Expansion

Honestis ist weiter auf Wachstumskurs

Dirk Iserlohe
Aufsichtsratschef Dirk Iserlohe (Foto: © Honestis AG)
Die Honestis AG, zu der auch die Kölner Dorint Hotelgruppe gehört, setzt ihr kontrolliertes Wachstum kontinuierlich fort. Dorint soll in den kommenden Jahren um acht Hotels erweitert werden und auch die anderen Tochtergesellschaften sind gut aufgestellt. 
Donnerstag, 05.10.2023, 13:04 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Die Kölner Honestis AG hat nach der Coronakrise ihren Fokus weiter auf nachhaltiges Wachstum gerichtet. Alle Tochtergesellschaften sind den aktuellen Rahmenbedingungen angepasst worden. Sämtliche Geschäftsbereiche sollen gestärkt werden.

Der kämpferische Hotelier

Unabhängig von der bereits eingeleiteten, kontrollierten Wachstumsphase der Dorint Gruppe, kämpft Aufsichtsratschef Dirk Iserlohe in Hinblick auf die wirtschaftlich teilweise verheerenden Auswirkungen der Coronakrise, noch immer leidenschaftlich für die Gleichstellung der kleineren und mittleren Unternehmen (GMUs) vor den Gerichten und in den Medien.

Selbst wenn diese Phase für viele in Vergessenheit geraten sein mag, spielt es für Iserlohe nach wie vor keine Rolle, ob ein Unternehmer ein oder 60 Hotels betreibt. Alle müssen gleichgestellt werden.

Vor Kurzem gab es einen Teilerfolg: Die Klagen auf Gleichstellung und Schadensersatz, die in 14 Bundesländern anhängig sind, bewegen sich langsam durch die Instanzen. Eine von ihnen hat nun den Bundesgerichtshof erreicht. Dieser hat angekündigt, die Nicht-Zulassungsbeschwerde zuzulassen. Nun hoffen Iserlohe und seine Anwälte, dass der BGH im Sinne des Bundesverfassungsgerichts entscheidet, dass Einzelpersonen nicht benachteiligt werden dürfen – sei es durch staatliche Beihilfen oder die Pflicht zur Kompensation der Corona-Schäden. 

Kontrolliertes Wachstum

Parallel zu diesem Kampf für Gleichstellung haben Dorint Geschäftsführer Jörg T. Böckeler (CEO) und Bettina Schütt (COO) seit Ende der Pandemie alles getan, um das wiederangesprungene Geschäft weiter anzukurbeln, bei gleichzeitig – aufgrund der Inflationsgefahr – straffem Kostenmanagement.  

Der Umsatz ist in vielen Dorint Hotels bereits wieder auf Vor-Corona-Niveau, teils sogar darüber. Vorstand und Aufsichtsrat gehen davon aus, dass im Wirtschaftsjahr 23 voraussichtlich die Umsatzmarke von 300 Millionen Euro erneut überschritten wird. Prognose: 320 Millionen Euro.

Die durchschnittliche Belegung ist auf ca. 61 Prozent gestiegen und der durchschnittliche Zimmerpreis beträgt knapp 130 Euro (netto). In der Gruppe wird daher an der Strategie der kontinuierlichen und kontrollierten Expansion zur Konsolidierung des Konzerns festgehalten.

„Jedes weitere Hotel der Gruppe trägt zur größeren Sichtbarkeit der Marken und der Destinationen bei – und so auch zu mehr Umsatz", erklärt Dirk Iserlohe. „Allerdings ist Wachstum derzeit fast ausschließlich durch lukrative Übernahmen möglich. Das Verhältnis von Übernahmen zu Neubauten liegt bei 10:1. Neubauten sind heutzutage schwer zu kalkulieren. Allein die damit verbundenen Fragen des Baurechts, der ESG-Faktoren und der Kosten machen das deutlich. In Deutschland benötigt man durchschnittlich sechs Jahre von der Idee bis zur Begrüßung des ersten Gastes. Angesichts sich rasch ändernder Marktbedingungen wird deutlich, dass Planungen schnell Makulatur werden", fügt Iserlohe hinzu.

Die letzten Akquisitionen waren allesamt Übernahmen, wie zum Beispiel das ehemalige Steigenberger Hotel in Jena. Dieses wird Dorint im ersten Quartal 2024 vollständig renovieren und von der Wealthcap verwalten lassen, erklärt Jörg T. Böckeler. Das Unternehmen bietet vorwiegend Pacht- und Franchise-Verträge in verschiedenen Varianten an.

Derzeit befinden sich acht Häuser unter der Traditionsmarke „Dorint Hotels & Resorts“ und der jungen Lifestyle-Marke „Essential by Dorint" in der Pipeline, berichtet CEO Jörg T. Böckeler, der auch für die Entwicklung der Dorint Hospitality & Innovation GmbH verantwortlich ist. Darunter befinden sich auch drei Top-Standorte in der Schweiz, die im Rahmen eines „Multi-Franchise-Agreements“ mit Helvetic Hotels & Resorts unter den Marken Dorint Hotels & Resorts bzw. Essential by Dorint gebrandet werden. 

Acht neue Hotels

Die DHI Dorint Hospitality & Innovation (Dorint Hotelgruppe) betreibt derzeit 57 Hotels & Resorts in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Weitere acht Standorte befinden sich im Bau oder in konkreter Planung. Anlässlich der Exo Real 2023 in München bestätigt Dorint Aufsichtsratschef Dirk Iserlohe das kontrollierte Wachstum und stellt die neuen Standorte vor.

