Stärkt das Fair Job Hotel-Label das Image Ihrer Häuser?

Natürlich trägt das immens zur Qualitätsaussage eines Hotels bei, gerade in personalkritischen Zeiten wie diesen. Es ist ein Gütesiegel, das natürlich positiv auf die Mitarbeiter wirkt. Gerade den fairen Umgang miteinander suchen Angestellte heute mehr denn je. Und als Arbeitgeber sollte man sich selbst immer vor Augen halten, dass auch wir als Unternehmer fair behandelt werden wollen. Was habe ich davon, wenn meine Mitarbeiter nicht gerne zur Arbeit kommen – das möchte ich als Chef doch nicht. Es geht hier also um ein stetes gegenseitiges Geben und Nehmen, bei dem man sich in der Mitte begegnen muss – dann macht das Miteinander und die Arbeit auch Spaß.

Hand aufs Herz: was machen Sie als Arbeitgeber besser als andere?

Ich glaube, wir haben einen coolen Weg gefunden, von beiden Seiten fair zu sein – und genau das ist heutzutage einfach extrem wichtig. Wir geben unseren insgesamt rund 330 Mitarbeitern kein einheitliches Arbeitskonzept vor, sondern setzen alles daran, mit jedem Mitarbeiter individuell ein Arbeitsmodell zu finden, das für ihn zu einem glücklichen Leben beiträgt. Ein Kollege, der in unserem Freigeist Göttingen Nordstadt gelernt hat, arbeitet jetzt beispielsweise nur 25 Stunden in der Woche, um seine Freizeit genießen zu können. Eine andere Kollegin nimmt gerade sechs Monate Auszeit, um ein Sabbatical einzulegen. Unsere Mitarbeiter wissen, dass sie sich auf uns verlassen können. Im Gegenzug können aber auch wir in jeder Lage auf unsere Leute zählen.

Als die Branche nach Corona wieder durchstarten konnte, war es eine unserer Herzensangelegenheiten, intensives Onboarding zu betreiben. Wir haben uns die Zeit genommen und machen dies auch immernoch, mit jedem einzelnen zu sprechen, um zu erfahren, wie es demjenigen geht – von der Reinigungskraft über den Küchenchef bis hin zum Barkeeper und den Empfangsmitarbeitern. Ganztagsworkshops in Zusammenarbeit mit unserem Personal Coach Frank Simmeth haben hier geholfen, dass alle wieder zueinander fanden, sich keiner allein gelassen fühlte.  

Wir haben schließlich so viele tolle Jobs in unserer Branche und jeder Tag bringt etwas Unerwartetes. Solange jeder Spaß in dem hat, was er tut, kann man alles bewältigen.

Welche Bedeutung hatte es für Sie, erstmals auch Austragungsort des Innovation Camps gewesen zu sein?

Wir sind stolz, die Plattform für solche eine Veranstaltung sein zu dürfen und haben bewusst auch aus jedem unserer eigenen Häuser zwei Mitarbeiter am Camp teilnehmen lassen. Die Rückmeldung waren durchweg positiv und haben so manchen kreativen Gedankengang in Bewegung gesetzt.

Ich würde mir wünschen, dass noch viel mehr Hotels der Vereinigung beitreten – dies würde unserer Branche immens helfen, das schlechte Image auszumerzen. Denn ich bin überzeugt, Umso populärer dieses faire Miteinander wird, um so mehr können wir gemeinsam etwas für unsere Branche bewegen.

Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute!

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Dann besuchen Sie doch einmal die HOGAPAGE Jobbörse.

(KAGI)

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