Ausgezeichnet – und jetzt?
Wie Hoteliers und Trainer gemeinsam neue Wege in der Ausbildung gehen
von Karoline GiokasJedes Jahr ehrt die HDV Hotels, die Maßstäbe in der Ausbildung junger Talente setzen. Die Prämierung ist nicht nur ein Zeichen von Qualität, sondern auch Ausgangspunkt für Weiterentwicklung. Teil der Auszeichnung ist ein professioneller Austausch mit den Trainern von Diavendo – individuell abgestimmt auf das Haus. Doch wie bereitet man sich auf so eine Chance vor?
Wertschätzung als Ausgangspunkt
Für Steffen Schock von Diavendo steht eines fest: Der Einstieg beginnt mit Wertschätzung. „Ich starte bewusst mit der Frage: Was macht das Haus besonders? Genau dort, wo bereits Stärken sichtbar sind, lassen sich sinnvolle Impulse für die Zukunft ableiten.“ Grundlage für die individuelle Begleitung ist dabei ein dreidimensionaler Blick auf den Betrieb: Struktur, Kultur, Ambition.
Jedes Hotel ist ein Unikat, und genau so versteht Schock seine Rolle: nicht als standardisierter Trainer, sondern als Impulsgeber auf Augenhöhe. Der Beratungsprozess ist kein Programm von der Stange, sondern wird gemeinsam mit den Verantwortlichen entwickelt.
Mehr als eine Ehrung
Hotels haben jährlich die Chance, nach einen anspruchsvollen Audit von der HDV und der DEKRA Assurances Service, das Gütesiegel „Exzellente Ausbildung“ zu erhalten. In diesem Rahmen wird der Preis „Exzellenter Ausbildungsbetrieb des Jahres“ an die Häuser vergeben, die die höchste Punktzahl im Audit erzielt haben. Die Auszeichnung ist dabei für viele Hotels weit mehr als eine Trophäe. Sie ist Anerkennung, Antrieb und nicht selten Ausgangspunkt für eine tiefergehende Selbstreflexion. „Die Auszeichnung hat uns sehr viel bedeutet“, sagt Christian Helferich, Direktor des Hotel-Restaurants Anne-Sophie. „Wir investieren viel in unsere Nachwuchsarbeit, und es ist etwas Besonderes, wenn dieses Engagement gesehen wird.“ Ähnlich sieht es Anke Wehmeier vom Frankfurt Marriott Hotel. „Seit mehr als zehn Jahren nehmen wir an der Zertifizierung „Exzellente Ausbildung“ teil. 2024 haben wir das erste mal 100 Prozent der Punkte erreicht – eine Motivation, uns immer wieder mit unserem Ausbildungskonzept intensiv auseinanderzusetzen.“
Der Öschberghof in Donaueschingen versteht die Würdigung als Verpflichtung. „Sie zeigt, dass unser ganzheitlicher Ansatz funktioniert – fachlich, menschlich und persönlich“, so HR-Direktorin Maxi Laermann Morales. Damit nicht genug: „Sie motiviert uns, weiterzumachen – noch besser zu werden.“
Individuelle Impulse statt Standardlösung
Die maßgeschneiderte Begleitung durch das Expertenteam von Diavendo beginnt immer mit einem genauen Blick auf das, was bereits funktioniert. „Wir arbeiten wie eine Manufaktur“, beschreibt Steffen Schock den Anspruch. „Jedes Format wird individuell entwickelt – auf Grundlage der spezifischen Kultur, Struktur und Zielsetzung des jeweiligen Betriebs.“ Um ein Gespür für das Haus zu entwickeln, analysiert er unter anderem Organigramme, Feedbacksysteme oder auch Videorundgänge. Wichtig sei, sagt Schock, dass Entwicklung nicht als reine Optimierung verstanden werde, sondern als gemeinsamer Prozess mit Perspektive. „Zuhören, beobachten, einordnen – daraus entstehen die besten Impulse.“
