Trends

Öfter mal schnell weg: Anzahl an Kurzurlauben steigt

Paar trinkt Getränk
Kurztrips werden – nach einer Analyse des Verbands Internet Reisevertrieb e. V. (VIR) – bei Touristen immer beliebter. (© Kzenon / fotolia)
Nicht nur beim Essen muss es heute schnell gehen. Auch bei Reisen legen die Touristen immer größeren Wert auf: kurz, knackig, kostengünstig. Hoteliers könnten von dem kurzatmigen Gäste-Erlebnis profitieren.
Donnerstag, 27.04.2017, 15:24 Uhr, Autor: Felix Lauther

Kurzurlaub liegt voll im Trend: Das ist das Ergebnis einer Auswertung im Rahmen der Reiseanalyse online 2017, die der Verband Internet Reisevertrieb e.V. (VIR) in Zusammenarbeit mit der Forschungsgemeinschaft Urlaub und Reisen e. V. (FUR) ermittelt hat. Demnach hat diese Urlaubsart unter den deutschen Reisenden im vergangenen Jahr wieder spürbar zugelegt. Insgesamt 80,5 Millionen Kurzurlaube – mit einer Dauer von 2-4 Tagen – unternahmen die Deutschen im Alter zwischen 14 und 70 Jahren im Jahr 2016. 2015 waren es etwa 77,1 Millionen.

Damit zählen Kurzreisen zu einem wichtigen Bestandteil der Industrie, wie auch VIR-Vorstand Michael Buller bestätigt: „Ob mit dem eigenen Auto oder mit dem Flugzeug – die Deutschen zeigen eine ausgeprägte Lust auf den kurzen Tapetenwechsel. Gebucht werden die Trips zu 78 Prozent über digitale Kanäle.“ Einzelbuchungen von Unterkünften (51 Prozent) und Tickets (24 Prozent) sind dabei die dominierenden Organisationsformen. Insgesamt geben Reisende pro Person im Durchschnitt etwa 253 Euro aus.

Städteranking
Neben den Gesamtkennzahlen in diesem Reisesegment wurde auch die regionale Verteilung genauer analysiert. Rund drei Viertel der Reisen wurden innerhalb Deutschlands unternommen. Insgesamt 35 Prozent führten dabei in Städte. Den größten Anteil machten mit 41 Prozent aber Ziele in Deutschland außerhalb von Metropolen aus. Auf Städte im Ausland fielen rund neun Prozent – auf Gebiete außerhalb der Ballungsräume im Ausland kamen etwa 16 Prozent.

Im Städteranking der heimischen Metropolen liegt die Bundeshauptstadt Berlin ganz vorne. Auf den weiteren Rängen folgen Hamburg, München, Köln und Dresden.

So profitieren Hoteliers von den Kurzreisen
Wer Touristen auf ihren Kurzreisen beherbergen will, sollte spezielle Preismodelle für Tages-, Wochenend- und Spontan-Trips in seine Angebote aufnehmen. Am besten ziehen diese Preisofferten in den Monaten April, Mai und August. Hier entschließen sich der VIR-Reiseanalyse nach die meisten Menschen für eine kompakte Städte- oder Kulturreise. Hoteliers sollten die Angebote auf Drei-Tages-Pakete schnüren, denn in Deutschland verbringen die Urlauber in der Regel drei Tage, im Ausland meist vier. Bei den Reisearten dominieren zwei unterschiedliche Anlässe: Cityreisen stehen weiter hoch im Kurs. Hier könnten Hotels Angebote entwickeln, die den Besuch der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt oder der Region inkludieren. Ein „Kultourfahrplan“ wäre z. B. ein nützlicher Ratgeberservice für ortsfremde Gäste. (VIR / FL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Gedeckter Tisch mit Osterdekoration
Ratgeber
Ratgeber