Ab Januar des kommenden Jahres sollen folgende „Full-Service-Hotels“ eröffnet werden: Den Auftakt macht im Januar zunächst das Dorint Hotel Esplanade Jena (Übernahme von Steigenberger, 140 Zimmer), gefolgt vom Essential by Dorint Interlaken im April 2024 (94 Zimmer) und dem Dorint Resort & Spa Locarno/Riazzino im August 2024 (72 Zimmer).

Anfang 2025 werden voraussichtlich das Essential by Dorint Düsseldorf (137 Zimmer) und das Dorint Hotel Frankfurt/Hochheim (114 Zimmer) mit der Boris Becker Tennisakademie in Betrieb genommen. Für das zweite Quartal 2025 ist die Eröffnung des Dorint Seehotel & Resort Klink Müritz (247 Zimmer) vorgesehen.

Im Frühjahr 2026 sind die Neueröffnungen des Essential by Dorint Altenrhein (ca. 130 Zimmer) und der Hotellegende „Schloss Lerbach“ als Dorint Schloss Lerbach Bergisch Gladbach (125 Zimmer) geplant. „Ab 2026 werden wir somit insgesamt 65 Hotels an strategisch wichtigen Standorten für die Dorint-Gruppe betreiben“, ist Jörg T. Böckeler überzeugt. „Dennoch halten wir weiterhin Ausschau nach einzigartigen Destinationen für unsere 2019 gegründete Marke ‚Hommage Luxury Hotels Collection‘." 

Die Entwicklungsabteilung prüft derzeit insgesamt 19 Standorte in der DACH-Region, die überwiegend Übernahmen wären. Hier liegt der Fokus ebenfalls auf der Schweiz. Bis 2028 plant die Kölner Dorint Hotelgruppe, mit allen drei Marken auf rund 100 Häuser zu wachsen.

Die Dorint Gruppe bleibt bei ihrer Strategie, bei allen drei Marken und an allen Standorten ein Full-Service-Versprechen abzugeben. Digitalisierung und Nachhaltigkeit spielen bei der zukünftigen Entwicklung eine wichtige Rolle. 

Honasset mit neuem Projekt in Jülich

Honasset hat zum Jahreswechsel 2022/23 erfolgreich die Immobilientransaktion des Seniorenzentrums in Chemnitz abgeschlossen. Sie konzentriert sich nun auf die Projektierung und Entwicklung des Stadtteilzentrums Schwanenquartier in der Technologiestadt Jülich.

Jülich ist in Deutschland bekannt für moderne Technologien im Bereich der Nachhaltigkeit. Gegenüber dem Rathaus ist das Gewerbeprojekt mit voraussichtlich einem Dorint Hotel (130 Zimmer), einem SB-Warenhaus auf 4.500 m², einer Seniorenresidenz mit 80 Plätzen, einer Sparkassenfiliale sowie Büros mit ca. 800 m² und 170 Stellplätzen geplant.

Die Entwicklung des Quartiers steht unter strengen Auflagen der Nachhaltigkeit. Derzeit befindet sich die Stadt in der notwendigen Phase der Aufstellung eines Bebauungsplans. Baurecht wird für das II. Quartal 2024 erwartet.   

Auch der Verkauf von Assets der Unternehmensgruppe steht für Honasset in diesem Jahr wieder im Vordergrund. Zwei Hotels der Gruppe sollen den Investor wechseln. „Auch in diesen nicht einfachen Zeiten ist die Immobilienklasse als Asset gefragt“, so Thorsten Bauschmann, COO von Honasset. 

Konzerntochter CMde bereit für neue Herausforderungen

Die CMde Centermanager und Immobilien GmbH hat während der Pandemie den Halleschen Einkaufspark (HEP) vollständig restrukturiert. Frank Röhlings, CEO von CMde Centermanager und Immobilien, ist stolz auf die Neuvermietung von ca. 24.000 m2 und der somit vollständigen Revitalisierung und Modernisierung des Halleschen Einkaufsparks (HEP).

Das Medium „Du bist Halle“ schreibt: „Repositioning, Re-Letting und Refurbishment – so lauteten zum Jahreswechsel 2019/20 die ambitionierten Aufgabenstellungen der Einkaufspark Halle-Bruckdorf GmbH & Co. KG, die den Halleschen Einkaufspark (kurz HEP) vor über 25 Jahren erwarb. Mit der Planung und Umsetzung der Neuaufstellung des Einkaufszentrums ist die CMde Centermanager und Immobilien beauftragt“.

„Nun ist der Auftrag abgeschlossen und der Alltag der stets herausfordernden Weiterentwicklung hat begonnen“, so der geschäftsführende Gesellschafter von CMde Centermanager und Immobilien, Frank Röhlings. „Im HEP ist die enge Verzahnung unserer Kompetenzen Centermanagement, Vermietung und Architektur einmal mehr gelungen. Wir sind bereit für weitere Herausforderungen in Deutschland“, führt Röhlings weiter aus. 

PS: Interesse an einem Job bei der Dorint Gruppe? In unserer HOGAPAGE-Jobbörse finden Sie zahlreiche Stellenangebote. 

(Honestis/SAKL)

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