Im Exklusiv-Interview

Teenager als Zielgruppe: Was Hotels beachten sollten

Teenager Sofa
Familienurlaub verändert sich, wenn aus Kindern Jugendliche werden. Das DoubleTree by Hilton Berlin Ku’damm hat dies erkannt und bietet mit „Du & Ich. Berlin.“ ein neues Reiseerlebnis für Eltern und Teenager. (Foto: © Sarah Schlopsnies/White Kitchen)
Familienurlaub mit Teenagern stellt Hotels vor neue Anforderungen. Das DoubleTree by Hilton Berlin Ku’damm setzt auf individuelle Erlebnisse und mehr Selbstbestimmung. Im Exklusiv-Interview erklärt Simone Baizza, Director Sales & Marketing, welche Erwartungen Jugendliche an Hotels haben und welche Chancen sich daraus für die Hotellerie ergeben.
Montag, 12.10.2026, 10:24 Uhr, Autor: Karoline Giokas

„Was machen wir heute?“ – diese Frage verändert sich, wenn aus Kindern Teenager werden. Während jüngere Kinder sich häufig noch für klassische Familienangebote begeistern lassen, wachsen mit zunehmendem Alter die eigenen Interessen und der Wunsch nach Selbstbestimmung. Gemeinsame Zeit mit den Eltern bleibt zwar wichtig, soll aber zunehmend den Vorstellungen beider Seiten entsprechen.

Für die Hotellerie stellt sich damit die Frage, wie sich Familienurlaub mit Teenagern gestalten lässt, ohne Jugendliche mit klassischen Kinderangeboten anzusprechen. Denn auch wenn die Eltern meist die Reise buchen und bezahlen, können ihre jugendlichen Kinder die Wahl des Reiseziels und des Hotels maßgeblich beeinflussen.

Familienurlaub neu gedacht

Genau hier setzt das DoubleTree by Hilton Berlin Ku’damm mit seinem Herbstferien-Special „Du & Ich. Berlin.“ an. Das Konzept richtet sich insbesondere an Eltern mit Teenagern ab 13 Jahren und setzt auf 48 gemeinsame Stunden statt eines durchgetakteten Familienprogramms. Zwei Übernachtungen inklusive Frühstück, Late Check-out nach Verfügbarkeit und ein digitaler Guide mit zwölf Ideen für die gemeinsame Zeit gehören zum Angebot.

Ob Food-Spot, Shopping, Museum, Street-Art oder ein individuelles Berlin-Erlebnis: Eltern und Jugendliche entscheiden selbst, wie sie ihre gemeinsame Auszeit gestalten. Das Hotel versteht sich dabei als Ausgangspunkt für individuelle Entdeckungen und möchte gemeinsame Erlebnisse ermöglichen, ohne den Tagesablauf vorzugeben.

Das Konzept greift zugleich den Trend zu kürzeren Reisen auf. Nach Angaben des Verbands Internet Reisevertrieb (VIR) unternahmen Deutsche 2025 mehr als 91 Millionen Reisen mit einer Dauer von zwei bis vier Tagen. Auch der Hilton-Trendreport „The Whycation“ verweist auf den Wunsch nach persönlicheren Reiseerlebnissen. Demnach nutzen 50 Prozent der Eltern mit mehreren Kindern Reisen bewusst für besondere Momente mit einem einzelnen Kind.

Portrait Simone Biazza
Simone Baizza, Director Sales & Marketing des DoubleTree by Hilton Berlin Ku’damm weiß, welche Bedürfnisse junge Erwachsene haben. (Foto: © privat)

Doch welche Bedürfnisse haben Jugendliche tatsächlich, wenn sie mit ihren Eltern verreisen? Und wie können Hotels passende Angebote entwickeln? Simone Baizza, Director Sales & Marketing des DoubleTree by Hilton Berlin Ku’damm und selbst Mutter eines 16-jährigen Sohnes, kennt die Perspektive sowohl aus der Hotellerie als auch aus dem Familienalltag.

Frau Baizza, wird das Potenzial von Teenagern als eigene Zielgruppe von der Hotellerie unterschätzt?

Teenager sind gar nicht so schwierig – sie wissen nur ziemlich gut, was sie wollen. Und meistens auch, was sie nicht wollen. Was mit acht noch begeistert hat, funktioniert mit 16 eben nicht mehr. Da können wir als Hotellerie stärker mitdenken. Gemeinsame Zeit mit den Eltern bleibt schön, aber Jugendliche möchten mitentscheiden.

