Re-start in Rust

Europa-Park investiert in zweistelliger Millionenhöhe

Die Pandemie traf den süddeutschen Freizeitpark hart. Nun soll es aufwärts gehen und das Corona-Tief überwunden werden. Eine neue Achterbahn und andere Attraktionen werden gebaut. Der Krieg am Ostrand Europas löst aber Ungewissheit aus.

Freitag, 18.03.2022, 06:01 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Im Europa-Park wurde erhofft man sich durch millionenhohe Investitionen die Corona-Pandemie überwinden zu können. (Foto © Europa-Park)

Deutschlands größter Freizeitpark, der Europa-Park im badischen Rust, will nach zwei Corona-Jahren an frühere Erfolge anknüpfen. „Wir haben uns vorgenommen, in diesem Jahr wieder die Zahlen des Jahres 2019 zu erreichen, als wir über 5,7 Millionen Menschen im Park empfangen haben“, sagte Gründer Roland Mack der Deutschen Presse-Agentur. „Aber da wussten wir noch nicht von den kriegerischen Auseinandersetzungen in der Ukraine“, schränkte der Familienunternehmer ein.

Mack sicherte bei einer Online-Veranstaltung zu, dass der Park auf die staatlichen Corona-Regeln achtet. „Wir testen unsere Mitarbeiter täglich.“ Wegen der hohen Infektionszahlen will das Land Baden-Württemberg Plänen zufolge die Corona-Regeln noch nicht am 20. März vollständig auslaufen lassen und eine Übergangsfrist bis zum 2. April nutzen.

Es wird aufgerüstet

Eine neue Achterbahn soll in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres eröffnet werden. Zudem wird es einen neuen Themenbereich geben, der Kroatien gewidmet ist, wie Mack sagte. Die Sommersaison startet am übernächsten Samstag (26. März). Eine erste Öffnung für Besucherinnen und Besucher wird es an diesem Wochenende (19./20. März) geben. Mack bezeichnete die Vorbuchungen für die Hotels der Anlage als hervorragend. „Im vergangenen Jahr gab es wegen den monatelangen Schließungen während der Corona-Pandemie rund 3,5 Millionen Besucher im Park“, sagte er der dpa. Im ersten Corona-Jahr 2020 waren es mit etwa 2,4 Millionen noch weniger Menschen gewesen.

Angesichts des Russland-Ukraine-Kriegs sagte Mack, es gebe neue Ungewissheit über die weiteren Entwicklungen. „Eine Umgestaltung des russischen Themenbereichs im Park kommt für mich nicht in Frage. Da geht es um russische Kultur und Geschichte.“ In dem Park gibt es bisher 15 europäische Themenbereiche.

Die Attraktion „Dschungel-Floßfahrt“, die in die Kritik geraten war, wird in mehreren Schritten umgebaut. „Sie ist nun im österreichischen Themenbereich angesiedelt“, sagte Mack. „Josefinas kaiserliche Zauberreise“ lehne sich an die Zeit und das Umfeld des österreichischen Kaisertums an. Kritiker hatten moniert, dass in der bisherigen Dschungelfahrt Rollenbilder aus der Zeit des Kolonialismus verwendet wurden.

Auch hier Personalmangel

Das Familienunternehmen, das auch Achterbahnen und andere Fahrbetriebe herstellt, habe früher auch nach Russland geliefert. „Wir haben die Verbindungen zu Nord Stream 2 aufgelöst», sagte Mack. Der Betreiber der russisch-deutschen Erdgasleitung hatte im Zuge eines Kultursponsorings eine Achterbahn und einen Showroom zur Ostsee-Unterwasserwelt finanziert.

Die verschiedenen Teile des Parks im Rheintal sollen besser miteinander verbunden werden, dazu ist eine Hochbahn zum Wasserpark im Gespräch. Mack zufolge sind Bebauungspläne auf den Weg gebracht. „Es gibt da Einvernehmen mit der Kommune. Die ersten Konzepte für die Bahn sind fertig. Auch diese Anlage werden wir selbst bauen.“ Er versprach für das laufende Jahr die Eröffnung eines neuartigen Erlebnisrestaurants auf dem Gelände, dazu arbeite man mit dem Gastronomieunternehmen Marché Mövenpick zusammen.

Auch dem Europa-Park macht die Personalknappheit in der Gastronomie und Hotellerie zu schaffen. „Wir werben inzwischen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in fernen Ländern“, sagte Mack. „Wir sind auf Jobbörsen in Asien, Mitarbeiter kommen aus Kirgistan und Usbekistan. Wir sind auch in Frankreich und in Italien unterwegs“, sagte der geschäftsführende Gesellschafter des Parks.

(dpa/KG)

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