Ostergeschäft 2026: So profitieren Hotels und Restaurants von den Feiertagen

Ostern zählt zu den wichtigsten Umsatztreibern für das Gastgewerbe – doch 2026 wird das Geschäft anspruchsvoller. Zwischen steigenden Kosten, preissensiblen Gästen und hohen Erwartungen kommt es mehr denn je auf die richtige Strategie an. Wie Hotels und Restaurants die Feiertage erfolgreich nutzen können.
Lager für Lebensmittel
Preisdruck
Preisdruck

Steigende Lebensmittelpreise belasten das Gastgewerbe – Politik prüft Entlastungen

Welche Folgen haben steigende Preise wegen des Iran-Kriegs? Erneut tagt eine Taskforce der Koalition. Sie nimmt auch steigende Lebensmittelpreise in den Blick. Könnte dies auch Entlastungen für das Gastgewerbe bringen?
Hohe Spritpreise an der Tankstelle
Kostendruck
Kostendruck

Bundestag beschließt Spritpaket – mögliche Entlastung für das Gastgewerbe?

Infolge des Iran-Kriegs sind die Spritpreise deutlich gestiegen – nun will die Politik gegensteuern. Im Eiltempo hat die Koalition ein Maßnahmenpaket auf die Beine gestellt. Indirekt könnte dies auch eine Entlastung für das Gastgewerbe sein. 
Public-Viewing in einer Kneipe
Regelung
Regelung

Fußball-WM 2026: Neue Public-Viewing-Verordnung eröffnet Chancen fürs Gastgewerbe

Zur Fußball-WM 2026 lockert die Bundesregierung den Lärmschutz für Public Viewing. Das schafft neue Spielräume für Betriebe. Gerade für das Gastgewerbe ergeben sich dadurch zusätzliche Chancen auf mehr Gäste und Umsatz.
Katharina Darisse
Nachwuchsgewinnung
Nachwuchsgewinnung

Inside Scoop Hospitality Tour: Fair Job Hotels bringen die Branche ins Klassenzimmer

Die Bandbreite der Berufsbilder der Hotellerie sichtbar machen: Mit der „Inside Scoop Hospitality Tour“ bringen die Fair Job Hotels die Branche direkt an Schulen. Das neue Format soll Nachwuchskräften praxisnahe Einblicke in die Vielfalt der Hotellerie geben – jenseits klassischer Recruiting-Formate.
Philip Gutschke
HOGAPAGE-Interview
HOGAPAGE-Interview

Energiewende im Gastgewerbe: Wie Hotels und Restaurants profitieren können

Steigende Energiekosten und neue Vorgaben setzen Hotels und Restaurants unter Druck. Doch kluge Maßnahmen zur Energieeffizienz bieten Einsparpotenzial und Wettbewerbsvorteile. Im Interview mit HOGAPAGE erklärt Philip Gutschke von der wattline GmbH, wie Betriebe die Energiewende erfolgreich meistern können und sogar davon profitieren. 
Jens Spahn
Gebäudeenergiegesetz
Gebäudeenergiegesetz

Heizungsgesetz 2026: Was die Reform für Hotellerie und Gastronomie bedeutet

Gas- und Ölheizungen bleiben erlaubt – aber nur mit mehr grünem Brennstoff. Was bedeutet die Reform des Heizungsgesetzes für Hotels und Gastronomiebetriebe? Ein Überblick über Kostenrisiken, Förderchancen und die strategischen Folgen für Investitionen.
Kellnerin bringt Kuchen an den Tisch
Arbeitsmarktzugang
Arbeitsmarktzugang

Asylbewerber sollen schneller arbeiten dürfen

Asylbewerber sollen künftig bereits nach drei Monaten arbeiten dürfen – auch wenn ihr Asylverfahren noch läuft. Für das personalintensive Gastgewerbe könnte die geplante Neuregelung zusätzliche Chancen im Kampf gegen den anhaltenden Personalmangel eröffnen.
Kellner beim Abkassieren
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz 2025 liegt unter Vorjahresniveau

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Jahreszahlen 2025 für das Gastgewerbe vorgelegt. Nominal stiegen die Umsätze leicht – preisbereinigt gingen die Einnahmen für Gastronomie und Hotellerie jedoch zurück.