Qualität als Erfolgsfaktor

Trotz der Pandemie bedingten Ausfälle, Lockdowns und des akuten Personalmangels sieht die Hotelbranche auch in Zukunft zwei Erfolgsfaktoren, die schon bislang als Maßstab galten und insgesamt für einen positiven Ausblick entscheidend sein werden:

Lisa Loferer, Geschäftsführerin Kur- und Tourimsusverband Bad Gastein: „Die Menschen wollen reisen.” Und weiter: „Die Gäste haben nie aufgehört qualitative und authentische Angebote zu bevorzugen.” Dem pflichtet auch auch Martin Lenikus, Eigentümer der Lenikus GmbH und Betreiber der Wiener Stadthotels Topazz und Lamee, bei: „Qualität, Gastfreundschaft und Verlässichlichkeit sind die wesentlichen Bausteine des Erfolgs.”

Dies wird besonders in der Stadthotellerie notwendig sein: In Städten mit einem hohen Anteil an Messe- und Kongresstourismus fehlen die Gäste an allen Ecken und Enden, ein wenig besser sieht es in Städten und Regionen mit einem hohen Leisure-Anteil aus. “Gewinner” der Pandemie (oder zumindest halten sich in diesem Segment die Verluste in Grenzen) ist die Ferienhotellerie und hier besonders die gehobene Resort-Hotellerie. Diese sieht Björn Kombächer, Head of Investor Relations bei Engel & Völkers Asset Management, auch als größten Treiber der Zukunft: „(…) Während der Pandemie haben Businesshotels durch das eingeschränkte Geschäftsreise-Verhalten gelitten. Hingegen prosperiert die Ferienhotellerie und ist lebendig.”

Eine Chance besteht jetzt für Konzepte, die das Produkt “Hotel” neu bzw. anders denken. Dr. Josef Vollmayr, Gründer und Geschäftsführer Limehome, erkennt in seinem Angebot zahlreiche Vorteile gegenüber den etablierten Produkten, die aus seiner Sicht in den Entwicklung sehr träge sind: „(…) Die Idee der Apartments liegt vor allem bei jungen Leuten im Trend – ebenso wie ‘Affordable Design‘ und ‘Lean-Luxury‘ Konzepte.”

Hotelimmobilien behalten Wert

Auf der Development- und Investment-Seite sprechen die Experten von der besonderen Herausforderung, neue Projektideen am Markt zu platzieren. Die Ursache liegt darin, dass auch in diesem Bereich praktikable Pauschalaussagen und Einschätzungen schwierig bis unmöglich geworden sind. Hannibal Dumont Schütte, Gründer und Geschäftsführer Stayery, sieht die Expansion nicht nur durch verschärfte Bedingungen bei Bankenfinanzierungen erschwert: „Gute Lagen sind rares Gut, die Baukosten steigen weiter exponentiell (…).”

Bereits laufende Hotelentwicklungen müssen neu bewertet werden, zahlreiche Investoren und Projektentwickler planen ihre Projekte um und transformieren diese Richtung Apartments oder Wohnungen. „(…) Hotelentwicklungen neu zu bewerten und auf einen digitalen bzw. hybriden Entwicklungsprozess umzustellen” identifiziert Dietmar Ploberger, Senior Project Manager Signa Real Estate Management GmbH als eine der wesentlichen Veränderungen, auf die sich auch sein Unternehmen einstellt.

Während betriebliche Prognosen äußerst schwer zu treffen sind und damit auch die Bewertung von Konzepten sowohl in der Projektierung, wie auch im Bestand erschweren, rücken die Immobilien durch ihre Wertbeständigkeit selbst stärker in das Rampenlicht. „Der Immobiliensektor hat sich bis jetzt sehr stabil gezeigt, Immobilien gehören auch zu den Branchen, die in Zeiten steigender Inflationsraten (derzeit der Fall) Outperformance zeigen.”, analysiert Monika Rosen, Börsenexpertin und Vizepräsidentin der Österreichisch-Amerikanischen Gesellschaft die aktuelle Situation in Bezug auf Hotelimmobilien.

Gravierende Änderung am Markt

Eine gravierende Änderung am Markt erkennt Torsten Kuttnig, Director Development ECE Work & Live GmbH, in Bezug auf die Vertragssituation zwischen Eigentümer bzw. Developer und Betreiber: „Die Bereitschaft der Betreiber zum Abschluss von Mietverträgen mit Fixpacht wird auch an guten Hotelstandorten deutlich zurückgehen!”. Hier wünschen sich die Betreiber eine stärkere Verteilung der Risiken – beispielsweise bei einem Umsatzausfall durch verordnete Schließungen. Risikoaverse Investoren bzw. institutionelle Investoren, die durch Regularien der Risikovermeidung gebunden sind, haben in diesem Marktumfeld kaum Möglichkeiten zu agieren. Dies eröffnet Private Equity bzw. Family Offices die Möglichkeit, in den Markt einzusteigen. Allerdings sind derzeit (auch durch die sich deutlich unterscheidenden Preisvorstellungen zwischen Verkäufern und Käufern) und ausgebliebenen Fire-Sales kaum nennenswerte Transaktionen am Markt zu verzeichnen.

