Quo vadis? Gastwelt weiter unter Druck
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Quo vadis? Gastwelt weiter unter Druck

Freude über weniger Steuern – aber wann folgt weniger Bürokratie?

von Wolfgang Bublies
Mittwoch, 04.03.2026
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Immerhin trägt die lange geforderte Steuersenkung zum Jahresbeginn laut Experten und Verbänden dazu bei, dass die Betriebe trotz massiv gestiegener Kosten wieder wirtschaftlicher arbeiten können. So drückt es auch die neue Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA-Bundesverbandes, Jana Schimke, aus. Ihre Vorgängerin Ingrid Hartges hat sich nach 36 Jahren Verbandsarbeit in den Ruhestand verabschiedet. Für den Deutschen Hotel- und Gaststättenverband, der rund 65.000 Mitgliedsbetriebe vertritt, geht es laut Schimke „weiter um das Überleben unserer Restaurants, Wirtshäuser und Cafés.“

Jana Schimke, Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA-Bundesverbandes
Es geht weiter um das Überleben unserer Restaurants, Wirtshäuser und Cafés. Jana Schimke, Hauptgeschäftsführerin des DEHOGA-Bundesverbandes; Foto: DEHOGA Bundesverband

Maßnahme zur Stärkung der Gastronomie

Seit 2022, so rechnet Jana Schimke auf der DEHOGA-Homepage vor, „sind die Kosten für Energie, Nahrungsmittel und Personal um bis zu 40 Prozent gestiegen. Jetzt wurde auch noch der Mindestlohn auf 13,90 Euro (plus 8,4 Prozent) erhöht – mit Auswirkungen auf das gesamte Lohngefüge.“ 

Die neue Hauptgeschäftsführerin, die als ehemalige Bundestagsabgeordnete und Mitarbeiterin bei Arbeitgeberverbänden politische und wirtschaftliche Erfahrungen mitbringt, verweist in diesem Zusammenhang auch auf eine DEHOGA-Umfrage. Demnach sehen vier von fünf Betrieben durch die 7 Prozent eine Stabilisierung ihrer wirtschaftlichen Lage. Knapp zwei Drittel planen überfällige Investitionen oder wollen Arbeitsplätze sichern und ausbauen. Kurzum, so Schimke: „Die 7 Prozent sind eine steuerpolitische Maßnahme zur Stärkung der Gastronomie und eine Investition in den Wirtschaftsstandort Deutschland.“

„Steuerentlastung nicht konterkarieren“

Auch andere Verbände, die durchweg die Steuersenkung „als wichtigen und notwendigen Schritt zur Stabilisierung“ begrüßen, sehen die Branche weiter unter Druck. So warnt die Denkfabrik Zukunft der Gastwelt (DZG) u. a. mit Blick auf weiter steigende Insolvenzzahlen davor, „die Steuerentlastung durch neue Belastungen zu konterkarieren“. Die DZG fordert daher laut ihrem Vorstandsvorsitzenden Dr. Marcel Klinge erneut ein „Belastungsmoratorium für 2026, das zusätzliche Abgaben, neue Regulierungen oder kostensteigernde Vorgaben zumindest temporär aussetzt.“ Ziel sei es, Planungssicherheit zu schaffen, Beschäftigung zu sichern und Vertrauen zurückzugewinnen. 

Immer wieder gefordert wird mehr Bürokratieabbau in der Gastrobranche, wo sich nach Ansicht Betroffener noch zu wenig tut. Dabei hat die neue Bundesregierung gerade hier Entlastungen versprochen und in manchen Bereichen (Stichwort Bau) schon entsprechende Gesetze auf den Weg gebracht. Welche konkreten Chancen zum Bürokratieabbau sehen also Vertreter der Regierungsparteien für das Gastgewerbe? Und in welchem Zeitrahmen könnte sich hier etwas bewegen?

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