Insolvenz

Revo-Hotels werden aufgeteilt

Hilton Garden Inn Innsbruck
Das Portfolio der Revo Hospitality soll aufgeteilt werden. (Foto: © Revo Hospitality Group)
Es ist entschieden: Das Portfolio der insolventen Revo Hospitality Group wird aufgeteilt. Fünf internationale Hotelgruppen und Investoren wollen rund 120 Hotels übernehmen.
Dienstag, 02.06.2026, 11:36 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Die insolvente Revo Hospitality Group steht vor der Aufteilung. Fünf internationale Hotelgruppen und Investoren wollen rund 120 Hotels übernehmen; 45 Hotels wurden bereits verkauft. Das teilte der europäische Multibrand-Hotelbetreiber heute in einer offiziellen Medienmitteilung mit. Für weitere zehn Hotels werde in Gesprächen mit Beteiligten noch eine konkrete Lösung gesucht.

Der weit überwiegende Teil der rund 5.450 Arbeitsplätze in den Hotels kann nach Angaben des Unternehmens erhalten werden. Die Arbeitsverhältnisse der 450 Mitarbeiter in der Zentrale könnten dagegen nicht fortgeführt werden. Darüber informierten die Rechtsanwälte Dr. Benedikt de Bruyn und Dr. Gordon Geiser von GT Restructuring am 2. Juni 2026 die Mitarbeiter.

Investmentvereinbarungen sollen bald unterzeichnet werden

Im Interesse der Gläubiger sollen die Investmentvereinbarungen bis Mitte Juni unterzeichnet werden. Vorgesehen ist, dass jeder Käufer ein Einzelportfolio mit Hotels in Deutschland, den Niederlanden und Österreich übernimmt. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Die Namen der Investoren sollen zeitnah bekanntgegeben werden.

Für zwei Revo-Hotels in Kiel steht bereits fest, wer sie übernimmt: Die Motel One Group hat zum 1. Juni 2026 zwei bislang unter den Marken ibis Styles und Adagio Access geführte Häuser übernommen. Die benachbarten Hotels sollen künftig als gemeinsamer Standort weitergeführt und schrittweise in das Portfolio von Motel One integriert werden.

Für einzelne Hotels laufen die Gespräche mit den Eigentümern und weiteren Beteiligten nach Angaben der Revo Hospitality weiter. Ziel sei es, eine tragfähige Lösung zu finden. Die nicht in Insolvenz befindlichen Hotels in der Schweiz, Tschechien, Italien und Frankreich sollen weiterhin normal betrieben werden. Gespräche mit Investoren für diese Hotels befinden sich nach Angaben der Revo Hospitality in der finalen Phase.

„Wir sind sehr dankbar für das Vertrauen, das uns die Mitarbeiter, Lieferanten und Vermieter entgegengebracht haben. So konnten wir die Hotels während der Eigenverwaltung erhalten. Insbesondere der Einsatz der Mitarbeiter in diesen Monaten war entscheidend für das hohe Interesse mehrerer renommierter Betreiber, die Hotels der Gruppe zeitnah aus den Insolvenzverfahren herauszuführen. Dafür danken wir allen Beteiligten. Fast alle Hotels und die dort beschäftigten Mitarbeiter erhalten damit eine sichere Perspektive“, erklärte Rechtsanwalt Dr. Gordon Geiser von GT Restructuring. 

Geiser wurde zusammen mit seinem Kollegen Dr. Benedikt de Bruyn für die Dauer der Eigenverwaltungsverfahren zum Geschäftsführer der entsprechenden Gesellschaften berufen. Gerichtlich überwacht werden die Verfahren von den beiden Sachwaltern Rechtsanwalt Prof. Dr. Torsten Martini von Görg für die H-Hotels und Rechtsanwalt Prof. Dr. Lucas F. Flöther von Flöther & Wissing für die weiteren Hotels der Gruppe.

Größtes Insolvenzverfahren der deutschen Hotelbranche

Mit dem Verkauf wird die wohl größte Insolvenz in der deutschen Hotelwirtschaft abgeschlossen. Im Januar und Februar hatten 138 Hotelgesellschaften von Revo beim Amtsgericht Charlottenburg Insolvenz in Eigenverwaltung beantragt. 

Revo, bis 2025 als HR Group bekannt, gehörte zu den größten Multibrand-Hotelbetreibern Europas. Das Unternehmen betrieb Stadthotels sowie Apartments für Geschäftsreisende und Familien im niedrigen bis gehobenen Preissegment in 135 Städten.

Zum Portfolio gehören unter anderem Marken wie H-Hotels, Amedia, Holiday Inn, Ibis, Intercity, Mövenpick, Ramada und Steigenberger. Die Hotels wurden in Eigenverwaltung fortgeführt, bleiben auch weiterhin geöffnet und können uneingeschränkt gebucht werden, wie das Unternehmen betont. Nur in wenigen Fällen wurden die Pachtverträge in Übereinstimmung mit den Pächtern gekündigt.  

Die Investorensuche verlief nach Angaben der Revo Hospitality sehr gut und stieß auf ein großes Interesse. Über hundert Interessenten hätten sich informiert, rund 20 von ihnen gaben verbindliche Angebote ab.

(Revo Hospitality Group/SAKL)

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