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150.000 Übernachtungen in Lüneburg durch ‚Rote Rosen‘

Der offizielle ‚Rote Rosen‘ Selfiepoint auf der Brausebrücke in der historischen Altstadt am Stint
Der offizielle ‚Rote Rosen‘ Selfiepoint auf der Brausebrücke in der historischen Altstadt am Stint. (Foto: © picture alliance/dpa | Philipp Schulze)
Seit fast 20 Jahren wird die ARD-Telenovela in Lüneburg gedreht. Fans pilgern in die Hansestadt, beleben Gastronomie und Hotellerie – und ein offizieller Fotopoint sorgt für neuen Besucherandrang.
Montag, 08.09.2025, 13:18 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Einmal selbst Teil von ‚Rote Rosen‘ sein – davon träumen viele Fans der Serie. Für Claudia Speit aus der Nähe von Paderborn war ein Selfie mit Serienstar Jan Stapelfeldt alias Julius Böttcher das Highlight ihrer speziellen Stadtführung. Gemeinsam mit zwei Dutzend Gleichgesinnten erkundete sie Drehorte in der Lüneburger Altstadt, wo gerade Szenen für die 24. Staffel entstanden. „Es wird jeden Tag eine Folge gedreht“, erklärt Stadtführer Horst Mietzner, der seit 25 Jahren Touristen durch die Stadt begleitet – und sogar schon als Komparse vor der Kamera stand.

Auch internationale Gäste reisen an. So kam Thomas Paly eigens aus Zug in der Schweiz, um die Kulissen seiner Lieblingsserie live zu erleben: „Lüneburg ist in Natur noch viel schöner.“

Lüneburg als Hauptdarsteller

Die Serie ist ein Glücksfall für das Stadtmarketing. Sieben Millionen Tagestouristen zieht es jährlich nach Lüneburg, rund 30 Prozent davon wegen der ‚Rosen‘. „Das macht etwa 150.000 Übernachtungen aus“, betont Melanie-Gitte Lansmann von der Lüneburg Marketing GmbH.

Zu den beliebtesten Attraktionen zählt der neue Fotopoint auf der Brausebrücke mit Blick auf die Ilmenau und das mondäne Hotel Bergström, in der Serie besser bekannt als ‚Drei Könige‘. Sommer wie Winter drängeln sich dort die Besucher. Produzent Jan Diepers freut sich über die Begeisterung: „Ich glaube, dass die Serie ohne Lüneburg in der Qualität nicht möglich wäre – die Stadt ist für uns das ideale Freilichtstudio.“

Von dem Touristenstrom profitiert nicht nur das Image, sondern auch die Wirtschaft. Die hohe Kneipendichte und die vielen Restaurants der 80.000-Einwohner-Stadt sind gut ausgelastet. „Die Leute sind stolz auf ihre ‚Rosen‘, sie beschweren sich nicht, wenn wir drehen“, sagt Diepers. Für Sommer 2026 laufen bereits die Planungen für ein großes 20-Jahre-Jubiläum.

Serienpläne und Nachhaltigkeit am Set

Bis mindestens Anfang 2027 ist die Zukunft der Serie gesichert. Dabei will sich ‚Rote Rosen‘ weiterentwickeln: Während früher das Leben von Frauen über 40 im Mittelpunkt stand, spielen nun auch jüngere Generationen eine größere Rolle. „Wir erzählen die Geschichten von drei Generationen von Frauen“, erklärt Diepers. Männer hätten in dieser Erzählwelt vor allem eine unterstützende Funktion.

Auch beim Thema Nachhaltigkeit setzt das Produktionsteam Zeichen:

  • Einsatz von E-Autos statt Dieseltransportern
  • Batterien statt Dieselaggregate bei Außendrehs
  • mehr vegetarische Mahlzeiten für die Crew

Der Marktanteil der täglichen Serie liegt stabil bei rund zehn Prozent, die lineare Zuschauerzahl bei etwa einer Million. Immer mehr Fans schauen die Folgen allerdings zeitversetzt in der Mediathek.

(dpa/SAHO)

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