Nachhaltigkeit

Responsible Hotels of Switzerland kämpfen für Food Save

Ein Teller mit einer Speise
Kleinere Portionen könne dabei helfen, Lebensmittelabfälle zu reduzieren. (Foto: © cherryandbees/stock.adobe.com)
Die Responsible Hotels of Switzerland setzen sich entschieden gegen Lebensmittelverschwendung ein. Doch trotz beeindruckender Erfolge stoßen sie auf bürokratische Hürden. 
Montag, 22.04.2024, 12:30 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Die Responsible Hotels of Switzerland haben sich am 19. März 2024 zum dritten Mal zu ihrem Netzwerktag getroffen. Zentrales Thema war der Kampf gegen Lebensmittelverschwendung.

Die Responsible Hotels of Switzerland wollen mit ökologischem und sozial verantwortlichem Handeln ein nationales Zeichen setzen. Eine wertwolle Unterstützung ist dabei die Partnerschaft mit United Against Waste. Der Verein leitet Hotelbetriebe zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung an, sogenanntes Food Save Management. 35 Prozent Lebensmittelabfälle im Jahr können so nach Angaben der Responsible Hotels of Switzerland verhindert werden.

Ein erster Schritt

Ein erster Schritt in Richtung Nachhaltigkeit sei für jeden Betrieb das Messen des täglichen Lebensmittelabfalls. Liege dieser über 80 Gramm pro Gast und Mahlzeit, bestehe Handlungsbedarf. Maßnahmen wie kleinere Portionen mit Möglichkeit auf Nachschlag, oder dem Gast nicht ungefragt Brot, Oliven oder andere Knabbereien aufzutischen, könnten beim Food Save helfen.

„Solche Aktionen verlangen aber unbedingt, dass die Mitarbeiter für das Thema sensibilisiert sind, um die Gäste informieren und aufklären zu können“, heißt es in einer Pressemitteilung der Responsible Hotels of Switzerland.

Überzeugt von der Wichtigkeit einer nachhaltigen, verantwortungsvollen Hotellerie, haben es sich die Responsible Hotels of Switzerland zum Ziel gemacht, ihren Lebensmittelabfall pro Gast und Mahlzeit auf 50 Gramm zu reduzieren. Als Themenführer der Branche rufen die Responsible Hotels of Switzerland deshalb alle Schweizer Hotelbetriebe dazu auf, sich ihnen beim Kampf für Food Save anzuschließen.

Behördenirrsinn

Dank des Coachings von United Against Waste konnte das Hotel Valsana in Arosa jährliche Einsparungen von 18.000 Schweizer Franken verzeichnen. Auch das Hotel Schweizerhof auf der Lenzerheide holte sich bei United Against Waste Unterstützung.

„Bei uns wurden am Frühstücksbüffet die meisten Lebensmittelabfälle registriert“, sagt Direktor Andreas Züllig. „Deshalb beschlossen wir, wieder Portionen zu servieren, und haben zum Beispiel Müsli in Weckgläsern angeboten.“ 

Dies erwies sich als ein erfolgreiches Food Save Engagement, das tatsächlich auch für weniger Abfall sorgte. Allerdings wurden die Portionen in Weckgläsern von der kantonalen Lebensmittelkontrolle beanstandet. Das Hotel Schweizerhof wurde gerügt und musste wieder auf das herkömmliche Frühstücksbüffetsystem umstellen.

„Es kann doch nicht sein, dass wir uns als Responsible Hotels of Switzerland für Food Save einsetzen und dies von den Behörden verhindert wird“, entrüstet sich Züllig.

Stärkung durch Nachhaltigkeit

Valentin Bot, Präsident der Responsible Hotels of Switzerland, verwies beim Netzwerktag der Responsible Hotels of Switzerland auf die beeindruckenden Monate, die hinter der Hotelkooperation liegen. Durch den gemeinsamen Austausch und den Einsatz bewährter Praktiken, konnte die Nachhaltigkeit in der Hotellerie seiner Meinung nach erfolgreich vorangetrieben und weiterentwickelt werden.

Luxus ist regional, authentisch, naturverbunden und historisch verwurzelt

Marco Zanolari, CEO der Hotelgruppe The Living Circle, sprach beim Netzwerktag darüber, wie Werte die Unternehmenskultur definieren. Seiner Meinung nach funktioniere ein Team nur, wenn wie in einer Familie jeder für jeden da ist und Ideale wie Achtsamkeit und Passion tagtäglich gelebt werden, so seine Kernaussage. 

Zanolari hat zudem für The Living Circle den Begriff Luxus neu definiert: „Luxus ist regional, authentisch, naturverbunden und historisch verwurzelt. Nur so gelingt es, erstklassige Erlebnisse zu kreieren, welche die Sinne ansprechen.“

Nachhaltigkeit als Chance in der Hotellerie

Pascal Lüthi, Studiengangleiter CAS Unternehmerische Nachhaltigkeit HWZ, informierte darüber, wie Nachhaltigkeit nicht als Zeitverschwendung, sondern als Triebfeder für Betriebe genutzt wird. Silvan Metzger, CEO von der Kreativagentur Metzger Bürge Rottmann, zeigte die Chancen von Nachhaltigkeit in der Kommunikation auf. Alain Bahni, Head Corporate Sales & Business Innovation BMW (Schweiz) AG beleuchtete den Aspekt der Elektromobility für die Hotellerie.

Taste not Waste – Neues Kochbuch zum Thema Food Save

Dass eine nachhaltige, Zero-Waste-Küche durchaus genussvoll sein kann, wird übrigens Food-Journalistin und Gemüse-Scout Esther Kern in einem neuen Kochbuch zum Thema Food Save beweisen. Darin veröffentlicht Kern Rezepte und Tipps der Küchenchefs der Responsible Hotels of Switzerland zu einer Küche ohne Abfälle. Das Buch wird im November 2025 im AT-Verlag erscheinen. 

(Responsible Hotels of Switzerland/SAKL)

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