Wirtschaftsfaktor Tourismus

Tourismus in Brandenburg erzielt 5,5 Milliarden Euro Umsatz

Touristin mit Kamera vor dem Brandenburger Tor
Der Tourismus ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für das Land Brandenburg: Rund 5,5 Milliarden Euro Bruttoumsatz wurden 2025 durch die Tourismus- und Freizeitwirtschaft im Land erwirtschaftet. (Foto: © nikolas_jkd/stock.adobe.com)
Eine neue Studie beziffert den touristischen Bruttoumsatz im Land für 2025 auf rund 5,5 Milliarden Euro. Besonders stark profitiert das Gastgewerbe – doch auch Handel und Dienstleistungen ziehen Nutzen aus der Nachfrage.
Freitag, 09.10.2026, 06:04 Uhr, Autor: Karoline Giokas

Der Tourismus ist für Brandenburg ein Milliarden-Geschäft: Rund 5,5 Milliarden Euro Bruttoumsatz wurden 2025 durch die Tourismus- und Freizeitwirtschaft im Land erwirtschaftet. Das geht aus der Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für das Bundesland Brandenburg 2025“ des dwif hervor, die beim Brandenburgischen Tourismustag 2026 vorgestellt wurde.

Demnach blieben rund 2,6 Milliarden Euro touristische Wertschöpfung im Land. Zudem erzeugte der Tourismus ein Einkommen, das rechnerisch dem Einkommen von rund 90.200 Menschen entspricht. Das damit verbundene Steueraufkommen wird auf rund 508 Millionen Euro beziffert.

Gastgewerbe erzielt 2,7 Milliarden Euro

Besonders deutlich zeigt sich die Bedeutung der touristischen Nachfrage im Gastgewerbe. Hotels, Restaurants und weitere Betriebe der Branche erwirtschafteten 2025 demnach rund 2,7 Milliarden Euro Umsatz.

Auf den Einzelhandel entfielen knapp 1,5 Milliarden Euro, Dienstleistungen kamen auf rund 1,2 Milliarden Euro. Der wirtschaftliche Effekt des Tourismus reicht damit deutlich über die klassischen Beherbergungs- und Gastronomiebetriebe hinaus.

Insgesamt wurden 2025 rund 130 Millionen touristische Aufenthaltstage in Brandenburg registriert. Damit lag das Niveau leicht über dem des Vor-Corona-Jahres 2019.

Tagesgäste spielen große Rolle

Eine Besonderheit des brandenburgischen Tourismus ist der hohe Anteil der Tagesgäste. Etwa die Hälfte des touristischen Umsatzes wird durch Gäste generiert, die nicht in Brandenburg übernachten. Davon profitieren auch Städte und Regionen, in denen nur begrenzte Übernachtungskapazitäten vorhanden sind.

„Tourismus ist in Brandenburg weit mehr als ein Aushängeschild unseres Landes – er ist zudem ein verlässlicher Wirtschaftsfaktor im gesamten Land Brandenburg“, sagt Wirtschafts- und Tourismusministerin Martina Klement. Die 5,5 Milliarden Euro Umsatz zeigten, „welche Kraft in unserer Tourismuswirtschaft steckt“.

Nachfrage bleibt hoch, Kosten steigen

Gleichzeitig steht die Branche vor Herausforderungen. Zwar blieb die touristische Nachfrage 2025 auf einem hohen Niveau und der Bruttoumsatz stieg. Gleichzeitig haben sich die Kosten erhöht. Zudem wird die Nachfrage nach Angaben des Landes zunehmend kurzfristiger und damit schwieriger planbar.

Ein wichtiger Wettbewerbsfaktor bleibt deshalb die Qualität. Die Zufriedenheit der Gäste mit den Brandenburger Unterkünften erreichte 2025 einen TrustYou Performance Score von 84 von 100 Punkten.

Investitionen und Qualität im Fokus

Für Christian Jaschinski, Geschäftsführer der Tourismus-Marketing Brandenburg GmbH (TMB), kommt es nun darauf an, die Nachfrage möglichst nachhaltig in Wertschöpfung umzuwandeln. Dafür brauche es unter anderem Marktdaten, Innovationsimpulse und eine enge Vernetzung der Akteure.