Weiter zum Resümee

Zurück zur Startseite

Weitere Themen

Das Paper von mrp hotels
Aussichten
Aussichten

Trends der Hotel- und Tourismusbranche

Die Experten von mrp hotels haben die Zukunftsthemen der Branche aufgespürt und in einem Paper zusammengefasst. Mit „Booking the Future“ zeigen sie, welche Entwicklungen in der kommenden Zeit anstehen und welche Aspekte dominieren werden. 
Martin Schaffer, Managing Partner mrp Hotels
Hotel
Hotel

Trends und Herausforderungen der Hotellerie

Im Sommer 2024 wurde eine Befragung unter Hotelbetreibern und Investoren durchgeführt – die Themen im Fokus waren ESG, Human Resources, Finanzierung und Hotelprojektentwicklung. Die Auswertung zeigt, dass die Branche vor spannenden Entwicklungen steht.
Kellnerin trägt Bier auf der Wiesn
Umfrage
Umfrage

Eintritt fürs Oktoberfest? Umfrage zeigt gespaltene Meinung

Eintritt für die Wiesn? In München erfuhr diese Idee keine nennenswerte Unterstützung. Eine Umfrage zeigt nun jedoch, dass das Meinungsbild bundesweit nicht so eindeutig ist.
Hotelschild
Analyse
Analyse

Hotelimmobilienmarkt bleibt liquide

Trotz eines herausfordernden Umfelds zeigt sich der Hotelimmobilienmarkt stabil – Investoren agieren jedoch deutlich selektiver. Laut dem aktuellen „mrp hotels quarterly“ entscheiden zunehmend die Qualität von Betreiberstrukturen, Cashflows und Finanzierungsmodellen über Investitions- und Transaktionserfolge.
Frau steht vor dem Rathaus München
Umfrage
Umfrage

Reiselust der Deutschen bleibt ungebrochen

Die Deutschen sind so reiselustig wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das zeigt eine repräsentative Umfrage. Doch es muss kein Fernziel sein. In den vergangenen Jahren blieben viele Urlauber in Deutschland.
Ein Pärchen im Restaurant
Studie
Studie

Valentinstag: So viele Deutsche planen einen Restaurantbesuch

Valentinstag bleibt ein wichtiger Umsatztreiber für die Gastronomie. In diesem Jahr wollen mehr als die Hälfte der Deutschen an diesem Tag auswärts essen, so eine OpenTable-Studie. Gleichzeitig verändern sich die Rituale: Galentine’s Day, Gruppen-Dinner und Solo Dining liegen im Trend.
Junge Reisende mit Rucksack blickt von einem Bergpfad auf ein Tal mit Wald und Bergen
Umfrage
Umfrage

Reisetrends 2026: Gen Z setzt auf Kleinstädte und KI

Der neue „What the Future“-Report von Kayak zeigt, wie sich Gen Z und Millennials 2026 beim Reisen neu orientieren. Im Fokus stehen kleinere Ziele, Naturerlebnisse, Wellness und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bei der Planung.
Mitarbeiter in der Kantine
Datenerhebung
Datenerhebung

Bayern startet bisher größte Umfrage zur Gemeinschaftsverpflegung

Wie viele Gerichte werden pro Tag in der bayerischen Gemeinschaftsverpflegung ausgegeben? Wie und wo wurden die Lebensmittel produziert? Wie groß ist der Anteil regionaler und ökologisch erzeugter Produkte? Mit diesen und weiteren Fragen rund um das Thema Gemeinschaftsverpflegung beschäftigt sich ein neues Forschungsprojekt. Ziel ist es, erstmals belastbare Daten zu erheben und daraus konkrete Empfehlungen für Politik und Praxis abzuleiten.
Zwei Mitarbeiter stehen lächelnd hinter der Theke eines Cafés und tragen Schürzen; im Hintergrund sind Kaffeemaschine und Gläserregal zu sehen.
Nachwuchs
Nachwuchs

Generation Alpha: Die Zukunft im Gastgewerbe

Die jüngste Generation wächst als echte Digital Natives auf und wird die Arbeitswelt in Hotellerie und Gastronomie umkrempeln. Unternehmen steht ein Wertewandel mit neuen Erwartungen bevor.