Schädlinge? Nicht mit uns!
Prävention, Monitoring und KI definieren die Schädlingsbekämpfung in Hotellerie und Gastronomie neu
von Karoline Giokas
Seit Juli 2026 ist die befallsunabhängige Dauerbeköderung mit antikoagulanten Rodentiziden in Deutschland untersagt. „Die wichtigste Änderung lautet: Giftköder dürfen nicht mehr präventiv ausgelegt werden, sondern erst dann, wenn tatsächlich ein akuter Befall nachgewiesen ist“, erklärt Sophie Scharrer, Schädlingsexpertin bei SchädlingsHero.
Tritt ein Schädlingsbefall ein, gilt eine zeitliche Begrenzung von maximal 35 Tagen am Stück. „Sollte der Einsatz von Giftködern darüber hinaus notwendig sein, muss zwingend eine Gefährdungsbeurteilung durchgeführt werden“, weiß Scharrer. Für Hotels und gastronomische Betriebe bedeute das vor allem eines: „Der Fokus muss noch stärker auf Früherkennung und Vorbeugung liegen, um im Ernstfall schnell und regelkonform reagieren zu können.“
Schädlingsprobleme entstehen schleichend, weil erste Anzeichen nicht erkannt oder unterschätzt werden
Kleine Schwachstellen, große Wirkung
Dass ein Schädlingsbefall entsteht, liegt nach Erfahrung der Experten meist nur selten an schwerwiegenden Hygienemängeln vor Ort. „Die Ursachen sind häufig vielmehr mehrere kleine Schwachstellen im klassischen Betriebsalltag“, erläutert Habib Fekih, Geschäftsführer von SafeHome. Offene Türen, schlecht abgedichtete Rohrdurchführungen, fehlende Wareneingangskontrollen oder unzureichende Ordnung würden ideale Bedingungen für Schädlinge schaffen. „Größere Schädlingsprobleme entstehen selten von heute auf morgen. Sie entwickeln sich schleichend, weil erste Anzeichen nicht erkannt oder unterschätzt werden.“
Gerade in Hotellerie und Gastronomie treffen Mäuse, Ratten, Schaben, Fruchtfliegen oder Vorratsschädlinge auf nahezu perfekte Lebensbedingungen: Lebensmittel, Feuchtigkeit und zahlreiche Rückzugsorte.
Prävention ist Teamarbeit
Wer Schädlinge dauerhaft fernhalten will, braucht mehr als regelmäßige Kontrollen. Erfolgreiche Prävention setzt an vielen Stellen gleichzeitig an, von der Gebäudehülle über saubere Arbeitsabläufe bis hin zur Sensibilisierung der Mitarbeiter. „Prävention beruht also auf einem Zusammenspiel aus baulichen, hygienischen und organisatorischen Maßnahmen“, erklärt Sophie Scharrer.
Konkret bedeutet das: mögliche Eintrittsstellen wie Türspalten, Rohr- und Kabeldurchführungen konsequent abdichten, Lebensmittel und Abfälle fachgerecht lagern, den Wareneingang sorgfältig kontrollieren und das Team für erste Anzeichen eines Befalls sensibilisieren. Ergänzt werden diese Maßnahmen durch ein giftfreies Monitoring, das Schädlingsaktivitäten frühzeitig erkennt und dokumentiert.
