Luxus läuft besser als Economy
Accor hat im dritten Quartal 2026 ein Wachstum beim Umsatz pro verfügbarem Zimmer (RevPAR) verzeichnet. Besonders stark entwickelte sich das Luxus- und Lifestyle-Geschäft. Für Hotelbetreiber liefert die Quartalsbilanz damit Einblicke in die unterschiedliche Nachfrageentwicklung nach Segmenten und Märkten.
Luxus- und Lifestyle-Hotels legen deutlich zu
Im Luxus- und Lifestyle-Segment stieg der RevPAR gegenüber dem Vorjahresquartal um 8,3 Prozent. Die Entwicklung wurde vor allem durch höhere durchschnittliche Zimmerpreise getragen. Im klassischen Luxusbereich lag das Plus bei 8,9 Prozent, im Lifestyle-Segment bei 7,1 Prozent.
Deutlich moderater fiel das Wachstum bei den Premium-, Mittelklasse- und Economy-Marken des Konzerns aus: Hier erhöhte sich der RevPAR um 3,2 Prozent. Auch in diesen Kategorien waren höhere Zimmerpreise der wichtigste Wachstumstreiber.
Die Zahlen beziehen sich auf das weltweite Portfolio von Accor und erlauben keine pauschalen Rückschlüsse auf einzelne Hotelmärkte. Sie zeigen jedoch, wie unterschiedlich sich die Segmente innerhalb eines internationalen Hotelkonzerns entwickeln können.
Veranstaltungen geben der Hotellerie Rückenwind
Neben den Hotelkategorien verdeutlicht die Quartalsbilanz die Bedeutung von Veranstaltungen für die Nachfrage. In Deutschland, das rund elf Prozent des Zimmerumsatzes der Accor-Region Europa und Nordafrika ausmacht, entwickelte sich die Nachfrage im Sommer wieder positiv. Im September stieg der RevPAR im Vergleich zum Vorjahresmonat im hohen einstelligen Prozentbereich.
Accor führt diese Entwicklung auf einen starken Veranstaltungskalender zurück. Auch in Frankreich trugen Events im September zur Belebung des Geschäfts bei. In der gesamten Region Europa und Nordafrika erhöhte sich der RevPAR im dritten Quartal um 2,5 Prozent.
Für Hotelbetreiber unterstreicht das die Bedeutung lokaler Nachfrageimpulse. Messen, Konzerte und andere Großveranstaltungen können die Zimmernachfrage und die erzielbaren Preise beeinflussen. Wie stark ein Betrieb davon profitiert, hängt unter anderem von seinem Standort, seiner Zielgruppe und seiner Preisstrategie ab.
Zimmerpreise bleiben ein wichtiger Wachstumstreiber
Sowohl im Luxus- und Lifestyle-Segment als auch bei den übrigen Hotelkategorien beruhte das RevPAR-Wachstum vor allem auf höheren Preisen. Die Kennzahl berücksichtigt neben dem durchschnittlichen Zimmerpreis auch die Auslastung und ist deshalb ein wichtiger Indikator für die Entwicklung des Zimmergeschäfts.
Für das Gesamtjahr 2026 erwartet Accor nun ein RevPAR-Wachstum am oberen Ende der bisherigen Prognosespanne von zwei bis 2,5 Prozent. Der Konzern rechnet damit, dass sich die positive Entwicklung fortsetzt, sofern sich die Geschäftslage in den Vereinigten Arabischen Emiraten im Schlussquartal nicht verschlechtert.
Die Quartalszahlen machen damit vor allem eines deutlich: Die Entwicklung der Hotellerie hängt nicht allein von der allgemeinen Marktlage ab. Auch die Positionierung des Betriebs, das jeweilige Gästesegment und die Nachfrage am Standort spielen eine wichtige Rolle.
(Accor/KAGI)