
Digitalisierung als Gamechanger
Neben neuen Produkten prägt auch die Digitalisierung die Zukunft der Branche. Smarte Kassensysteme und KI-gestützte Absatzprognosen sowie cloudbasierte Warenwirtschaft und
E-Learning-Lösungen gehören längst zu den strategischen Werkzeugen moderner Betriebe. Auf der Internorga wird praxisnah gezeigt, wie digitale Lösungen Prozesse vereinfachen, die Kosten senken und neue Geschäftsmodelle ermöglichen.

Austausch, der weiterbringt
Impulse liefern nicht nur die Aussteller, sondern auch die Bühnenformate. Auf der Open Stage stehen Themen wie Digitalisierung, neue Geschäftsmodelle und Mitarbeitergewinnung und -bindung im Mittelpunkt. Best-Practice-Cases, Talks und Diskussionen bieten Orientierung in bewegten Zeiten.
Für den persönlichen Austausch sorgen Networking-Spots wie „Off the Record“ oder das Café Future Live. „Nach der Internorga fahre ich jedes Mal mit frischen Ideen und einem guten Gefühl nach Hause“, sagt etwa Jochen Meyer, selbstständiger Bäcker- und Konditormeister. „Hier sieht man, wie lebendig unser Handwerk ist – egal ob kleiner Familienbetrieb oder große Kette.“

Matthias Balz im Gespräch
Zuversicht, Begegnungen und echte Innovationen
Für Matthias Balz ist die Internorga 2026 die zweite Ausgabe, die er als Director verantwortet – und eine, die ganz wesentlich vom Geist des Aufbruchs geprägt sein soll. Warum, verrät er im HOGAPAGE-Interview.
Herr Balz, 2025 stand die Internorga unter dem Motto „Frischer Wind“. Wie hat sich dieser Wind aus Ihrer Sicht ausgewirkt?
Tatsächlich ist viel von dieser Energie geblieben. Die Stimmung im vergangenen Jahr war unglaublich positiv und tief in der Branche verankert. Wenn ich heute Aussteller treffe, spüre ich diese Vorfreude wieder. Gerade in Zeiten, in denen die Rahmenbedingungen nicht einfacher werden, ist diese Internorga-Stimmung wichtiger denn je. Sich treffen, austauschen, Lösungen finden – dafür braucht es Orte und genau die schaffen wir 2026 noch konsequenter.
Welche Lehren haben Sie aus 2025 gezogen und was wurde für die kommende Ausgabe weiterentwickelt?
Ein großes Learning war: Die Branche braucht noch mehr Begegnungsflächen. Networking klingt immer so technisch, deshalb sprechen wir inzwischen sehr bewusst von Begegnungen. Viele Besucher haben uns gespiegelt, dass ihnen Räume zum Austausch fehlen. Das greifen wir auf und bauen es weiter aus.
Außerdem vergrößern wir die Bereiche rund um Start-ups, Newcomer und alternative Proteine erheblich. Der Bereich ist im vergangenen Jahr aus allen Nähten geplatzt, deshalb zieht er von den Obergeschossen B3/B4 in die Halle B5 um. Dort haben wir im Umfeld von „Off the Record“ rund 1.500 zusätzliche Quadratmeter und können Ausstellungsflächen, Bühne und Begegnungszonen so noch besser kombinieren. Das wird ein echtes Highlight.
Gab es Besucher- oder Ausstellerreaktionen, die Sie besonders bestätigt haben?
Sehr deutlich kam der Wunsch nach Austausch und Orientierung. Viele Betriebe stehen aktuell vor enormen Herausforderungen – von Kosten über Fachkräfte bis hin zu Investitionszurückhaltung. Gleichzeitig haben sie einen großen Bedarf an Inspiration. Dieses Spannungsfeld hat sich klar gezeigt und und wir antworten darauf mit Formaten, die Orientierung, Impulse und Gemeinschaft bieten.
Viele Messen kämpfen mit rückläufigen Ausstellerzahlen. Wie behauptet sich die Internorga?
Wir haben in den vergangenen Jahren inhaltlich stark umstrukturiert, das zahlt sich aus. Die Nachfrage ist stabil, teils wachsend. Gerade im Bereich Living & Dining, der 2026 deutlich ausgebaut wird, und in den Segmenten Start-up und Foodtech spüren wir eine enorme Dynamik. Die Internorga ist für viele Unternehmen der zentrale Ort, um ihre Innovationen zu zeigen. Diese Rolle festigen wir weiter.
Welche Innovationen sehen Sie 2026 als denkbare Gamechanger?
Ein Thema rückt diesmal besonders in den Fokus: Robotik und Automation. Transgourmet und Goodbytz zeigen mit weiteren Partnern wie Menoovo erstmals in Halle B5 den kompletten Prozess von der digitalen Bestellung über die Verarbeitung in robotischen Kochsystemen, Warenströme und automatische Rücknahmen bis zur Integration in die Spülprozesse.
Wir wollen nicht nur einen kochenden Roboter zeigen, sondern die gesamte Anwendungskette. Das macht es für die Gäste viel greifbarer. Dazu kommen neue innovative Start-ups im Foodbereich, die z. B. mit natürlich gewonnenen, ressourcenschonenden Proteinalternativen arbeiten. Da passiert gerade richtig viel.
In manchen Bereichen spüren wir eine enorme Dynamik
Wie fördern Sie 2026 den Dialog zwischen Gastronomie, Hotellerie und Gemeinschaftsverpflegung?
Neben den neuen Begegnungsflächen sind unsere langjährigen Partner – allen voran die sieben DEHOGA-Verbände – sehr wichtig. Sie bringen eigene Programme, Themen und Treffpunkte mit. Dazu kommen Formate wie die Open Stage, verschiedene Kongresse und erstmals die Green Hospitality Conference, die sich intensiv mit nachhaltigem Hotelbetrieb auseinandersetzt. Das alles schafft einen sehr lebendigen, inhaltlich starken Austausch.
Wie würden Sie den folgenden Satz vervollständigen: „Die Internorga 2026 steht für …“
… Innovation, Begegnung und Zuversicht. Letztes Jahr spürten wir eine unglaubliche Aufbruchsstimmung in der Branche. Das wünschen wir uns wieder: Optimismus, Mut und das Gefühl, gemeinsam voranzukommen.
Was begeistert Sie persönlich am meisten?
Das sind ganz klar die Menschen in unserer Branche. Wenn man ein Jahr lang auf ein Event wie die Internorga hinarbeitet, gibt es nichts Schöneres, als wenn dort endlich wieder alle zusammenkommen. Trotz aller Schwierigkeiten erlebe ich eine Branche, die unglaubliche Kraft hat. Dieses Wiedersehen, der Austausch, die Energie – das begeistert mich jedes Jahr wieder aufs Neue.
Was wünschen Sie sich von der Branche für 2026?
Ich wünsche mir, dass weiterhin so viele Menschen nach Hamburg kommen – dieses jährliche Familientreffen tut der Branche gut. Und ich wünsche mir politische Rahmenbedingungen, die den Betrieben wieder mehr Luft zum Entscheiden, Investieren und Entwickeln geben. Und natürlich Gäste, die weiterhin neugierig bleiben und Gastronomie und Hotellerie als besonderes Erlebnis wertschätzen.