Was erwarten Teenager von einem Hotelaufenthalt?

Erst mal gutes WLAN – da brauchen wir uns nichts vorzumachen. Aber natürlich auch Freiraum, gutes Essen und das Gefühl, ernst genommen zu werden. Die Interessen sind ganz unterschiedlich: Shopping, Sport, Musik oder besondere Food-Spots. Berlin bietet dafür jede Menge Möglichkeiten. Wir als Hotel sollten gute Tipps haben und das Entdecken unkompliziert machen.

Privatsphäre spielt ebenfalls eine Rolle. Dafür haben wir beispielsweise Zimmer mit Verbindungstür: Man ist nah beieinander und kann trotzdem auch mal die Tür zumachen.

Wie schafft man attraktive Angebote, ohne wieder bei klassischen Kinderprogrammen zu landen?

Indem man Ideen liefert und Platz für Spontaneität lässt. Wir haben in einem Urlaubsort tatsächlich nach einer ziemlich dicken Katze gesucht, die dort eine kleine Instagram-Berühmtheit war. Am Ende wurde daraus ein superlustiger Spaziergang durch die Stadt. 

Genau diesen Freiraum greift „Du & Ich. Berlin.“ auf: Zwei Menschen, 48 Stunden und Zeit füreinander. Unser digitaler Guide gibt Anregungen – was die beiden daraus machen, entscheiden sie selbst.

Bei Familienreisen bezahlen meist die Erwachsenen. Wie lassen sich die unterschiedlichen Erwartungen von Eltern und Jugendlichen zusammenbringen?

Klar, am Ende bezahlen ja die Erwachsenen. Aber wenn das Kind bei der Planung schon denkt: „Was soll ich denn da?“, ist die Vorfreude überschaubar. Es muss für beide passen. Ich schaue auf Lage, Komfort und Preis, mein Sohn vielleicht eher auf die Erlebnisse drumherum.

Unser DoubleTree am Ku’damm ist dafür ein toller Ausgangspunkt. Und man muss auch nicht jede Minute dasselbe machen.Das gilt auch für die Zimmer: Für größere Familien lassen sich unsere Corner Suiten mit einem Zweibettzimmer daneben kombinieren. Mit abtrennbarem Schlafzimmer und einem zentralen Wohnzimmer gibt es Platz für gemeinsame Zeit und die Möglichkeit, sich zurückzuziehen. Gerade mit Teenagern ist das viel wert.

Welche Chancen ergeben sich daraus für die Hotellerie?

Teenager merken sehr genau, ob sie willkommen sind oder nur als „das Kind, das mitreist“ gesehen werden. Natürlich wäre es schön, wenn sie später selbst bei uns buchen. Erst einmal sollen sie aber heute eine gute Zeit haben. Wenn Eltern und Jugendliche danach sagen: „Das sollten wir öfter machen“, haben wir viel erreicht.

Was Hotels daraus lernen können

Für Hotels bedeutet das, Familienangebote differenzierter zu denken. Jugendliche sind keine kleinen Kinder mehr, reisen aber häufig noch gemeinsam mit ihren Eltern. Sie sind damit eine Zielgruppe, die nicht zwingend selbst bucht, aber zunehmend beeinflusst, wohin die Reise geht und wie attraktiv ein Hotelaufenthalt wahrgenommen wird.

Daraus ergeben sich verschiedene Ansatzpunkte für die Hotellerie: individuelle Freizeitempfehlungen, eine unkomplizierte digitale Informationsvermittlung, attraktive gastronomische Angebote und Zimmerkonzepte, die sowohl gemeinsame Zeit als auch Rückzug ermöglichen. Entscheidend ist, Jugendliche nicht nur als Begleitung ihrer Eltern zu betrachten, sondern ihre Interessen bei der Gestaltung des Gästeerlebnisses mitzudenken.

Das DoubleTree by Hilton Berlin Ku’damm setzt mit „Du & Ich. Berlin.“ auf Inspiration statt festes Programm. Das Herbstferien-Special umfasst zwei Übernachtungen für zwei Personen inklusive Frühstück und ist vom 5. Oktober bis 6. November 2026 buchbar. Das Konzept zeigt beispielhaft, wie Hotels Familienurlaub mit Teenagern neu denken und gemeinsame Erlebnisse in den Mittelpunkt stellen können.

(Double Tree by Hilton Berlin Ku’damm/KAGI)

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