Erneutes Rekordjahr für den Deutschlandtourismus
„Der Deutschlandtourismus hat 2025 das beste Ergebnis seiner Geschichte erzielt“, sagt Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV). Hotels, Pensionen und Campingplätze zählten laut dem Statistischen Bundesamt nach vorläufigen Ergebnissen 497,5 Millionen Übernachtungen von Gästen aus dem In- und Ausland. Das sind 0,3 Prozent mehr als im bisherigen Rekordjahr 2024.
Innerhalb der letzten zehn Jahre – also von 2005 bis 2025 – stiegen die Übernachtungszahlen damit um mehr als 150 Millionen.
Inländische Gäste treiben Entwicklung voran
Zum erneuten Rekord haben vor allem Gäste aus dem Inland beigetragen. Ihre Übernachtungszahl stieg gegenüber dem Vorjahr um 0,7 Prozent auf 413,7 Millionen.
Die Zahl ausländischer Gäste ging hingegen um 1,8 Prozent zurück auf 83,8 Millionen. Hier macht sich die Fußball-Europameisterschaft bemerkbar, die 2024 zusätzliche Gäste aus dem Ausland angelockt hatte. Der Anteil ausländischer Gäste am gesamten Gästeaufkommen lag damit im Jahr 2025 bei 16,8 %, nachdem er 2024 bei 17,2 % gelegen hatte.
Ebenfalls zum Rekord beigetragen hat ein starker Jahresendspurt: Im Dezember 2025 verbuchten die Betriebe 32,0 Millionen Übernachtungen in- und ausländischer Gäste. Das waren 3,6 % mehr als im Dezember 2024 und damit der höchste Wert, der je in einem Dezember erreicht wurde.
Die Zahl der Übernachtungen von Gästen aus dem Inland stieg im Dezember 2025 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 % auf 25,4 Millionen. Die Übernachtungszahl von Gästen aus dem Ausland erhöhte sich um 4,0 % auf 6,7 Millionen.
Stärkster Monat war jedoch der August mit insgesamt 59,4 Millionen Übernachtungen. 
DTV warnt: Deutschlandtourismus steht vor Investitionslücke
Trotz des neuen Rekordjahrs warnt der Deutsche Tourismusverband (DTV) jedoch vor einer Investitionslücke. „Die touristische Infrastruktur muss mit der steigenden Nachfrage Schritt halten. Sonst drohen Überlastungen in den Tourismusregionen und ein Imageschaden für das Reiseland Deutschland“, sagt Reinhard Meyer, Präsident des Deutschen Tourismusverbandes (DTV).
Gäste würden verlässliche Busse und Bahnen, gepflegte Rad- und Wanderwege, saubere Strände und Städte sowie barrierefreie Sehenswürdigkeiten erwarten. Der demografische Wandel erhöhe den Bedarf an leicht zugänglichen Angeboten.
„Angesichts leerer Kassen in den Kommunen blicken wir jedoch mit Sorge in die Zukunft, ob die Infrastruktur den Ansprüchen der Reisenden weiter gerecht werden kann“, erklärt Meyer.
Die Kommunen, die maßgeblich in den Ausbau und die Instandhaltung des Tourismus vor Ort investieren, seien finanziell überlastet. Das Haushaltsdefizit der Kommunen wachse, damit würden die notwendigen Mittel fehlen. „Entlasten Bund und Länder die Kommunen nicht, droht die Basisinfrastruktur in den Tourismusregionen zu bröckeln. Das gefährdet die erfolgreiche Entwicklung des Deutschlandtourismus“, warnt der DTV-Präsident.
(Statistisches Bundessamt (Destatis)/ots/dpa/DTV/SAKL)