Barometer

Tourismus in MV: Mehr Übernachtungen, hohe Zufriedenheit

Strand am Kurhaus von Binz
Laut MV-Tourismusbarometer verzeichnet das Land bei der Gästezufriedenheit einen bundesweiten Höchstwert. (Foto: © Tilman Ehrcke/stock.adobe.com)
Mecklenburg-Vorpommern verzeichnet mehr Übernachtungen und bundesweit höchste Gästezufriedenheit, so das Sparkassen-Tourismusbarometer. Was Besucher besonders schätzen – und wo es Nachholbedarf gibt.
Montag, 10.11.2025, 08:05 Uhr, Autor: Sarah Hoffmann

Mecklenburg-Vorpommern überzeugt als Reiseziel: Nach Angaben des Ostdeutschen Sparkassenverbandes (OSV) verzeichnet MV einen bundesweiten Spitzenwert bei der Gästezufriedenheit und einen leichten Zuwachs bei den Übernachtungen. Damit trotze das Land dem allgemeinen Trend stagnierender Tourismuszahlen. Das sei das Ergebnis des Sparkassen-Tourismusbarometers.

Etwas mehr Übernachtungen

Von Januar bis August 2025 seien in Mecklenburg-Vorpommern die Übernachtungen in gewerblichen Betrieben gestiegen – und zwar um 1,5 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum 2024. Bundesweit sei hingegen ein Rückgang von 0,1 Prozent verzeichnet worden.

Tagesreisen blieben den Ergebnissen zufolge aber auch wichtig: Fast 63 Millionen Tagesreisen generierten allein im Jahr 2024 einen Umsatz von rund zwei Milliarden Euro. 

Hohe Gästezufriedenheit

Auch setzte sich das Land 2024 an die Spitze der bundesweiten Gästezufriedenheit, wie der OSV weiter mitteilte. Mecklenburg-Vorpommern erreiche im Barometer den höchsten „Trust Score“ aller Bundesländer: 84,8 von 100 Punkten

Besonders positiv bewerteten Gäste demnach die Kategorien:

  • Lage,
  • Service sowie
  • Essen und Trinken

Weniger gut seien hingegen die Internetverfügbarkeit und der Zustand der Unterkünfte angekommen. Insgesamt blieb das Preis-Leistungs-Verhältnis 2024 laut Barometer in MV mit 56,8 Punkten deutlich unter dem Bundesdurchschnitt (65).

Herausforderungen im Gastgewerbe

Nach Angaben des OSV steht das Gastgewerbe in Mecklenburg-Vorpommern unter Druck. Steigende Arbeits-, Energie- und Rohstoffkosten sowie zunehmende Bürokratie und Überregulierung führten zu stagnierenden Umsätzen und sinkenden Gewinnmargen. Dennoch zeige sich die Innenfinanzierungskraft der Branche stabil und liege über dem bundesweiten Durchschnitt.

Investitionen sind die Währung für das Vertrauen in die Zukunft. Gerade in Ostdeutschland braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, um privates Kapital zu mobilisieren und das touristische Potenzial voll auszuschöpfen.

Ludger Weskamp, OSV-Präsident

Für die Erstellung des Sparkassen-Tourismusbarometers wurde nach Angaben eines Sprechers des OSV das Institut dwif beauftragt. In die Ergebnisse flossen etwa Daten des dwif-Tagesreisenmonitors, der Statistischen Landesämter oder der Trust Score GmbH.

(dpa/SAHO)

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