Auch die Sparkassen sehen Investitionen in die touristische Infrastruktur als wichtigen Faktor für die weitere Entwicklung. Nach Angaben des Ostdeutschen Sparkassenverbands stellten die elf Sparkassen im Land Brandenburg dem Gastgewerbe bis Juni 2026 Kredite in Höhe von rund 209 Millionen Euro zur Verfügung.

Die Ergebnisse der Studie wurden beim Brandenburgischen Tourismustag 2026 vorgestellt. Mehr als 300 Vertreter aus Tourismuswirtschaft, Reiseregionen, Verbänden, Politik und Verwaltung diskutierten dabei über die wirtschaftliche Entwicklung und Zukunftsperspektiven des Tourismus in Brandenburg.

(TMB/KAGI)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Münchner Delegation auf der Bühne nach der Entscheidung über den deutschen Olympia-Bewerber in Baden-Baden
Deutscher Bewerber gekürt
Deutscher Bewerber gekürt

Olympia-Entscheidung: München geht ins Rennen – Chancen fürs Gastgewerbe

Die Entscheidung ist gefallen: München wird Deutschland im weiteren Bewerbungsverfahren um die Olympischen und Paralympischen Spiele vertreten. Für Hotellerie, Gastronomie und Tourismus eröffnet die Bewerbung neue Chancen. Gegenüber HOGAPAGE erklärt der Dehoga Bayern, worauf es für die Branche jetzt ankommt.
Bezahlen im Restaurant
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz steigt im Juli

Das Gastgewerbe in Deutschland hat im Juli gegenüber dem Vormonat wieder mehr umgesetzt. Im Vergleich zum Vorjahresmonat bleibt die Entwicklung preisbereinigt jedoch im Minus – besonders in der Gastronomie.
An der Hotelrezeption
Branchenanalyse
Branchenanalyse

Tourismusbarometer: Anspruchsvolle Besucher – Gastgewerbe vor Herausforderungen

Hotels und Gaststätten in Rheinland-Pfalz sehen sich einer Reihe von Herausforderungen gegenüber. Das Tourismusbarometer 2026 listet einige auf und gibt Empfehlungen für die Branche.
Kölner Dom
Halbjahresbilanz
Halbjahresbilanz

Hotels sind so gefragt wie noch nie in NRW

In den Corona-Jahren ging es abwärts mit Nordrhein-Westfalens Gastgewerbe, inzwischen geht es wieder aufwärts. Im ersten Halbjahr 2026 wurden neue Höchstwerte erreicht. 
Frau beim bezahlen im Restaurnat
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz im ersten Halbjahr 2026: Gastronomie mit stärkeren Einbußen als Hotellerie

Das deutsche Gastgewerbe erzielt im ersten Halbjahr nominal ein Umsatzplus. Preisbereinigt bleibt die Entwicklung jedoch rückläufig – mit stärkeren Einbußen in der Gastronomie als in der Hotellerie.
Gastronom beim Abkassieren
Statistik
Statistik

Gastgewerbe macht im Mai weniger Umsatz

Die Gäste bleiben aus: Das Gastgewerbe verzeichnet im Vergleich zum Vorjahr spürbar weniger Umsatz. Hotels und Restaurants sind unterschiedlich stark betroffen.
Burg Falkenstein im Harz in Sachsen-Anhalt im Herbst
Statistik
Statistik

Tourismus in Sachsen-Anhalt: Gästezahlen stabil, Umsätze sinken

Rund 3,4 Millionen Menschen reisten 2025 in das Bundesland. Während die Nachfrage nahezu konstant bleibt, steht das Gastgewerbe wirtschaftlich unter Druck.
Blick auf das Kloster St. Johannis in Brandenburg an der Havel am Wasser gelegen
Jahresbilanz
Jahresbilanz

Tourismus 2025 in Brandenburg stabil trotz Konsumzurückhaltung

5,4 Millionen Gäste und 14,3 Millionen Übernachtungen: Die Branche behauptet sich auf hohem Niveau. Rückenwind kommt vor allem aus der ruhigen Reisezeit und dem Wassertourismus.
Kellner beim Abkassieren
Statistik
Statistik

Gastgewerbeumsatz 2025 liegt unter Vorjahresniveau

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Jahreszahlen 2025 für das Gastgewerbe vorgelegt. Nominal stiegen die Umsätze leicht – preisbereinigt gingen die Einnahmen für Gastronomie und Hotellerie jedoch zurück.