Krisenhilfe

Stromausfall in Berlin: So unterstützen Hotels

Hotelrezeption mit Mitarbeiterin am Empfang; Schreibtisch mit Laptop, Klingel und warmen Hängelampen vor Holzlamellenwand.
Hotels können bei Stromausfällen als Anlaufstelle dienen – etwa mit Unterkünften, Ladeoptionen und verlässlicher Kommunikation. Foto: © New Africa/stock.adobe.com)
Viele Betriebe im Berliner Südwesten waren nach einem Kabelbrand plötzlich ohne Strom, Heizung und teils auch Mobilfunk. Hotels reagieren pragmatisch – mit Zimmerkontingenten, Ladepunkten und flexibler Versorgung.
Dienstag, 06.01.2026, 07:00 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Ein großflächiger Stromausfall hat seit Samstagmorgen (3. Januar 2026) Teile des Berliner Südwestens getroffen. Auslöser war ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal nahe des Kraftwerks Lichterfelde, wodurch mehrere Hochspannungskabel beschädigt wurden. Nach Angaben von Stromnetz Berlin waren rund 45.000 Haushalte und etwa 2.200 Gewerbekunden in den Ortsteilen Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde betroffen. 

Für Hotels ist die Lage in zweierlei Hinsicht relevant: Einerseits sind sie selbst potenziell von Störungen in der Energieversorgung betroffen, andererseits übernehmen sie in solchen Situationen oft eine wichtige Rolle als Anlaufstelle – etwa für Gäste, die kurzfristig nicht in ihren Wohnungen bleiben können, oder für Menschen, die Wärme, Strom und sanitäre Infrastruktur benötigen.

Was bisher bekannt ist

Behörden ermitteln zur Ursache des Brandes; die Störung hatte neben der Stromversorgung auch Auswirkungen auf Heizung und teilweise Kommunikationsnetze. In Medienberichten ist von einer mutmaßlich politisch motivierten Tat die Rede, die Ermittlungen laufen. 

Stromnetz Berlin kommunizierte, dass die Reparaturen wegen der beschädigten Hochspannungskabel aufwendig sind und die Wiederherstellung schrittweise erfolgt. 

Wie Hotels konkret helfen

Mehrere Berliner Hotels reagierten kurzfristig und stellten vergünstigte Zimmer für Betroffene bereit. Laut Tagesspiegel wurden Sonderkonditionen angeboten; zudem verzichtete das Land Berlin in diesem Zusammenhang auf die Bettensteuer. 

Für Hoteliers ergeben sich daraus mehrere Handlungsfelder, die sich auch unabhängig von Preisaktionen bewährt haben:

1) Kurzfristige Unterbringung organisieren

Hotels können – je nach Auslastung – Zimmerkontingente definieren, die im Ereignisfall schnell aktiviert werden. Praktisch sind klare Buchungswege (z. B. ein Code) und abgestimmte Konditionen, um die Abwicklung an der Rezeption zu vereinfachen. 

2) Infrastruktur als „Wärme- und Ladepunkt“ anbieten

Wenn Heizung und Strom im Quartier ausfallen, werden warme, zugängliche Innenräume schnell zum Engpass. Hotels können durch kleine, gut steuerbare Angebote helfen – beispielsweise Ladeoptionen für Mobiltelefone und Powerbanks sowie Aufenthaltsbereiche für eine begrenzte Zeit. Beispiele für solche niedrigschwelligen Unterstützungsangebote wurden auch aus dem Umland berichtet (u. a. mit Lade-, Wasch- und Duschmöglichkeiten). 

3) Sanitäre Basisversorgung ermöglichen

In längeren Ausfällen sind Duschen und Waschmöglichkeiten besonders gefragt. Hotels, die dies leisten können, profitieren von klaren Zeitfenstern, begrenzten Kontingenten und eindeutigen Hausregeln, damit der Hotelbetrieb stabil bleibt.

4) Verlässliche Kommunikation sicherstellen

Bei Störungen können Mobilfunknetze und Internet eingeschränkt sein. Umso wichtiger sind analoge Kommunikationswege: Aushänge in der Lobby, aktualisierte Hinweise auf der Website sowie eine klare Ansage für Check-in/Check-out-Prozesse. Auch Hinweise auf erreichbare städtische Anlaufstellen helfen, Gästeanfragen zu strukturieren. 

Was Hoteliers für die eigene Krisenfestigkeit ableiten können

Der Vorfall unterstreicht, wie schnell kritische Infrastruktur ausfallen kann – und wie stark Hotels als systemrelevante „Versorgungsorte“ wahrgenommen werden. Für Betriebe lohnt es sich, die eigene Notfallplanung zu überprüfen:

  • Notstromkonzept und Prioritätenliste (Kühlung, IT/Kasse, Beleuchtung, Warmwasser)
  • Checklisten für den Rezeptionsbetrieb bei Netzausfall
  • Vorräte für Basisversorgung (Wasser, Decken, Taschenlampen)
  • Abstimmung mit lokalen Stellen (Bezirk, Feuerwehr, Betreiber)
  • Prozesse für kurzfristige Kontingente und flexible Stornoregeln

Viele dieser Punkte sind nicht nur für großflächige Blackouts relevant, sondern auch für lokale Störungen oder Bauarbeiten mit Versorgungsunterbrechungen.

Ausblick

Während die Reparaturarbeiten weiterlaufen, zeigt die Situation: Hotels können in Krisenfällen sehr schnell entlasten – mit pragmatischen Angeboten, die an die betriebliche Realität angepasst sind. Gleichzeitig bietet der Vorfall einen Anlass, den eigenen Notfallbetrieb zu testen und Standards für künftige Lagen zu definieren.

(AP/Berlin/Stromnetz Berlin/Reuters/Tagesspiegel/SAHO)

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