Eintrittsgebühr

Venedig verlangt jetzt wieder Eintritt

Venedig
Touristenandrang am Markusplatz in Venedig: Die Lagunenstadt erhebt erneut Eintritt für Tagesbesucher, um den Massentourismus besser zu steuern. (Foto: © neirfy/stock.adobe.com)
Die ersten Monate des Jahres war die Lagunenstadt gratis. Mit den Ostertagen müssen Tagesbesucher jetzt jedoch wieder zahlen. Die umstrittene Maßnahme soll den Massentourismus steuern, doch Kritiker zweifeln an der Wirkung.
Dienstag, 07.04.2026, 15:00 Uhr, Autor: Sarah Kleinen

Venedig kostet seit diesem Freitag wieder Eintritt: zehn Euro pro Tag. An insgesamt 60 Terminen bis Ende Juli werden Kurzbesucher in der italienischen Lagunenstadt dieses Jahr erneut zur Kasse gebeten. Nur wer frühzeitig bucht – mindestens drei Tage zuvor – kommt mit fünf Euro davon. Damit geht die umstrittene Regelung, die ursprünglich nur als Test deklariert war, bereits in die dritte Saison. 

Eintritt müssen alle Tagesgäste zahlen – auch, wenn sie sich nur für ein paar Stunden in den Gassen rund um Markusplatz und Rialtobrücke aufhalten. Letzter Zahltermin ist der 26. Juli.

Das sind so viele Tage wie nie zuvor: Im ersten Jahr wurde die weltweit einmalige Gebühr an 29 Tagen fällig, dann an 54. Zumindest wird es aber nicht teurer. Übernachtungsgäste bleiben weiterhin ausgenommen. Sie müssen allerdings für jede Nacht Kurtaxe entrichten. 

Viele mogeln sich immer noch um Eintritt herum

Vergangenes Jahr registrierten sich mehr als 720.000 Tagesbesucher, was der Stadt etwa 5,4 Millionen Euro in die Kassen brachte. Allerdings mogelten sich immer noch viele um den contributo di accesso – so heißt die Gebühr auf Italienisch – herum. Besonders streng kontrolliert wird bislang nicht.

Das Geld soll helfen, den Massentourismus in der Stadt mit den vielen Kanälen und Palästen besser zu steuern. Kritiker wenden ein, dass der Eintritt kaum jemanden davon abhält, nach Venedig zu kommen: Die Stadt ist ohnehin teuer. Im historischen Zentrum leben heute noch annähernd 50.000 Menschen – weniger als die Stadt Hotelbetten hat.

(dpa/SAKL)

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Venedig
Regelung
Regelung

Venedig verlangt Eintritt an noch mehr Tagen

Seit vergangenem Jahr verlangt die Lagunenstadt zu bestimmten Terminen von Kurzbesuchern Geld. Auch im kommenden Jahr sollen wieder Eintrittsgebühren für Touristen fällig werden – dann sogar an mehr Tagen als zuvor. 
Venedig
Gegen Massentourismus
Gegen Massentourismus

Venedig verlangt wieder Eintritt

Als erste Stadt der Welt hatte Venedig im vergangenen Jahr von Kurzbesuchern testweise ein Eintrittsgeld verlangt. Abgeschreckt hat das die wenigsten. Zuletzt war die Lagunenstadt für Tagesbesucher wieder gratis. Das soll sich nun aber ändern – und es wird sogar doppelt so teuer.
Venedig
Eintrittsgeld
Eintrittsgeld

Venedig erhöht Eintrittspreis für Touristen

Als erste Stadt der Welt verlangt Venedig seit diesem Jahr Eintritt von Kurzbesuchern. Fünf Euro mussten Tages-Touristen bisher für einen Besuch in der Lagunenstadt zahlen. Nun soll es deutlich teurer werden. Und damit nicht genug.
Massentourismus in Venedig
Interview
Interview

Eintrittsgelder als Lösung gegen Massentourismus?

In Venedig wird mittlerweile Eintrittsgeld verlangt, auf den Kanaren protestierten dieses Jahr Zehntausende gegen Massentourismus: Das Thema „Overtourism“ ist in diesem Jahr wieder besonders präsent. Im Interview erläutert Tourismusforscher Christian Laesser, ob Eintrittsgelder eine Lösung gegen steigende Besucherzahlen sind.
Venedig.
Tourismus
Tourismus

Venedig: Wann kommt das Touristen-Ticket?

Jedes Jahr strömen Millionen von Touristen in die Lagunenstadt. Einwohner sind genervt. Sie fordern einen Eintrittspreis für Touristen. Wann wird darüber entschieden?
Venedig
Bilanz
Bilanz

Venedig: Eintrittsgelder bringen 5,4 Millionen Euro ein

Seit Ostern hatte die Lagunenstadt wieder Eintrittsgebühren von Tagesbesuchern verlangt. Nun ist die zweite Testphase vorbei – und die Stadt zieht vorläufig Bilanz.
Reisende am Flughafen
Studie
Studie

Reiselust in Deutschland bleibt ungebrochen

Die Reiselust der Deutschen bleibt auch im Jahr 2026 hoch. Gleichzeitig beeinflussen steigende Kosten sowie wirtschaftliche und geopolitische Unsicherheiten zunehmend die Urlaubsplanung. Das geht aus dem Global Travel Confidence Index 2026 von Allianz Partners hervor.
Porträt von Sören Hartmann, Präsident des BTW
Studienergebnisse
Studienergebnisse

Reisen bleibt trotz Krisen wichtig für die Deutschen

Eine aktuelle YouGov-Umfrage im Auftrag des Bundesverbands der Deutschen Tourismuswirtschaft zeigt: Urlaub bleibt für viele Menschen unverzichtbar. Gleichzeitig sorgen wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Kosten für Zurückhaltung bei Reisebuchungen.
Herrnhut
„Alles auf einen Augenblick“
„Alles auf einen Augenblick“

Neue Kampagne zu Welterbe soll Touristen nach Sachsen locken

Von Musik bis Handwerk: Sachsen will unter dem Slogan „Alles auf einen Augenblick“ mit emotionalen Geschichten und besonderen Reiserouten Touristen aus aller Welt begeistern.