
Wellness mit Weitblick
Herzstück des Hauses ist der gänzlich neu gestaltete und deutlich vergrößerte Spa-Bereich – an erster Stelle die Sky-Sauna im sechsten Stock. Hier oben, über den Baumwipfeln des Bad Füssinger Erholungsgebiets, entsteht eine besondere Atmosphäre: gedämpftes Licht, klare Linien, weiter Blick. Ein Aufguss in dieser Höhe fühlt sich fast wie ein Perspektivwechsel an. Danach ein Gang durch die großzügigen Ruhebereiche, vorbei an sanften Brombeertönen und warmen Materialien – alles ist darauf ausgelegt, in einen Moment des Durchatmens den Kopf vom trubeligen Alltag freizubekommen.
Im Erdgeschoss ergänzt Thermalwasser im Innen- wie auch im Whirlpool das Angebot, draußen lockt der Außenpool Gäste zum entspannten Bahnenziehen, ringsum laden stilvolle Outdoorliegen bei schönem Wetter zum Relaxen ein. Zudem steht fürs tägliche Auspowern ein modern ausgestatteter Fitnessbereich bereit.
Wesentlich ruhiger geht es hingegen im hauseigenen Vitalzentrum zu: Acht Behandlungsräume und vielfältige Anwendungen, die vom Lavendelbad über Facials mit Dr. Spiller bis zur ayurvedischen Ganzkörpermassage reichen, machen das Spa zu einem zentralen Frequenzbringer in den schwächeren Monaten des Jahres. „Früher war die Zeit von Oktober bis Ostern schwierig“, erläutert Lealahabumrung. Durch das erweiterte Wellnessangebot konnte die Auslastung in diesem Zeitraum deutlich gesteigert werden – teilweise sogar verdoppelt. Das mache das Haus unabhängiger von saisonalen Schwankungen und klassischen Kurzyklen.
Kulinarik als Erlebnis
Auch im F&B-Bereich setzt das Hotel Wittelsbach auf Vielfalt und Entwicklung. Küchenchef Armin Bachhuber steht für eine frische, regionale Küche und blickt dabei stets über den Topf- und Tellerrand hinaus. Hausgäste beginnen den Tag mit einem reichhaltigen Frühstücksbüfett samt hausgemachten Marmeladen, großer Müsliauswahl und frischem Obst, am Abend erwartet sie dann ein Vier-Gänge-Menü mit wechselnden Komponenten – ein stets überraschender Mix aus leichten Vitalgerichten und traditionellen bayerischen Köstlichkeiten.
Komplettiert wird das Angebot durch das angrenzende Café O’Lala, wo man sich tagsüber durch hausgemachte Kuchen und Torten schlemmen kann. In regelmäßigen Abständen finden hier auch Events statt – etwa in Kooperation mit externen Gastronomiepartnern oder mit bekannten Konzepten aus urbanen Märkten.
Mal zeigt sich das namhafte Restaurant Chang aus Grünwald für einen Themenbrunch im gehobenen Asia-Style federführend, mal serviert Christoph von Preysing von der Fischerei Tegernsee Spezialitäten von Steckerlfisch bis Kaviar. „Wir versuchen, zusätzliche Anreize zu schaffen, damit externe Gäste bewusst zu uns kommen, wollen das Haus aber auch stärker im Ort verankern“, erklärt Lealahabumrung.
Neue Zielgruppen im Blick
Mit der Neupositionierung verfolgt die Gastgeberfamilie eine klare Strategie: Neben den klassischen Kurgästen, zu denen nach wie vor Stammkunden aus der Zeit der Vorbesitzer zählen, sollen verstärkt jüngere, designaffine Gäste angesprochen werden.
Der Wandel zeigt sich bereits deutlich: Während früher das Durchschnittsalter der Gäste noch bei rund 75 Jahren lag, streifen heute Mittdreißiger durch die Gänge. Dominierten vor dem Umbau vor allem Langzeitaufenthalte, kommen heute zunehmend auch Gäste und Paare für eine kurze Auszeit ins Haus – die hervorragende infrastrukturelle Anbindung zur Autobahn und die Nähe zur Metropolregion München spielt hier wunderbar in die Karten.
Für Christian Lealahabumrung ist die neue Postitionierung geglückt: „Wir wollten ganz bewusst etwas Modernes schaffen, etwas Urbanes, aber trotzdem Entspanntes“, erklärt der Immobilienprofi. Und genau diese Balance scheint nun den Reiz des Wellnesshotel Wittelsbach auszumachen.

Die Geschichte des Hotel Wittelsbach
Das Hotel Wittelsbach wurde 1981 als Kurhotel eröffnet und galt lange als eines der führenden Hotels in Bad Füssing. Wegen fehlender Neuinvestitionen verlor es im neuen Jahrtausend mehr und mehr an Anziehungskraft. 2018 erkannte die Familie Lealahabumrung das Potenzial, übernahm das Haus und verwandelte es in den vergangenen Jahren für rund 18 Millionen Euro in ein zukunftsweisendes, modernes Design- und Wellnesshotel.
Die Neugestaltung verantwortete das Kirchhamer Architekturbüro Desch und die preisgekrönte Innenarchitektin Svenja Hansen.
Sichtbarkeit und Zukunftsvision
Auch nach dem umfassenden Umbau ist die Entwicklung das Bad Füssinger Traditionshauses nicht abgeschlossen. Themen wie Nachhaltigkeit, Energieeffizienz und weitere gestalterische Projekte stehen bereits auf der Agenda.
Langfristig verfolgen die Gastgeber ein klares Ziel: „Wir möchten unser Haus als eigenständigen Hotspot in der Region etablieren – als einen Ort, den Gäste gezielt ansteuern, unabhängig von klassischen Kurstrukturen“, beschreibt Inhaber Lealahabumrung die Vision.
Das Wellnesshotel Wittelsbach ist mehr als ein gelungenes Redesign. Es ist ein Beispiel dafür, wie sich Gastlichkeit in einem Traditionshaus zukunftsfähig aufstellen lässt: mit Mut zur Veränderung, einem klaren ästhetischen Konzept und klarer Handschrift.