken-Wegner mit, er würde sämtliche 57 Zimmer des Hotels für die Unterbringung mieten, wobei die Kosten pro Zimmer unabhängig der Belegung 55 Euro betragen würden – was pro Tag insgesamt 3135 Euro entspricht. Für jeden untergebrachten Gast würden noch zusätzliche Kosten für Frühstück, Abendessen und Mittagessen berechnet. Nach Angaben des Senats seien in dieser zentralen Unterbringung für alle Bezirke seit Mitte November maximal zwei Zimmer zeitgleich belegt gewesen.

„Kosten und Nutzen in keinem Verhältnis“

Demirbüken-Wegner bezeichnete das Konzept des Quarantänehotels als „gescheitert“. „Kosten und Nutzen stehen in keinem Verhältnis“, so die CDU-Politikerin. Sie forderte eine bessere Belegung oder die Maßnahme einzustellen. Nach Angaben des Bezirksamtssprechers sei die Maßnahme bis Ende März verlängert worden. In den vergangenen Wochen sei eine steigende Belegung registriert worden. Es werde deshalb erwartet, dass die Belegung weiter steigt. Ob das so zutrifft, müsse sich aber zeigen. (lbn/TH)

 

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